Niemand soll zur Laudes mit zwölf Lesungen den Chor betreten.
0.2
– Erheben der Hostie
Quando campana pulsatur in elevatione hostiae salutis, omnis petat veniam, praeter eos qui sunt in dormitorio.
Wenn die Glocke beim Erheben der Hostie des Heils geläutet wird, sollen alle um Verzeihung bitten, außer denen, die sich im Schlafsaal befinden.
0.2
– Wiederaufbau von Kapellen
Sententia de reaedificandis capellis intelligitur tantum de illis quae sunt intra grangias.
Das Urteil über den Wiederaufbau von Kapellen bezieht sich nur auf solche, die innerhalb der Grangien liegen.
0.2
– Ausnahmen in der Liturgie
Quando in crastinum nihil agetur de dominica Remanente de IIII dominicis ultimis quae de XX et VIII supersunt quia non habent propria officia, nullum legendum est.
Wenn am folgenden Tag nichts vom Sonntag gefeiert wird — nämlich an den vier letzten Sonntagen des achtundzwanzigtägigen Zyklus, die kein eigenes Offizium haben —, soll nichts gelesen werden.andere VarianteWenn der morgige Tag ein gewöhnlicher Sonntag ohne eigenes Offizium ist — einer der vier Sonntage des 28‑Tage‑Zyklus —, dann wird am Vorabend keine Lesung gehalten.
0.2
– Kuss und Gebet
Ante orationem nemo aliquem osculetur.
Vor dem Gebet soll niemand jemandem einen Kuss geben.
0.2
Ruptis sicut interdicitur incisio, ita combustio.
Wie den Gebrochenen die Verstümmelung verboten ist, so auch die Verbrennung.
1.0
– Regelung zum Sprechen
Nulli abbatum praeter domnum Cisterciensem liceat clamare, vel in audientia loqui nisi stando, aliis omnibus sedendo auscultantibus. Si quis autem aliorum vel contradicere vel aliud dicere voluerit, illo surgente [sedente], surgat.
Keinem Abt außer dem Herrn von Cîteaux ist es erlaubt, das Wort zu ergreifen oder in der Versammlung zu sprechen, außer im Stehen, während alle anderen sitzend zuhören. Wenn jedoch einer der anderen widersprechen oder etwas anderes sagen will, soll er aufstehen, während der andere sitzt.
1.0
– Wünsche an Kapitel von außen
Qui per dominum papam vel alios episcopos vel alios a principes petunt aliquid a Capitulo contra formam ordinis, nullomodo petita obtineant. Si quid tamen obtinendum videtur, hoc modo in manu capituli sit, ut alteri cui Capitulum voluerit tradat.
Diejenigen, die durch den Herrn Papst, Bischöfe oder andere Fürsten etwas vom Kapitel verlangen, was gegen die Regeln des Ordens verstößt, sollen keinesfalls das Gewünschte erhalten. Wenn jedoch etwas als notwendig erachtet wird, soll es in der Hand des Kapitels liegen, es jemandem zu übergeben, den das Kapitel bestimmt.
1.1
– Reisebegleitung
Abbas veniens Cistercium ad generale Capitulum, intra Abbatiam ne monachum adducat, nec plusquam duos equos.
Ein Abt, der zum Generalkapitel nach Cîteaux kommt, soll keinen Mönch mit in die Abtei bringen und nicht mehr als zwei Pferde.
1.1
– Anreise ohne Mönche
Abbates ad capitulum venientes secum non adducant monachos, sed conversos, sine certa necessitate, excepto abbate Savigniacensi, cui hoc permissum est ab antiquo. Qui autem aliter fecerit, veniam petat in capitulo generali.
Äbte, die zum Kapitel kommen, sollen keine Mönche, sondern Konversen mitbringen, es sei denn, es besteht eine dringende Notwendigkeit, außer dem Abt von Savigny, dem dies seit langem gestattet ist. Wer anders handelt, soll im Generalkapitel um Verzeihung bitten.
1.1
– Verbot einer frühen Anreise
Sententiae quae lata est de abbatibus ad capitulum venientibus, ne infra Capitulum generale plusquam duas noctes morentur in Cistercio, nisi in infirmitate vel necessitate detenti, additum ut a vino abstineant sine dispensatione, quamdiu ibidem fuerint demorati.
Zum Urteil, dass Äbte, die zum Kapitel kommen, nicht länger als zwei Nächte in Cîteaux verweilen sollen, es sei denn, Krankheit oder Not halten sie zurück, wird hinzugefügt, dass sie während ihres Aufenthalts ohne Dispensation auf Wein verzichten sollen.
1.1
– Diener mit Pferden
Abbates venientes ad Capitulum qui introducunt servientes in equis tempore capituli generalis, contra instituta eiusdem capituli, veniam petant super hoc, ad nutum capituli satisfacturi.
Äbte, die zum Kapitel kommen und während des Generalkapitels Diener mit Pferden einführen, entgegen den Statuten desselben Kapitels, sollen um Verzeihung bitten und nach dem Willen des Kapitels Genugtuung leisten.
1.1
– erweiterte Vorschriften
Abbates nostri Ordinis ad Capitulum venientes, si citra Alpes et mare habitant, sine monacho et garcione, sicut Cistercium veniunt, sic veniant. Qui ultra mare et Alpes habitant, si plures adducunt in itinere, non eos adducant in domos proximas Cistercii, de Firmitate, de Pontiniaco, de Claravalle, de Morimundo, vel quae sunt inter eas et Cistercium, sed simpliciter sicut Cistercium veniunt intrent ad eas cum duobus equis et uno garcione et famulo, si conversum non habent. Ipsis vero concessum est, ut si conversos suos vel alios mutatos in via infirmitate detentos ad Capitulum adducere non potuerunt, garciones suos Cistercium introducant.
Die Äbte unseres Ordens, die zum Generalkapitel kommen und diesseits der Alpen und des Meeres wohnen, sollen ohne Mönch und Diener reisen, wie sie auch nach Cîteaux kommen. Diejenigen, die jenseits der Alpen und des Meeres wohnen, dürfen, wenn sie auf ihrer Reise mehr Begleiter mit sich führen, diese nicht in den nächstgelegenen Häusern von Cîteaux, wie Firmitate, Pontigny, Clairvaux, Morimond oder den dazwischenliegenden Häusern unterbringen, sondern sollen genauso einfach eintreten, wie sie nach Cîteaux kommen, mit zwei Pferden, einem Diener und einem Knecht, falls sie keinen Laienbruder haben. Es ist ihnen jedoch gestattet, wenn sie ihre kranken Konversen oder andere Begleiter wegen Krankheit nicht zum Kapitel bringen konnten, ihre Diener nach Cîteaux zu bringen.
1.1
– Verhalten in Dijon
Decretum est, et communi consilio confirmatum, ut apud Divionem tam in eundo ad Capitulum quam redeundo, nullus abbas, monachus vel conversus pisces faciat comparari, nec pisces ibi tunc temporis manducare praesumat, etiam si transmissi fuerint vel donati, nisi cum episcopo manducet. Nullus etiam ultra duas candelas accensas parietibus affigat, nec conversum suum ad serviendum sibi flexis genibus adstare permittat.
Es wurde beschlossen und im gemeinsamen Rat bestätigt, dass in Dijon, sowohl auf dem Weg zum Kapitel als auch auf dem Rückweg, kein Abt, Mönch oder Laienbruder Fische kaufen oder essen soll, selbst wenn sie geschickt oder geschenkt wurden, außer er isst mit einem Bischof. Ebenso soll niemand mehr als zwei brennende Kerzen an den Wänden anbringen oder zulassen, dass ein Laienbruder kniend vor ihm dient.
1.1
– Schottland aller vier Jahre
Abbatibus Scotiae conceditur, ut quarto anno veniant ad Capitulum.
Den Äbten von Schottland wird erlaubt, alle vier Jahre zum Kapitel zu kommen.
1.1
– Terminierung der Anreise
Abbates nostri Ordinis ad Capitulum venientes, provideant deinceps ut ad Firmitatem, Pontiniacum, Claramvallem, Morimundum, vel alias abbatias quae inter has et Cistercium positae sunt, non veniant nisi sicut Cistercium cum duobus tantum equis, cum uno converso vel famulo, si conversos non habent. Transmarinis vel transmontanis liceat ad monasteria non ante vigiliam Nativitatis Beatae Mariae, ceteris vero non ante III idus semptembris, ut duas ibi noctes facere possint. In reditu a Capitulo, nullus ibi remaneat ultra duas noctes, excepto si forte abbates eorumdem locorum pro suis vel illorum negotiis aliquos citius venire aut diutius remorari, aut monachum aliquem adducere voluerint.
Unsere Äbte des Ordens, die zum Kapitel kommen, sollen künftig dafür sorgen, dass sie nicht nach La Ferté, Pontigny, Clairvaux, Morimond oder andere Abteien, die zwischen diesen und Cîteaux liegen, kommen, es sei denn, wie nach Cîteaux, mit nur zwei Pferden, einem Konversen oder einem Diener, wenn sie keine Konversen haben. Denen jenseits des Meeres oder der Berge ist es gestattet, nicht vor dem Vorabend der Geburt der seligen Maria zu den Klöstern zu kommen, den anderen nicht vor dem 11. September, damit sie dort zwei Nächte bleiben können. Auf der Rückreise vom Kapitel soll keiner länger als zwei Nächte dort bleiben, es sei denn, die Äbte derselben Orte wollen aus ihren oder deren Geschäften einige früher kommen oder länger bleiben lassen oder einen Mönch mitbringen.
1.1
Tempore quo abbates ad Capitulum venientes apud Divionem piscibus abstineant, eamdem legem ibidem et monachi remanentes observent.
In der Zeit, in der die Äbte nach Dijon kommen, um am Kapitel teilzunehmen, sollen sie auf Fisch verzichten. Die verbleibenden Mönche sollen dieselbe Regel dort ebenfalls einhalten.
1.1
Apud Divionem quando veniunt ad Capitulum vel redeunt abbates, omnino caveant ne manibus se invicem tenentes, vel alio notabili modo per vicos incedant, nec sine certo negotio se invicem visitent, nec species alicubi emant, sed nec alia aliqua extra hospitia sua.
In Dijon, wenn die Äbte zum Kapitel kommen oder zurückkehren, sollen sie sich hüten, einander an den Händen zu halten oder in auffälliger Weise durch die Straßen zu gehen. Sie sollen sich nicht ohne triftigen Grund gegenseitig besuchen, keine Luxuswaren an irgendeinem Ort kaufen und auch sonst nichts außerhalb ihrer Herbergen erwerben.
1.1
Abbates ad Capitulum venientes quando plures conveniunt provideant qui priores eorum sunt, ne pro vino accipiendo immoderate aggravant domos.
Die Äbte, die zum Kapitel kommen, sollen, wenn mehrere zusammenkommen, dafür sorgen, dass diejenigen, die ihre Vorgesetzten sind, nicht durch übermäßiges Weintrinken die Häuser belasten.
1.1
Abbates qui sunt in provinciis Lugdunensi, Bisuntinensi, Bituricensi, Senonensi, Remensi, Trevirensi, Viennensi, venientes ad Capitulum apud Firmitatem, Pontiniacum, Claramvallem, Morimundum, et apud abbatias quae infra sunt, non adducant nisi duas equitaturas, alii non adducant ultra tres.
Die Äbte, die in den Provinzen Lyon, Besançon, Bourges, Sens, Reims, Trier und Vienne sind und zum Kapitel nach Ferte, Pontigny, Clairvaux, Morimond und zu den darunterliegenden Abteien kommen, sollen nicht mehr als zwei Reittiere mitbringen, andere sollen nicht mehr als drei mitbringen.
1.6
– Frage nach Schulden
Patres visitatores non solum querant de spiritualibus, sed et de temporalibus ne nimiis debitis monasteria opprimantur.
Die visitierenden Vateräbte sollen nicht nur nach geistlichen Dingen fragen, sondern auch nach weltlichen, damit die Klöster nicht durch übermäßige Schulden belastet werden.
10.0
– Kontrolle der Finanzen
In prima die Capituli post recitationem brevium, et absolutionem defunctorum, dicatur Adiutorium nostrum, et omnes monachi, praeter priores qui loco abbatum fuerint, exeant ad tenendum ordinem suum. Idem fiat aliis diebus post expositionem regulae.
Am ersten Tag des Kapitels, nach der Verlesung der Berichte und der Lossprechung der Verstorbenen, wird das Adiutorium nostrum gesagt, und alle Mönche, außer den Prioren, die anstelle der Äbte anwesend sind, sollen hinausgehen, um ihre Ordnung einzuhalten. Dasselbe soll an den anderen Tagen nach der Auslegung der Regel geschehen.
10.0
– Kontrolle der Finanzen
Quando vel quibus maior cellerarius computare debet ? Maior cellerarius semel in mense, vel saepius si Abbas voluerit, de omnibus quae accepit vel expendit Abbati vel quibus iusserit computet. Alii autem sive grangiarii, sive qui aliquibus praesunt operariis, in praesentia cellerarii vel quibus cum eo iusserit Abbas, similiter faciant. Substantiam vero monasterii vel in nummis vel in alia pecunia, is cui iusserit Abbas custodiat. Ipse autem Abbas aliquos de suis monachis pecuniae conscios secum habeat.
Wann und vor wem muss der Hauptcellerar Rechenschaft ablegen? Der Hauptcellerar soll einmal im Monat, oder öfter, wenn der Abt es wünscht, über alles, was er erhalten oder ausgegeben hat, dem Abt oder denen, die dieser anordnet, Rechenschaft ablegen. Ebenso sollen die anderen, sei es Grangienverwalter oder die, die für Arbeiter verantwortlich sind, in Anwesenheit des Cellerars oder der vom Abt ernannten Personen Rechenschaft ablegen. Das Vermögen des Klosters, sei es in Münzen oder in anderen Werten, soll von der Person verwaltet werden, die der Abt dazu bestimmt. Der Abt selbst soll einige seiner Mönche, die Kenntnis über die Finanzen haben, bei sich haben.
10.0
– Verbot von Pfandgeschäften
Vadimonia sive gageriae a ulterius non accipiantur, exceptis decimis propriis, feodis et pasturis.
Pfandgeschäfte oder Kautionsgeschäfte sollen künftig nicht mehr entgegen genommen werden, außer es handelt sich um Eigenzehnten, Lehen und Weiden.
10.0
– Vorschriften für Händler
Multa de mercatoribus nostris querela est, multa confusio. Quia tamen ad nundinas nominatas interdum mittere fratres nostros coemendarum mercium quibus utimur necessitas persuadet; hoc saltem consentiamus, ut nihil omnino vendamus in eis; sed cum vendimus res nostras ubi ubi, caveamus inhonestas commutationes, quas iterum venumdare debeamus, nec accipiamus in precio nisi aurum, argentum, aut nummos, vel tales merces quibus in ordine ordinate utimur. Constituimus etiam ne quoquo modo res nostras venales transmare convehamus.
Es gibt viele Klagen und Verwirrung über unsere Händler. Da es jedoch manchmal notwendig ist, unsere Brüder zu den benannten Märkten zu schicken, um die Waren zu kaufen, die wir benötigen, sollen wir uns zumindest darauf einigen, dort überhaupt nichts zu verkaufen. Wenn wir unsere Waren irgendwo verkaufen, sollen wir uns vor unlauteren Geschäften hüten, die uns zwingen würden, sie erneut zu verkaufen. Wir sollen nichts als Bezahlung akzeptieren außer Gold, Silber, Münzen oder solche Waren, die in unserem Orden ordnungsgemäß verwendet werden. Wir beschließen auch, dass unsere verkäuflichen Waren keinesfalls über das Meer transportiert werden sollen.
10.0
– Verwendung von Mühlen
Molendinos vel ceteras possessiones quas secundum ordinem tenere non licet, alicui personae concedi in vita sua, ut ad monasterium denuo revertantur, omnino non licet quia non est hoc alienare a se possessionem, sed locare.
Es ist nicht erlaubt, Mühlen oder andere Besitztümer, die nach der Ordensregel nicht gehalten werden dürfen, einer Person für deren Lebenszeit zu überlassen, mit der Absicht, dass sie später an das Kloster zurückgegeben werden. Dies ist keine Veräußerung des Besitzes, sondern eine Verpachtung.
10.0
– Besitz von Mühlen
Abbatiae quae non sunt creatae in Ordine, molendinos teneant quamdiu Capitulo visum fuerit; acquisitos autem postquam Ordini sociati fuerint, omnino dimittant. Qui eos deinceps tenuerint, quandiu eos habuerint, omni sexta feria ieiunent in pane et aqua. Priores et cellerarii sint similiter in pane et aqua et cellerarius sit ultimus omnium. Id ipsum etiam de fullonibus sit dictum.
Abteien, die nicht im Orden gegründet wurden, dürfen Mühlen behalten, solange das Kapitel es für richtig hält; nach ihrem Beitritt zum Orden sollen sie diese jedoch vollständig aufgeben. Wer sie weiterhin besitzt, soll, solange er sie hat, jeden Freitag fasten und nur Brot und Wasser zu sich nehmen. Auch die Priore und Cellerare sollen Brot und Wasser zu sich nehmen, wobei der Cellerar der Letzte von allen sein soll. Dasselbe gilt auch für die Walkmüller.
10.0
– Verweigerung des Zehnt
Cum divina pariter et humana verba nos admoneant, ut studeamus cupiditatibus nostris imponere frenum, et modum acquisitionibus nostris propter varios status monasteriorum, adhuc veremur necessitatem fratribus nostris imponere, optantes bonum eorum voluntarium esse, et diuturna deliberatione super hoc credimus opus fore. Interim autem propter scandalum gravius, quod super retentione decimarum undique crescit in dies, providemus et firmiter praecipimus, ut quicumque ex vobis ab hoc die, et deinceps acquisierit agros vel vineas, ex quibus ecclesiae vel monasteria, seu personae quaelibet ecclesiasticae percipere hactenus decimas consueverant, sine contradictione exsolvant, nisi forte iam donationem exinde receperunt, vel compositionem fecerunt, aut in posterum in pace acquirere poterunt.
Da sowohl göttliche als auch menschliche Worte uns ermahnen, danach zu streben, unseren Begierden Einhalt zu gebieten und Maß in unseren Erwerbungen zu halten, auch wegen der unterschiedlichen Zustände der Klöster, fürchten wir noch, unseren Brüdern eine Notwendigkeit aufzuerlegen. Wir wünschen, dass ihr Wohl freiwillig sei, und nach langer Überlegung glauben wir, dass dies eine Aufgabe ist, die Zeit benötigt. Doch inzwischen, um dem schwereren Ärgernis vorzubeugen, das sich bezüglich des Zurückhaltens von Zehnten immer weiter ausbreitet, bestimmen wir vorsorglich und befehlen mit Nachdruck, dass jeder von euch, der ab diesem Tag und in Zukunft Felder oder Weinberge erwirbt, von denen bisher Kirchen, Klöster oder andere kirchliche Personen Zehnten zu erhalten pflegten, diese ohne Widerspruch entrichtet, es sei denn, er hat bereits eine Schenkung diesbezüglich erhalten oder eine Vereinbarung getroffen, oder er wird sie in Frieden in Zukunft erwerben können.
10.0
– Einlagen
Deposita ultra centum solidos in domibus nostris non suscipiantur sine conscientia ad minus trium fratrum, et ad iussum abbatis, et sub eorum testimonio reddantur et sub tali conditione suscipiantur, ut si contigerit amitti, domus inde non teneatur. Nihilominus abbas provideat studiose, quomodo commissa fideliter custodiantur. Qui autem sub ista conditione deponere noluerit, ipse sibid custodiat. Qui autem hoc anno scienter transgressi sunt, abbas, cellerarius, et alii officiales, quorum consilio factum est, tribus sextis feriis ieiunent in pane et aqua; et abbas postquam redierit a Capitulo, infra triginta dies ad portam suam decem solidos pro hac transgressione pauperibus faciat distribui.
Einlagen, die über 100 Solidi hinausgehen, sollen in unseren Häusern nicht ohne das Wissen von mindestens drei Brüdern angenommen werden, und nur auf Anweisung des Abtes. Sie sollen unter ihrem Zeugnis zurückgegeben und unter der Bedingung angenommen werden, dass, falls sie verloren gehen, das Haus dafür nicht haftet. Dennoch soll der Abt sorgfältig dafür sorgen, dass die ihm anvertrauten Dinge treu bewahrt werden. Wer sich nicht unter dieser Bedingung auf eine Einlage einlassen möchte, soll seine Dinge selbst bewachen. Diejenigen, die dies im vergangenen Jahr wissentlich übertreten haben, der Abt, der Cellerar und die anderen Amtsträger, in deren Rat dies geschehen ist, sollen an drei Freitagen bei Brot und Wasser fasten. Der Abt soll nach seiner Rückkehr vom Kapitel innerhalb von dreißig Tagen zehn Solidi an der Klosterpforte an die Armen für diesen Verstoß verteilen.
10.0
– Verbot farbiger Wolle
In lenis artificiose fiunt varietates colorum in monasteriis nostris; quod ne ulterius fiat modis omnibus prohibemus; sed si contigerit quod fimbrias tinctas emerint, non nisi unius coloris in una lena ponant.
In unseren Klöstern werden in Wolle künstlich Farbabstufungen hergestellt; dies verbieten wir in jeglicher Weise. Wenn jedoch Fransen mit Farbe gekauft werden, sollen sie auf einer Wolle nur in einer Farbe verwendet werden.
10.1
– von Schweinen
Qui greges porcorum nutriunt, alios deinceps porcos non emant ad ducendum in alienas pasturas.
Diejenigen, die Schweineherden aufziehen, dürfen künftig keine weiteren Schweine kaufen, um sie auf fremde Weiden zu treiben.
10.1
– von Häuten
Coria emere licet etiam ultra quatuor dietas in nundinis nominatis.
Es ist erlaubt, Häute auch über vier Tagereisen hinweg auf bestimmten Märkten zu kaufen.
10.1
– alte Ochsen
Crociones id est vetulos boves emere conceditur, ne longius coria perquiramus, sed non pro hoc ultra dietam ab abbatiis vel grangiis nostris procedamus.
Es ist erlaubt, alte Ochsen zu kaufen, um nicht länger nach Häuten suchen zu müssen, aber dafür dürfen wir nicht weiter als einen Tagesmarsch von unseren Abteien oder Grangien entfernt vorgehen.
10.1
– Verkauf von Fohlen
Pullos equorum infra terminos vel in grangiis vendantur, et si quis transgressus fuerit uno die sit in pane et aqua.
Fohlen von Pferden sollen innerhalb der Grenzen oder in Scheunen verkauft werden, und wer dagegen verstößt, soll einen Tag lang nur Brot und Wasser zu sich nehmen.
10.1
– Termine für Verkäufe
Mercatores Ordinis nostri terminum receptionum, sive redditionum suarum in nundinis publicis nullo modo constituant.
Die Händler unseres Ordens sollen keinen festen Termin für den Empfang oder die Rückgabe ihrer Waren auf öffentlichen Märkten festlegen.
10.1
– Wolle
Lanam unius anni licet prae vendere, si necesse fuerit; ultra annum non fiat.
Es ist erlaubt, die Wolle eines Jahres im Voraus zu verkaufen, wenn nötig; dies soll jedoch nicht für mehr als ein Jahr im Voraus geschehen.
10.2
– Verkauf von Fohlen
Caveatur omnino ne pulli equorum venundentur extra terminos abbatiarum et grangiarum nostrarum.
Es ist strengstens zu vermeiden, dass Fohlen von Pferden außerhalb der Grenzen unserer Abteien und Grangien verkauft werden.
10.2
– Wolle
Qui lanam vel aliud vendunt, non ideo amplius accipiant quam credunt, nec ultra quindecim dies ibi morentur.
Wer Wolle oder andere Waren verkauft, soll dafür nicht mehr verlangen, als er glaubt, dass es wert ist, und sich nicht länger als fünfzehn Tage dort aufhalten.
10.2
– Verbot des Verkaufs von gegerbten Häuten
Coria tannata nec nostra nec aliena nulla omnino nobis licet vendere, neque lanas quas emerimus.
Es ist uns absolut nicht erlaubt, gegerbte Häute, weder unsere eigenen noch fremde, zu verkaufen, ebenso wenig die Wolle, die wir gekauft haben.
10.2
– von Fohlen
Pulli equorum sic vendantur, ut si frenum eis imponitur ut domantur, saltem sella eis non imponatur, ut ad currendum erudiantur, nec cooperturas habeant. Non ducantur ad vendendum extra fines abbatiarum vel grangiarum nostrarum, et cum mutaverint quatuor dentes, tunc vendantur antequam alios mutent, nisi forte ad proprios usus retinere velimus.
Fohlen sollen so verkauft werden, dass, wenn ihnen das Zaumzeug angelegt wird, um sie zu zähmen, ihnen zumindest kein Sattel aufgelegt wird, damit sie zum Laufen trainiert werden und keine Decken tragen. Sie sollen nicht zum Verkauf außerhalb der Grenzen unserer Abteien oder Grangien gebracht werden. Wenn sie vier Zähne gewechselt haben, sollen sie verkauft werden, bevor sie weitere wechseln, es sei denn, wir wollen sie für den Eigenbedarf behalten.
10.3
– Verbot der Leihe von Pferden, Rindern und Wagen
Equi, boves, et carri episcopis vel aliis saecularibus non commodentur.
Pferde, Rinder und Wagen sollen nicht an Bischöfe oder andere weltliche Personen verliehen werden.
10.4
Pater abbas si invenerit filiam abbatiam immoderatis debitis obligatam, nisi rationabilem causam obligationis cognoverit, districtissime abbatem loci illius et officiales puniat, et omni modo inhibeat ne debita augeantur.
Wenn der Vaterabt feststellt, dass eine Tochterabtei übermäßig verschuldet ist, soll er den Abt dieser Abtei und deren Amtsträger streng bestrafen, es sei denn, er erkennt einen vernünftigen Grund für die Verpflichtung. In jedem Fall soll er mit aller Strenge verhindern, dass die Schulden zunehmen.
10.7
Ex nimietate debitorum, non tam periculum quam excidium pluribus monasteriis noscitur imminere; propter hoc providemus, ut qui debuerint ultra precium quinquaginta marcarum, terras non emant, neque novas aedificationes faciant, nisi tanta coegerit necessitas, ut de assensu patrum abbatum id faciant. Si autem repentina causa compulerit, abbas in generali. Capitulo veniam petat et causam indicet, Capitulum autem indicet utrum puniendum sit, an tolerandum. Si quis aliter fecisse cognitus fuerit, Capitulum Cisterciense tam gravem sententiam ferat in abbatem et in officiales eidem transgressioni consentientes, ut eorum poena correctio debeat esse multorum. Similiter faciat de eo quod fecerit de assensu patris abbatis. De debitis dictum est ut nullus abbas quamdiu obligatus fuerit debito centum librarum proveniensis monete vel XI marcarum, terras emat vel edificet, nisi de proprio, excepto incendii infortunio. Quod si contigerit, licebit. De his autem qui debent supra prescriptam summam, statutum est ut nec de proprio nec de mutuo terras emant, nec de mutuo edificent donec ad predictam summam debitum redigatur. Quod si transgressus fuerit quis, abbas absque retractatione a patre abbate sub trium abbatum testimonio comprobatus deponatur. Prior autem, cellerarius vel quicumque monacus aut conversus quorum consilio hoc presumptum fuerit, ultimi sint per annum et omni sexta feria eiusdem anni ieiunent in pane et aqua. Quod si absque conscientia abbatis hoc fecerint … [De monasterio in quo et pro quo factum fuerit irrevocabiliter eiiciantur] (pars abrasa).
Aufgrund der Übermäßigkeit der Schulden ist bekannt, dass nicht nur Gefahr, sondern der Untergang vieler Klöster droht. Deshalb bestimmen wir, dass diejenigen, die mehr als fünfzig Mark schulden, weder Land kaufen noch neue Gebäude errichten sollen, es sei denn, eine solch große Notwendigkeit zwingt sie dazu, dass sie dies mit Zustimmung des Vaterabts tun. Wenn jedoch ein plötzliches Ereignis sie zwingt, soll der Abt im Generalkapitel um Erlaubnis bitten und den Grund darlegen; das Kapitel wird entscheiden, ob dies zu bestrafen oder zu dulden ist. Wenn jemand erkannt wird, dass er anders gehandelt hat, soll das Zisterzienserkapitel eine so schwere Strafe über den Abt und die Amtsträger, die dieser Übertretung zugestimmt haben, verhängen, dass ihre Strafe zur Korrektur für viele werden muss. Ebenso soll gehandelt werden, wenn jemand mit Zustimmung des Vaterabtes gehandelt hat. Bezüglich der Schulden wurde festgelegt, dass kein Abt, solange er mit einer Schuld von hundert Pfund provenzalischem Geld oder elf Mark belastet ist, Land kaufen oder bauen darf, es sei denn, es geschieht auf eigene Kosten, mit Ausnahme eines Unglücksfalls durch Feuer. Wenn das eintritt, ist es erlaubt. Für diejenigen, die mehr als die vorgeschriebene Summe schulden, wurde festgelegt, dass sie weder auf eigene noch auf geliehene Mittel Land kaufen oder auf geliehenes Geld bauen dürfen, bis die Schuld auf die genannte Summe reduziert ist. Wenn jemand diese Vorschrift übertritt, soll der Abt ohne Zögern vom Vaterabt unter dem Zeugnis von drei Äbten abgesetzt werden. Der Prior, der Cellerar oder jeder andere Mönch oder Konverse, der dies auf seinen Rat hin unternommen hat, soll für ein Jahr der Letzte in der Rangordnung sein und an jedem Freitag dieses Jahres bei Brot und Wasser fasten. Sollten sie dies ohne das Wissen des Abtes getan haben … [sollen sie unwiderruflich aus dem Kloster, in dem und für das dies getan wurde, ausgewiesen werden] (ein Teil des Textes fehlt).
11.0
– Verbot von Klagen gegen Mitglieder des Ordens
Nemo clamorem aut litteras pro saeculari vel alterius ordinis contra aliquem nostri ordinis deferat.
Niemand soll Klagen oder Briefe im Namen eines weltlichen oder fremden Ordens gegen jemanden aus unserem Orden vorbringen.
11.0
– Verbot von Klagen im Auftrag Fremder
Nemo clamorem vel litteras pro quolibet saeculari, contra aliquem ordinis nostri ad Capitulum deferat.
Niemand soll eine Klage oder einen Brief zugunsten eines weltlichen Menschen gegen jemanden aus unserem Orden zum (General-)Kapitel bringen.
11.0
– Treueid am Altar
Nullus accipiat hominium vel fidelitatem de terra ad altare.
Niemand soll einen Treueid am Altar entgegennehmen.
11.2
– Verbot von Bürgschaften außerhalb des Ordens
Nemo fideiiussor fiat pro aliquo nisi ordinis nostri.
Niemand soll Bürge für jemanden werden, es sei denn, er gehört unserem Orden an.
11.2
– Verbot von Versprechen und Eiden
Nemo fidem det nec iuramento quid confirmet.
Niemand soll ein Versprechen geben oder etwas durch einen Eid bestätigen.
11.2
– Verbot
Spondere vel respondere pro saecularibus, sive ex coactione vel impositione dare aliquibus potentibus personis, non licet.
Es ist nicht erlaubt, sich für Weltliche zu verbürgen oder zu antworten, noch aufgrund von Zwang oder auferlegten Verpflichtungen irgendetwas mächtigen Personen zu geben.
11.2
– Verbot
Nullus de ordine nostro pro aliqua persona vel ecclesia, nisi forte de ordine nostro, fideiussorem vel responsorem se constituat.
Niemand aus unserem Orden soll sich als Bürge oder Gewährsmann für eine Person oder Kirche stellen, es sei denn, es handelt sich um jemanden aus unserem Orden.
2.0
– Gelübde in der Welt
De votis et poenitentiis in saeculo acceptis, potest abbas disponere prout voluerit, si ad conversionem venerint.
Über Gelübde und Bußen, die in der Welt abgelegt wurden: Der Abt kann darüber verfügen, wie er will, wenn sie zur Umkehr gekommen sind.
2.0
– Umfang der Zeremonie im Todesfall
Pro rege Franciae et episcopo Cenomanensi fiet, cum obierint, quantum pro monacho.
Für den König von Frankreich und den Bischof von Le Mans soll im Todesfall die gleiche Zeremonie abgehalten werden wie für einen Mönch.
2.0
– Beerdigung eines Gastes
Ad hospitem sepeliendum, quando conventus est in labore, minor campana bis pulsetur.
Zur Beerdigung eines Gastes, wenn der Konvent bei der Arbeit ist, soll die kleine Glocke zweimal geschlagen werden.
2.0
– Sterben von Gästen
Presbyter et omnes religiosi qui in hospitio moriuntur, in choro deferantur, et nullus alius nisi tamen honesta fuerit persona.
Priester und alle Ordensleute, die im Gästehaus sterben, sollen in den Chor überführt werden; niemand sonst, es sei denn, es handelt sich um eine ehrbare Person.
2.0
– Sterben von Gästen
Pro defuncto praesenti hospite in secundo loco collecta dicatur nisi talis fuerit ut pro eo aliter fiat.
Für einen verstorbenen Gast soll die zweite Gebetskollekte gesprochen werden, es sei denn, es handelt sich um jemanden, für den aus anderen Gründen abweichend gehandelt wird.
2.0
– Bestattungsorte
In oratoriis nostris non sepeliantur, nisi reges et reginae et episcopi; in capitulis abbates vel etiam praedicti, si maluerint.
In unseren Oratorien sollen nur Könige, Königinnen und Bischöfe beerdigt werden; in den Kapiteln die Äbte oder auch die genannten Personen, wenn sie es vorziehen.
2.0
Pro pacto certo nulla fit missarum promissio, quia simoniacum est.
Für ein festes Abkommen soll keine Messverheißung gemacht werden, da dies simonistisch ist.
2.0
– Versprechen von Gedenken nach dem Tod
De domino Guillelmo remensi archiepiscopo, Bela regi ungarie et domino Henrico bituricensi archiepiscopo et domino Odoni fratri suo et domino Guidoni senonensi archiepiscopo concessum est audito eorum obitu in generali Capitulo fiat pro unoquoque eoruun quantum pro fratribus nostris.
Für Herrn Wilhelm, Erzbischof von Reims, König Béla von Ungarn, Herrn Heinrich, Erzbischof von Bourges, Herrn Odo, seinen Bruder, und Herrn Guido, Erzbischof von Sens, wurde beschlossen, dass, sobald ihr Tod im Generalkapitel bekannt wird, für jeden von ihnen die gleichen Gebete abgehalten werden wie für unsere Brüder.
2.3
– Bestattungen
Nullus praeter regem sive reginam, sive archiepiscopos et episcopos in nostris sepeliantur ecclesiis.
Niemand außer dem König oder der Königin sowie Erzbischöfen und Bischöfen soll in unseren Kirchen bestattet werden.
2.3
– Gebet für den König
Ad missas privatas dicent sacerdotes pro regibus propriam collectam tribus diebus; si propria defuerit, aliquam de familiaribus.
Bei privaten Messen sollen die Priester für die Könige drei Tage ein spezielles Gebet sprechen; wenn kein spezielles Gebet vorhanden ist, sollen sie eines aus den gängigen Gebeten wählen.
2.6
– Bestattungen
Nullus praeter regem sive reginam, sive archiepiscopos et episcopos in nostris sepeliantur ecclesiis.
Niemand außer dem König oder der Königin sowie Erzbischöfen und Bischöfen soll in unseren Kirchen bestattet werden.
2.6
– Bestattung von Gründern
Ad sepeliendum, non nisi fundatores recipiantur. Si quis tamen vivus adducebatur et mortuus est in via, nec sine gravi scandalo aut grandi periculo remitti potest; qui eum sepelierit, in proximo Capitulo confiteatur factum et necessitatem.
Zur Beerdigung sollen nur die Gründer aufgenommen werden. Falls jedoch jemand lebend hergebracht und unterwegs verstirbt und nicht ohne schweres Ärgernis oder großes Risiko zurückgeschickt werden kann, soll derjenige, der ihn beerdigt, dies im nächsten Kapitel bekennen und die Notwendigkeit erklären.
2.7
– versprochenes Servitium
Episcopo Caturcensi plenarium servitium in obitu suo concessum est. Vocatur autem episcopus iste Geraldus.
Dem Bischof von Cahors wird im Todesfall der volle Dienst gewährt werden. Dieser Bischof heißt Geraldus.
3.0
– Verbot der Landvermessung mit Seilen
Numquam deinceps fiat mensuratio leugarum funibus vel perticis, sed visu arbitrorum omnis de hoc querela terminetur.
Künftig soll keine Vermessung von Leugen (Entfernungen) mehr mit Seilen oder Stäben vorgenommen werden, sondern jede diesbezügliche Streitfrage soll durch die Sicht von Schiedsrichtern entschieden werden.
3.0
– Fleischverbot
Nullus abbas vel monachus sive a conversus nostri ordinis extra infirmitoria nostri ordinis carnes comedat. Quod si alicuius episcopi iussu, vel indignatione, aut excommunicatione fecerit, pro singulis vicibus quibus carnes comederit, tres dies ieiunet in pane et aqua, et hanc poenitentiam praecipienti praedicat. Et si abbas est, in capitulo Cisterciensi inde veniam petat; si monachus vel conversus, in suo capitulo.
Kein Abt, Mönch oder Laienbruder unseres Ordens soll außerhalb der Infirmerie unseres Ordens Fleisch essen. Wenn jemand dies auf Befehl eines Bischofs, aus Ärger oder aufgrund einer Exkommunikation tut, soll er für jedes Mal, dass er Fleisch gegessen hat, drei Tage nur Brot und Wasser fasten und diese Buße demjenigen beichten, der es ihm auferlegt. Wenn es ein Abt ist, soll er im Kapitel von Cîteaux um Vergebung bitten; wenn es ein Mönch oder Konverse ist, soll er dies in seinem eigenen Kapitel tun.
3.0
– Reiseverbot zur Kurie
Nullus eat ad curiam domini papae, nisi cum proprio episcopo, nec monachum, nec conversum mittat sine consilio Capituli generalis. Quod si subita vel inevitabili necessitate praeventus hoc expectare nequiverit, fiat hoc cum consilio domini Cisterciensis et quatuor priorum abbatum vel duorum si omnes adire non poterit.
Niemand soll zum Hof des Papstes gehen, es sei denn mit seinem eigenen Bischof, und niemand soll einen Mönch oder Laienbruder ohne den Rat des Generalkapitels dorthin schicken. Falls eine plötzliche oder unausweichliche Notwendigkeit besteht, sodass er nicht auf die Zustimmung warten kann, soll dies mit dem Rat des Abtes von Cîteaux und vier weiterer Prioräbte oder, wenn er sie nicht alle erreichen kann, von mindestens zwei geschehen.
3.0
– Verbot von Pilgerreisen
Qui de Ordine exeunt ita ut Ierosolymam eant, vel aliam peregrinationem aliorsum faciant, vel seipsos qualibet occasione faciunt abscidi vel incidi, sine omni personarum acceptatione de domibus propriis amoti, mittantur in alias domos ordinis perpetuo numquam reversuri.
Wer aus dem Orden weggeht – sei es, um nach Jerusalem zu reisen oder irgendeine andere Pilgerfahrt anderswohin zu unternehmen, oder wer sich aus irgendeinem Anlass selbst verstümmeln lässt –, der soll, ohne jede Ausnahme, aus seinem bisherigen Kloster entfernt und auf Lebenszeit in ein anderes Haus des Ordens versetzt werden, ohne jemals dorthin zurückkehren zu dürfen.
3.0
– Kranke
Minuti et infirmi non petant privatas venias donec intrent chorum, excepta oratione quadragesimae.
Zur Ader gelassene, Schwache und Kranke sollen erst nach Eintritt in den Chor um persönliche Erleichterungen bitten; ausgenommen bleibt das Quadragesima‑Gebet.
3.0
– Pitanz
Pitancia non detur generalis a quoquam nisi precepto abbatis vel proprii patris, exceptis solempnibus festis quibus dari solebat, et si ab aliquo aliter dabitur, careat pitancia toto anno qui hoc facere presumpserit.
Eine Pitanz soll von niemandem ohne Anordnung des Abtes oder des eigenen Vaters gewährt werden, außer an den hohen Feiertagen, an denen sie üblicherweise gegeben wurde. Wenn jemand sie dennoch ohne Erlaubnis gibt, soll ihm für das ganze Jahr die Pitanz entzogen werden, wenn er dies zu tun wagt.
3.0
Pro Usibus corrigendis conveniant loco et die quo decreverit dominus Cistercii et quatuor abbates priores cum septem aliis quos sicut (sic, pro secum ?) asciverint et corrigant ea tantummodo que de transitu sancti Bernardi constituta sunt.
Zur Korrektur der Gebräuche sollen sie sich an dem Ort und Tag versammeln, den der Herr von Cîteaux bestimmt, zusammen mit den vier Primaräbten und sieben weiteren, die sie hinzuziehen, und sie sollen nur diejenigen Bestimmungen korrigieren, die sich auf das Ableben des heiligen Bernhard beziehen.
3.1
– Regelung zum commemoratio Mariae
Quibus diebus commemoratio beatae Mariae intermittenda sit, et quibus dicenda.In vigilia Natalis Domini ad laudes commemoratio beatae Mariae intermittatur usque in crastinum Epiphaniae; et tunc ad laudes incipiatur. Similiter in Coena Domini ad laudes intermittatur usque in quintam feriam post diem Paschae, et tunc ad laudes dicatur. In vigilia quoque Ascensionis Domini, intermittatur ad vesperas, et in crastino Ascensionis agatur ad laudes. In vigilia Pentecostes ad vesperas intermittatur usque in quintam feriam; et tunc ad laudes reincipiatur. In festo quoque Omnium Sanctorum et in omnibus solemnitatibus sanctae Mariae intermittatur. Per octavas etiam Assumptionis ipsius non fiat, praeter propriam de octavis.
An welchen Tagen die Gedenkfeier der seligen Maria ausgesetzt werden soll und an welchen sie stattfinden soll.Am Vorabend von Weihnachten soll das Gedenken der seligen Maria bei den Laudes ausgesetzt werden bis zum Tag nach dem Fest der Epiphanie; dann soll es bei den Laudes wieder aufgenommen werden. Ebenso soll es am Gründonnerstag bei den Laudes ausgesetzt werden bis zum Donnerstag nach Ostern, und dann soll es bei den Laudes gesprochen werden. Am Vorabend von Christi Himmelfahrt soll es bei den Vespern ausgesetzt werden, und am Tag von Christi Himmelfahrt soll es bei den Laudes gefeiert werden. Am Vorabend von Pfingsten soll es bei den Vespern ausgesetzt werden bis zum Donnerstag; dann soll es bei den Laudes wieder aufgenommen werden. Auch am Fest Allerheiligen und an allen Festtagen der heiligen Maria soll es ausgesetzt werden. Während der Oktav der Aufnahme Mariens in den Himmel soll es nicht stattfinden, außer am Oktavtag selbst.
3.1
– Regelung zur commemoratio
Quae antiphonae assidue ad commemorationem dicantur.Privatis diebus et festis duodecim lectionum quibus laboramus, ad vesperas dicatur Sancta Dei genitrix, ad laudes Beata Mater. In sabbatis vero et diebus dominicis et festis quibus non laboramus, ad utrasque vesperas dicatur Sancta Maria succurre, ad laudes Beata Dei genitrix, versus Ave Maria, collecta Concede nos famulos. Per Adventum autem dicitur collecta Deus qui de beatae Mariae. Versus vero et antiphonae non mutantur. Et sciendum quia omni die quo de beata Maria commemoratio fiet ad Laudes, dicetur et ad missam collecta, exceptis tribus vigiliis Pentecostes, Assumptionis sanctae Mariae, et Omnium Sanctorum. Sciendum etiam quod omni die quo cantatur missa quotidiana pro defunctis, et de sancta Maria cantatur. Die vero Natalis Domini, Paschae et Pentecostes, hebdomadarius eiusdem missae cantet de festo, et dicat collectam de sancta Maria. In Adventu autem et in omnibus solemnitatibus sanctae Mariae et per octavas Assumptionis eiusdem, eadem missa quae in conventu canitur, et privatim dicetur.
Welche Antiphonen regelmäßig zur Gedenkfeier gesagt werden sollen.An gewöhnlichen Tagen und an Festtagen mit zwölf Lesungen, an denen wir arbeiten, soll bei den Vespern die Antiphon Sancta Dei Genitrix und bei den Laudes Beata Mater gesagt werden. An Samstagen, Sonntagen und Festtagen, an denen wir nicht arbeiten, soll bei beiden Vespern Sancta Maria succurre und bei den Laudes Beata Dei Genitrix, der Vers Ave Maria und das Gebet Concede nos famulos gesprochen werden. Während des Advents wird das Gebet Deus qui de beatae Mariae gesagt, aber die Verse und Antiphonen ändern sich nicht. Es sei auch bekannt, dass an jedem Tag, an dem die Gedenkfeier der seligen Maria bei den Laudes gefeiert wird, auch bei der Messe das Gebet gesprochen wird, mit Ausnahme der drei Vigilien von Pfingsten, Mariä Himmelfahrt und Allerheiligen. Ebenso sei bekannt, dass an jedem Tag, an dem eine tägliche Messe für Verstorbene gesungen wird, auch eine Messe zu Ehren der heiligen Maria gesungen wird. Am Tag von Weihnachten, Ostern und Pfingsten wird der Wochendienst derselben Messe das Fest feiern und das Gebet zu Ehren der heiligen Maria sprechen. Während des Advents, an allen Festen der heiligen Maria und während der Oktav von Mariä Himmelfahrt wird dieselbe Messe, die im Konvent gesungen wird, auch privat gesprochen.
3.1
– Anniversare für Äbte
Anniversaria dies abbatum defunctorum singulis annis in capitulis suis pronunciabitur, et pro eis oratio iniungetur.
Das Jahrgedächtnis der verstorbenen Äbte wird jedes Jahr in ihren Kapiteln verkündet, und es wird ein Gebet für sie aufgetragen.
3.1
– Messe für die Verstorbenen
Ad missam cotidianam pro defunctis, si praesens defunctus fuerit, collecta, Omnipotens sempiterne Deus, pro eo secunda dicatur.
Bei der täglichen Messe für die Verstorbenen, wenn ein Verstorbener anwesend ist, soll das Gebet Omnipotens sempiterne Deus für ihn als zweites gesprochen werden.
3.1
– Erheben der Hostie
Quando campana pulsatur in elevatione hostiae salutis, omnis petat veniam, praeter eos qui sunt in dormitorio.
Wenn die Glocke beim Erheben der Hostie des Heils geläutet wird, sollen alle um Verzeihung bitten, außer denen, die sich im Schlafsaal befinden.
3.1
– Ausnahmen
Quando in crastinum nihil agetur de dominica Remanente de IIII dominicis ultimis quae de XX et VIII supersunt quia non habent propria officia, nullum legendum est.
Wenn am folgenden Tag nichts vom Sonntag gefeiert wird — nämlich an den vier letzten Sonntagen des achtundzwanzigtägigen Zyklus, die kein eigenes Offizium haben —, soll nichts gelesen werden.andere VarianteWenn der morgige Tag ein gewöhnlicher Sonntag ohne eigenes Offizium ist — einer der vier Sonntage des 28‑Tage‑Zyklus —, dann wird am Vorabend keine Lesung gehalten.
3.1
– Änderung der Reihenfolge
In vigiliis Pasche et Pentecostes in primo loco pronuntietur officium de nona.
An den Vigilien von Ostern und Pfingsten soll zuerst das Stundengebet von der Non verkündet werden.
3.1
– Anstimmen im Stundengebet
Qui ex indulgentia sedet in choro antiphonam aut psalmum imponat in ordine quem ei ex indulgentia competit, non autem quo ad conversionem venit.
Derjenige, der aufgrund eines Gnadenerweises im Chor sitzt, soll die Antiphon oder den Psalm in der Reihenfolge anstimmen, die ihm gemäß dieses Gnadenerweises zusteht, nicht jedoch in der Reihenfolge, die ihm bei seinem Eintritt in den Orden zugewiesen wurde.
3.1
– Verhalten außerhalb
In antiphona Clementissime Domine, ad: Domine miserere super peccatore petat conventus veniam super genua. Si autem in luteo loco steterit, super articulos tantum inclinet.
Bei der Antiphon Clementissime Domine, bei den Worten Domine miserere super peccatore soll der Konvent auf Knien um Vergebung bitten. Wenn sie jedoch an einem schlammigen Ort stehen, sollen sie nur die Knie neigen.
3.1
– Präzisierung des Ablaufes
Pro pace Ecclesiae dicant monachi singulis diebus psalmum Deus misereatur. Ad Gloria Patri flectant genua, deinde Kyrie eleison, Christe eleison, Kyrie eleison, Pater noster, Fiat Pax in virtute, Et abundantia, Domine exaudi orationem, Et clamor, Oremus, Ecclesiae tuae Deus preces placatus admitte ut destructis adversitatibus universis secura tibi serviat libertate. Per Dominum. Hoc ipsum dicant qui in via sunt. Ad omnes vero missas, praeter ad maiorem in festis diebus, dicatur: Ecclesiae tuae Deus, et veniam petant omnes; laici dicant Pater noster, et Miserere. Et hoc tamdiu fiat donec Deus pacem restituat.
Für den Frieden der Kirche sollen die Mönche täglich den Psalm Deus misereatur rezitieren. Beim Gloria Patri sollen sie die Knie beugen, danach Kyrie eleison, Christe eleison, Kyrie eleison, Pater noster, Fiat Pax in virtute, Et abundantia, Domine exaudi orationem, Et clamor, Oremus, Ecclesiae tuae Deus preces placatus admitte, ut destructis adversitatibus universis secura tibi serviat libertate. Per Dominum. Dies sollen auch jene sagen, die unterwegs sind. Bei allen Messen, außer der Hauptmesse an Festtagen, soll gesagt werden: Ecclesiae tuae Deus, und alle sollen eine venia machen; die Laien sollen das Pater noster und das Miserere sprechen. Dies soll so lange geschehen, bis Gott den Frieden wiederherstellt.
3.1
– Besonderheiten bei Messen mit Bischöfen
Quando aliquis episcopus in ecclesia nostra missam celebrat, monachi nostri non induant cappas vel dalmaticas.
Wenn ein Bischof in unserer Kirche die Messe feiert, sollen unsere Mönche keine cappas oder Dalmatiken tragen.
3.1
– Verbot der Weitergabe von Aufträgen
Veniam petat in capitulo qui lectionem, vel responsorium, aut Venite alii iniungit, si tamen extra chorum non est.
Wer eine Lesung, ein Responsorium oder das Venite einem anderen aufträgt, soll im Kapitel um Vergebung bitten, sofern dies außerhalb des Chores geschah.
3.1
– Ablauf draußen
In Antiphona Clementissime Domine ad finem super peccatore, veniam petant omnes. Si lutum prohibet, inclinent, ut manibus terram tangant.
In der Antiphon Clementissime Domine, am Ende, sollen alle für den Sünder um Vergebung bitten. Wenn der Schlamm es verhindert, sollen sie sich beugen, sodass sie mit den Händen die Erde berühren.
3.1
– private Messen
Extra conventum, qui privatim cantant primam, si pro tempore terrae prosternantur, finita Prima subsequente Preciosa, non se erigant donec dicatur Et ne nos … Respice Domine.
Außerhalb des Konvents, wenn sie die Prima privat singen, sollen diejenigen, die sich zur Erde niederwerfen, nach Beendigung der Prima und nach dem Preciosa nicht aufstehen, bis Et ne nos und Respice Domine gesagt wurden.
3.1
– private Vigilien
Ad vigilias privatas stent fratres dum brevis lectio pronuntiatur.
Bei privaten Vigilien sollen die Brüder stehen, solange die kurze Lesung vorgetragen wird.
3.1
– Ablauf Stundengebet
Incipiente cantore antiphonam post finem psalmorum, sive gradalia aut Alleluia, non expectabit conventus usquedum una dictio finiatur.
Wenn der Kantor die Antiphon nach dem Ende der Psalmen anstimmt, sei es Graduale oder Alleluia, soll der Konvent nicht warten, bis das Ganze beendet ist.
3.1
– Reihenfolge
Quando hystoria Domine ne in ira dominica infra octavas epiphanie vel in octavis eiusdem propter instantem LXX [septuagesimam] canitur, non iccirco (sic) in sabbato ad vesperas super psalmos dicende sunt antiphone Custodit Dominus et cetere, sed Videntes stellam et cetere. Capitulum debet esse Benedictus Deus, Responsorium Deus qui sedes, Himnus Deus creator, Versus Vespertina oratio, ad Magnificat antiphona Fratres confortamini. Collecta Omnipotens Deus qui celestia. Post quas vesperas fiet commernoratio de octavis hoc modo: infra octavas antiphona Ab Oriente; in octavis antiphona Baptizat miles. Hymni ad hystoriam pertinentes tam per diem quam per noctem dicantur, ad cantica et in laudibus et ad horas diei Alleluia dicatur. In laudibus iterum ita fiet commemoratio de octavis: Infra octavas antiphona Magi viderunt. In octavis antiphona Precursor Johannes. Missa matutinalis erit de octavis et maior de dominica. Item ad vesperas in die commemoratio de octavis, antiphona Fontes aquarum. Infra octavas antiphona Ab Oriente.
Wenn die Historia Domine, ne in ira während der Oktav von Epiphanie oder in den Oktaven selbst aufgrund der bevorstehenden Septuagesima gesungen wird, sollen nicht deswegen am Samstag in der Vesper die Antiphonen Custodit Dominus und die anderen über die Psalmen gesungen werden, sondern Videntes stellam und die anderen. Das Kapitel soll Benedictus Deus sein, das Responsorium Deus qui sedes, der Hymnus Deus creator, der Vers Vespertina oratio, und zur Magnificat-Antiphon Fratres confortamini. Das Kollektengebet lautet: Omnipotens Deus qui celestia. Nach dieser Vesper soll die Gedenkfeier der Oktav wie folgt erfolgen: innerhalb der Oktav die Antiphon Ab Oriente; während der Oktav die Antiphon Baptizat miles. Die Hymnen, die zur Historia gehören, sollen sowohl tagsüber als auch nachts gesungen werden, und beim Kantikum, in den Laudes und in den Tageszeiten soll Alleluia gesungen werden. In den Laudes soll die Gedenkfeier der Oktav wie folgt erfolgen: innerhalb der Oktav die Antiphon Magi viderunt, während der Oktav die Antiphon Precursor Johannes. Die Frühmesse wird von den Oktaven sein, die Hauptmesse von der Sonntag. Ebenso wird bei der Vesper des Tages die Gedenkfeier der Oktav gehalten, die Antiphon Fontes aquarum. Innerhalb der Oktav wird die Antiphon Ab Oriente gesungen.
3.1
– Reihenfolge
Quando necessitate cogente ystoria In Principio Deus dominica infra octavas Assumpcionis beate Marie in octavis sancti Laurentii videlicet canitur, non ideo ad vesperas super psalmos dicenda est antiphona Custodit Dominus et cetere, sed Ecce tu pulchva es, et cetera. Capitulum debet esse Benedictus Deus, Responsorium Initium sapientie, Hymnus Deus creator et cetera que ad hystoriam pertinent. Post quas vesperas fiet in primis commemoratio de octavis sancte Marie antiphona Ascendit Christus, deinde commemoratio de octavis sancti Laurentii et post de sancto Mamete. Hymni tam per diem quam per noctem ad istoriam pertinentes dicantur. In laudibus commemoratio de octavis beate Marie antiphona Salve Regina deinde de sancto Laurentio, post de sancto Mamete. Missa matutinalis erit de dominica nisi defunctus presens aderit, et maior de octavis sancte Marie. Hore diei et vespere plenarie agantur de dominica. Item ad vesperas commemoratio de octavis beate Marie antiphona Tota Pulchra es.
Wenn die Historia In Principio Deus aus zwingendem Grund während der Oktav der Himmelfahrt Mariens oder in den Oktaven des heiligen Laurentius gesungen wird, soll deswegen in der Vesper nicht die Antiphon Custodit Dominus und die anderen über die Psalmen gesungen werden, sondern Ecce tu pulchra es und die anderen. Das Kapitel soll Benedictus Deus sein, das Responsorium Initium sapientiae, der Hymnus Deus creator und die anderen, die zur Historia gehören. Nach dieser Vesper wird zuerst die Gedenkfeier der Oktav der heiligen Maria mit der Antiphon Ascendit Christus gefeiert, dann die Gedenkfeier der Oktav des heiligen Laurentius und schließlich die des heiligen Mametes. Die Hymnen, die zur Historia gehören, sollen sowohl tagsüber als auch nachts gesungen werden. In den Laudes wird die Gedenkfeier der Oktav der heiligen Maria mit der Antiphon Salve Regina begangen, dann folgt die Gedenkfeier des heiligen Laurentius und schließlich des heiligen Mametes. Die Frühmesse wird von der Sonntag sein, es sei denn, ein Verstorbener ist anwesend, und die Hauptmesse wird von den Oktaven der heiligen Maria sein. Die Stunden des Tages und die Vesper werden vollständig vom Sonntag gehalten. Ebenso wird bei der Vesper die Gedenkfeier der Oktav der heiligen Maria mit der Antiphon Tota pulchra es gefeiert.
3.1
Solemnia anniversaria stando praeter quatuor generalia nulla fiant, excepto a regis Ludovici, de quo concessum est, ut stando fiat tantummodo ibi, ubi sepultus est.
Keine jährlichen Gedenkfeiern sollen stehend gehalten werden, außer den vier allgemeinen, mit Ausnahme der Gedenkfeier für König Ludwig, für die zugestanden wurde, dass sie stehend nur dort abgehalten wird, wo er begraben ist.
3.2
– Marienmesse
Ad missam B. Mariae tam privatim quam in qonventu cantore incipiente Salve sancta parens, omnes qui affuerint tam in choro quam extra chorum, praeter sacerdotem et ministros in albis indutos, petant veniam, semel videlicet ante versum, et privatis quidem diebus super genua, festis vero super articulos. Similiter et ad commemorationes quae fiunt singulis diebus ad laudes et ad vesperas, quando, antiphonae inchoantur, ubicumque cantaverint, nisi gravis infirmitas obstiterit, vel in via directi fuerint.
Bei der Messe zu Ehren der seligen Maria, sowohl privat als auch im Konvent, sollen alle Anwesenden, sowohl im Chor als auch außerhalb des Chors, wenn der Kantor das Salve sancta parens anstimmt, außer dem Priester und den in Alben gekleideten Ministranten, um Verzeihung bitten, und zwar einmal vor dem Vers. An gewöhnlichen Tagen soll dies auf den Knien geschehen, an Festtagen auf den Zehenspitzen. Dies gilt auch für die täglichen Gedenkfeiern bei den Laudes und Vespern, wenn die Antiphonen beginnen, überall dort, wo sie gesungen werden, es sei denn, eine schwere Krankheit hindert oder sie sind auf Reisen.
3.2
– Anniversar für Bernhard von Clairvaux (1174 Heiligsprechung)
Conceditur Claravallensibus anniversarium domini Bernardi celebrare, ita tamen ut abbates antiphonas non incipiant.
Es wird den Mönchen von Clairvaux gestattet, das Jahresgedächtnis des Herrn Bernhard zu feiern, jedoch dürfen die Äbte keine Antiphonen anstimmen. (Das bezieht sich wohl auf die gesamte Filiation.)
3.3
– Verbot der Abnahme von Beichten
Visitatores non audiant confessiones nisi patres abbates fuerint.
Visitatoren sollen keine Beichten hören, es sei denn, sie sind Äbte.
3.3
– Verbot der Beichte
Visitatores nisi patres illarum domorum quas visitant fuerint, confessiones non recipiant.
Visitatoren, sofern sie nicht die Väter der Häuser sind, die sie besuchen, sollen keine Beichten empfangen.
3.3
Forma visitationum que modo in Capitulo proposita est ubique teneatur et in Usibus scribatur, et visitatores si habere potuerint hoc anno deferant eam secum ad faciendas visitationes ut a ceteris transcribatur.
Die Form der Visitationen, die jetzt im Kapitel vorgeschlagen wurde, soll überall eingehalten und in die Gebräuche (Statuten) eingetragen werden. Die Visitatoren sollen, wenn möglich, sie in diesem Jahr mitnehmen, um die Visitationen durchzuführen, damit andere sie abschreiben können.
3.3
Patres abbates, vel qui pro eis visitant, abbatibus non imponant publicas paenitentias, quia hoc solius Capituli generalis est.
Die Vateräbte oder diejenigen, die in ihrem Namen visitieren, sollen den Äbten keine öffentlichen Bußen auferlegen, denn dies ist ausschließlich Sache des Generalkapitels.
3.8
– Beachtung des Schweigegebots
De poena loquentium ad mensam. Omni tempore secundum Regulae praeceptum decet monachum silentio studere, sed maxime nocturnis horis et ad mensam. Eapropter ordinamus ne monachus sive conversus ad mensam loquatur, nisi forte in via constitutus si non habuerit qui signa sua intelligat, singula verba dicendo ut aquam, panem et vinum, et cetera comestioni tantum necessaria breviter et silenter requirat. Qui vero aliter fecerit, in ipsa refectione vino abstineat. Quod si vinum non habuerit, uno pulmento si duo habuerit careat.
Über die Strafe für diejenigen, die bei Tisch sprechen.Zu jeder Zeit, gemäß dem Gebot der Regel, ist es für den Mönch angebracht, sich dem Schweigen zu widmen, besonders aber in den Nachtstunden und bei Tisch. Daher ordnen wir an, dass kein Mönch oder Laienbruder bei Tisch sprechen soll, außer wenn er sich auf einer Reise befindet und niemand da ist, der seine Zeichen versteht. In diesem Fall soll er nur einzelne Worte sagen, um das Nötigste für die Mahlzeit kurz und leise zu erbitten, wie Wasser, Brot und Wein. Wer aber anders handelt, soll bei dieser Mahlzeit auf Wein verzichten. Falls es keinen Wein gibt, soll er auf eines der Gerichte verzichten, wenn zwei vorhanden sind.
3.8
– Schweigegebot
Loquentes ad mensam ubi ubi, aut vinum in taberna vendentes, sententia quae olim de talibus lata est puniantur.
Diejenigen, die bei Tisch sprechen, wo auch immer dies geschieht, oder Wein in einer Taverne verkaufen, sollen nach den früher gefassten Urteilen über solche Fälle bestraft werden.
3.8
– Sprechen in der Kirche
Monachus vel conversus cum necesse fuerit ipsum loqui in ecclesia, si praesens fuerit episcopus, petat ab eo licentiam; sin autem, licentia abbatis sui vel prioris hoc faciat.
Ein Mönch oder Laienbruder soll, wenn es notwendig ist, in der Kirche zu sprechen, den Bischof um Erlaubnis bitten, falls dieser anwesend ist; wenn nicht, soll er dies mit Erlaubnis seines Abtes oder Priors tun.
3.8
– Sprechverbot
Qui ante vesperas vel post de abbatia ad loquendum exierit, et eadem die reversurus ad collationem non venerit, tribus diebus sit in pane et aqua.
Wer vor oder nach der Vesper die Abtei verlässt, um zu sprechen, und am selben Tag nicht zur Lesung zurückkehrt, soll drei Tage nur Brot und Wasser zu sich nehmen.
3.8
– Aufenthalt in Grangien
De diutius habitare in grangiis, quia multae sunt necessitates et certa diffinitio dari non potest, super conscientias abbatum relinquitur ut provideant secundum formam Ordinis ne scandalum oriatur, vel in sua domo vel in vicinis, alioquin a vicinis proclamati dure corripiantur.
Bezüglich des längeren Aufenthalts in den Grangien: Da es viele Bedürfnisse gibt und keine feste Regel festgelegt werden kann, wird es dem Gewissen der Äbte überlassen, dass sie nach der Ordnung des Ordens dafür sorgen, dass kein Ärgernis entsteht, weder in ihrem eigenen Haus noch bei den Nachbarn; andernfalls, wenn sie von den Nachbarn angeklagt werden, sollen sie streng zurechtgewiesen werden.
3.8
– Regelung zur Erntezeit
Tempore messionis et secationis, cum conventus foris comedit, illi qui in refectorio comedunt, semper in ecclesia gratias referant, praeter servitores. Ipso tempore, missa mane cantata, si pluit, licet monachis esse in lectione et missas celebrare.
Zur Zeit der Ernte und des Schnitts, wenn der Konvent draußen isst, sollen jene, die im Refektorium essen, immer in der Kirche Dank sagen, außer die Diener. In dieser Zeit, wenn die Messe morgens gesungen wird und es regnet, ist es den Mönchen erlaubt, in der Lesung zu verweilen und Messen zu feiern.
3.8
– Mönche am Tisch des Abtes
Ad mensam abbatis duo monachi ducuntur, nisi forte rarissime pro certa causa aliqua addatur tertius.
An den Tisch des Abtes werden zwei Mönche geführt, es sei denn, in sehr seltenen Fällen wird aus einem bestimmten Grund ein dritter hinzugefügt.
3.8
– Beschränkung der Arbeit auf den Grangien
Pro ovibus tondendis, pro vindemiis, vel pro laboribus quibuscumque non licet aliquem conventum monachorum mittere ad grangias, nisi pro frugibus colligendis.
Für das Scheren der Schafe, die Weinlese oder andere Arbeiten ist es nicht erlaubt, den Konvent der Mönche zu den Grangien zu schicken, außer um die Ernte einzubringen.
3.8
– Mönche am Tisch des Abtes
Qui vocantur ad mensam abbatis, si forte pro aliqua causa redire contigerit, non eis imputatur quod versum perdiderint.
Diejenigen, die an den Tisch des Abtes gerufen werden, und wenn sie aus irgendeinem Grund zurückkehren müssen, wird ihnen nicht angelastet, dass sie den (Eröffnungs)-Vers verpasst haben.
3.8
– Regelung zum Beginn der Mahlzeit
Infirmarius ex quo ire coepit ad refectionem, non revertatur quamvis ante versum occurere non possit, sed versum perdat.
Der Infirmar, sobald er zur Mahlzeit geht, soll nicht zurückkehren, selbst wenn er den Vers nicht rechtzeitig erreicht, sondern den Vers auslassen.
3.8
– Essen-Anordnung
Diebus quibus bis comedimus, quisquis superveniens post nonam comederit; nihilominus cum conventu ad coenam ad mensam accedat et si voluerit comedat.
An Tagen, an denen wir zweimal essen, soll jeder, der nach der Non kommt und isst, dennoch zum Abendessen mit dem Konvent an den Tisch treten und, wenn er möchte, essen.
3.8
In quibusdam domibus passim et nimis facile dantur carnes. Eapropter monemus ut in hoc abbates conscientius provideant firmiterque authoritatem regule observent, que tantum infirmis omninoque debilibus carnes indulget.
In einigen Häusern werden Fleischspeisen allzu oft und zu leichtfertig ausgegeben. Daher mahnen wir die Äbte, in dieser Angelegenheit nach ihrem Gewissen vorzugehen und die Autorität der Regel strikt zu beachten, die Fleisch nur den Kranken und Schwachen erlaubt.
3.9
– Kontrolle der Finanzen
In prima die Capituli post recitationem brevium, et absolutionem defunctorum, dicatur Adiutorium nostrum, et omnes monachi, praeter priores qui loco abbatum fuerint, exeant ad tenendum ordinem suum. Idem fiat aliis diebus post expositionem regulae.
Am ersten Tag des Kapitels, nach der Verlesung der Berichte und der Lossprechung der Verstorbenen, wird das Adiutorium nostrum gesagt, und alle Mönche, außer den Prioren, die anstelle der Äbte anwesend sind, sollen hinausgehen, um ihre Ordnung einzuhalten. Dasselbe soll an den anderen Tagen nach der Auslegung der Regel geschehen.
3.9
– Aderlass
Monachus vel conversus non debet minui extra abbatiam nostri ordinis.
Ein Mönch oder Laienbruder darf außerhalb einer Abtei unseres Ordens nicht zur Ader gelassen werden.
3.9
– Sitzordnung im Refektorium
Quod si subprior iam resederit, ingrediatur, tamen ut ceteri monachi, et retrahente se paululum subpriore ad nolam sedeat, et suum deinceps officium exsequatur; simili modo ad capitulum et ad collationem.
Wenn der Subprior bereits Platz genommen hat, soll er trotzdem wie die anderen Mönche eintreten und, nachdem er sich ein wenig zurückgezogen hat, an der Glocke Platz nehmen und dann seine Aufgaben weiter ausführen; ebenso soll er es im Kapitel und bei den Besprechungen tun.
3.9
– Anweisung an Priore
De cetero presente et absente abbate, intus et deforis, pro voluntate abbatis omnino se agat, sic tamen quod locum in ecclesia nunquam occupabit.
Ob der Abt anwesend oder abwesend ist, drinnen oder draußen, soll er sich immer nach dem Willen des Abtes richten, jedoch ohne jemals einen Platz in der Kirche einzunehmen.
3.9
– Verspätung im Stundengebet
Si non occurrerit abbas ad Gloriam, satisfaciat ad gradum ut monachus, excepto quod sine alicuius licentia, mox post satisfactionem recedat in sedem suam, nisi alius abbas in choro affuerit.
Wenn ein Abt nicht rechtzeitig zum Gloria erscheint, soll er wie ein Mönch an der Stufe Buße tun, außer dass er ohne Erlaubnis eines anderen nach der Buße sofort zu seinem Platz zurückkehren darf, es sei denn, ein anderer Abt ist im Chor anwesend.
3.9
– Kommunion
Illis diebus quibus communicaturi sunt monachi, possunt ad privatas missas ministri communicare. Licet etiam abbati monachos, novitios, prout expedire iudicaverit, dividere per altaria ad communicandum.
An den Tagen, an denen die Mönche die Kommunion empfangen, dürfen die Ministranten bei privaten Messen die Kommunion empfangen. Es ist auch dem Abt erlaubt, die Mönche und Novizen, je nach seinem Ermessen, auf die Altäre zu verteilen, um die Kommunion zu empfangen.
3.9
– Kommunion
Singulis mensibus communicent, nisi quem abbas certa de causa crebrius vel rarius accedere iudicaverit.
Sie sollen jeden Monat kommunizieren, es sei denn, der Abt entscheidet aus einem bestimmten Grund, dass jemand häufiger oder seltener zur Kommunion gehen soll.
3.9
– Sprechen bei Tisch
De poena loquentium ad mensam. Omni tempore secundum Regulae praeceptum decet monachum silentio studere, sed maxime nocturnis horis et ad mensam. Eapropter ordinamus ne monachus sive conversus ad mensam loquatur, nisi forte in via constitutus si non habuerit qui signa sua intelligat, singula verba dicendo ut aquam, panem et vinum, et cetera comestioni tantum necessaria breviter et silenter requirat. Qui vero aliter fecerit, in ipsa refectione vino abstineat. Quod si vinum non habuerit, uno pulmento si duo habuerit careat.
Über die Strafe für diejenigen, die bei Tisch sprechen.Zu jeder Zeit, gemäß dem Gebot der Regel, ist es für den Mönch angebracht, sich dem Schweigen zu widmen, besonders aber in den Nachtstunden und bei Tisch. Daher ordnen wir an, dass kein Mönch oder Laienbruder bei Tisch sprechen soll, außer wenn er sich auf einer Reise befindet und niemand da ist, der seine Zeichen versteht. In diesem Fall soll er nur einzelne Worte sagen, um das Nötigste für die Mahlzeit kurz und leise zu erbitten, wie Wasser, Brot und Wein. Wer aber anders handelt, soll bei dieser Mahlzeit auf Wein verzichten. Falls es keinen Wein gibt, soll er auf eines der Gerichte verzichten, wenn zwei vorhanden sind.
3.9
– Aderlass
Nullus prior in minutione convocet multitudinem monacho.
Kein Prior soll beim Aderlass eine große Anzahl von Mönchen versammeln.
3.9
– Fleischverbot auch in fremden Klöstern
Qui in domibus nigrorum monachorum scienter sagimen comederint, septem sextis feriis in pane et aqua ieiunabunt.
Wer wissentlich in den Häusern der schwarzen Mönche Speck isst, soll an sieben aufeinanderfolgenden Freitagen nur Brot und Wasser fasten.
3.9
– Köche des Abtes
Coquus abbatis et qui vocantur ad mensam eius, si in refectorium redeunt, non perdunt versum.
Der Koch des Abtes und diejenigen, die zu seinem Tisch gerufen werden, verlieren nicht den Vers, wenn sie in das Refektorium zurückkehren.
3.9
– Betreten des Chores
Nemo intret in chorum ad laudes XII lectionum.
Niemand soll zur Laudes mit zwölf Lesungen den Chor betreten.
3.9
– Fleischverzicht am Samstag
Sabbato infirmi a carnibus abstineant, exceptis his qui tanta ac tali invalitudine laborant, ut aliud quid gustare non possint.
Am Samstag sollen die Kranken auf Fleisch verzichten, außer diejenigen, die an einer so schweren Krankheit leiden, dass sie nichts anderes zu sich nehmen können.
3.9
– Verbot bestimmter Arbeiten in den Grangien
Pro ovibus tondendis aut pro vindemiis non eant monachi ad grangias.
Die Mönche sollen weder zum Scheren der Schafe noch zur Weinlese in die Grangien gehen.
3.9
– Mönche als Gäste des Abtes
Monachi vocati ad mensam abbatis si hospitibus supervenientibus revertuntur in refectorium, non amittant versum.
Wenn Mönche, die zum Tisch des Abtes gerufen wurden, aufgrund der Ankunft von Gästen ins Refektorium zurückkehren, sollen sie den Vers nicht verlieren.
3.9
– Regelung zur collatio
Laici et novicii non legant ad collationem.
Laien und Novizen sollen keine Lesung während der Kollation halten.
3.9
– Mittagessen in der Grangie
Monachi vel conversi qui ad grangias pergunt ea die reddituri ad grangiam prandeant.
Mönche oder Konversen, die an diesem Tag zu den Grangien gehen, um ihre Aufgaben zu erfüllen, sollen in der Grangie ihr Mittagessen einnehmen.
3.9
– Mixtum für Kranke
Minuti in aestate post evangelium mixtum sumant, quando conventus ieiunat.
Schwache (zur Ader gelassene) Mönche sollen im Sommer nach dem Evangelium ein mixtum zu sich nehmen, wenn der Konvent fastet.
3.9
– Pitanzen bei mehreren Äbten
Ubi plures abbates fuerint, unus solus loquatur et ille pitantias mittat non alii.
Wenn mehrere Äbte anwesend sind, soll nur einer sprechen, und dieser soll die Pitanzen verteilen, nicht die anderen.
3.9
– Priester als Diakon
Quando sacerdos ministrat vice diaconi, stola non sicut diaconi sed circa collum utatur.
Wenn ein Priester in der Funktion eines Diakons dient, soll er die Stola nicht wie ein Diakon, sondern um den Hals tragen.
3.9
– Predigt
Praecipua festa intelligenda sunt in quibus habetur sermo in capitulo.
Die wichtigsten Feste sind jene, an denen im Kapitel eine Predigt gehalten wird.
3.9
– Erlaubnis zum Essen in Grangien
Temporibus quibus prandetur, licet monachis etiam non accepta licentia prandere in grangiis eiusdem domus.
Zu den Zeiten, in denen Mahlzeiten eingenommen werden, ist es den Mönchen erlaubt, auch ohne besondere Erlaubnis in den Grangien desselben Hauses zu speisen.
3.9
– Vorschriften zum Essen
Cum ex regulae auctoritate duobus pulmentis coctis debeamus esse contenti, et ipsa propter diversorum infirmitates concedantur, ut qui ex uno non possit, ex alio reficiatur; honestum satis est et consentaneum rationi, ut occasione abbatum vel hospitum, si forte supervenerint, modum non transgrediamur; sed sicut ait B. Benedictus, servata in omnibus parcitate vivamus. Statuimus itaque ut nulli abbati vel monacho, vel converso ordinis nostri, vel in refectorio, vel in hospitio, vel in grangia, vel ubicumque nos nobis escas ministramus, amplius quam tria pulmentaria demus; sed neque hospitibus aliis, nisi forte adsit aliquis episcoporum vel principum. In refectorio tamen, si conventus vel servitores comedunt, licet abbati vel fratri hospiti quartum apponi pulmentum, si iussum fuerit, propter distributionem simul comedentium. Et sciendum quod flatones et pastillos, vel caseum si non est in pulmento, pro pulmentis intelligamus. Butyrum vel poma quaelibet, aut herbae crudae in hoc numero non computantur. Infirmis hospitibus vel fratribus in infirmitorio non tenebitur lex ista. Si quis vero transgressus fuerit hanc constitutionem, si monachus est, una die sit in levi culpa, si conversus, una die in pane et aqua.
Da wir gemäß der Regel mit zwei gekochten Speisen zufrieden sein sollen und diese wegen der Schwächen verschiedener Personen gewährt werden, damit diejenigen, die das eine nicht essen können, sich vom anderen stärken können, ist es angemessen und vernünftig, dass wir bei Besuchen von Äbten oder Gästen nicht die Menge überschreiten. Wie der heilige Benedikt sagt, sollen wir in allem Mäßigung wahren. Wir legen daher fest, dass keinem Abt, Mönch oder Laienbruder unseres Ordens, sei es im Refektorium, im Gästehaus, auf der Grangie oder überall dort, wo wir Speisen servieren, mehr als drei Gerichte gegeben werden; und auch den anderen Gästen nicht, es sei denn, es ist ein Bischof oder Fürst anwesend. Im Refektorium jedoch, wenn der Konvent oder die Diener essen, darf einem Abt oder einem Gastbruder ein viertes Gericht aufgetragen werden, wenn dies befohlen wird, um die Mahlzeiten der Mitessenden zu verteilen. Es ist zu beachten, dass Fladen und Pasteten sowie Käse, sofern er nicht in einem Gericht enthalten ist, als Gerichte gezählt werden. Butter, Obst oder rohe Kräuter werden jedoch in dieser Zahl nicht berücksichtigt. Diese Regel gilt nicht für kranke Gäste oder Brüder im Krankentrakt. Wenn jemand gegen diese Vorschrift verstößt, soll er, falls er ein Mönch ist, für einen Tag in leichter Schuld sein, und wenn er ein Konverse ist, soll er einen Tag nur Brot und Wasser essen.
3.9
– Pitanz
De pitantiis antiquus ordo servetur, ut nullo die expetantur, neque fiant nisi ad arbitrium abbatis, nec per abbatem continuentur tribus diebus. Nullus praeter abbatem ipsius loci et patrem abbatem, pitantias in grangiis faciat generales. Magister conversus vel hospitalis qui pitantiam fecerit generalem absque praecepto abbatis sui, per annum pitantia careat. Solitam pitantiam faciat hospiti, quae possit distribui duobus fratribus secundum ordinem. Prior, cellerarius, et magister conversorum similiter in grangiis non faciant generales pitantias.
In Bezug auf das Essen von Pitanzien soll die alte Ordnung beibehalten werden: Sie sollen an keinem Tag verlangt und nur nach Ermessen des Abtes gewährt werden. Sie sollen nicht länger als drei Tage hintereinander fortgeführt werden. Niemand außer dem Abt des Hauses selbst und dem Vaterabt soll in den Grangien allgemeine Pitanzien geben. Ein Konversenmeister oder Infirmar, der ohne Befehl seines Abtes eine allgemeine Pitanz gewährt, soll ein Jahr lang keine Pitanz erhalten. Den Gästen soll eine übliche Pitanz gegeben werden, die unter zwei Brüdern nach der Ordnung verteilt werden kann. Der Prior, der Cellerar und der Konversenmeister sollen ebenso in den Grangien keine allgemeinen Pitanzen geben.
3.9
– Fasten am Freitag
Abstinentia in quadragesima ita observetur, ut omni sexta feria ieiunemus in pane et aqua, nisi forte sexta feria vel sabbato XII lectionum festivitas evenerit.
Die Enthaltsamkeit während der Fastenzeit soll so beachtet werden, dass wir an jedem Freitag nur Brot und Wasser zu uns nehmen, außer wenn ein Fest mit zwölf Lesungen auf einen Freitag oder Samstag fällt.
3.9
– Almosen
Eleemosynas Capitulo deferendas nullus quaerat, nulli dentur, sed omnium usibus, quibus missae fuerint, reserventur, aut dividantur.
Niemand soll Almosen für das Kapitel suchen oder geben, sondern diese sollen für die Zwecke zurückbehalten oder verteilt werden, für die sie vorgesehen waren.
3.9
– Fasten am Mittwoch und Freitag
De ieiuniis quartae et sextae feriae in aestate sicut in regula cofitinetur, et sicut hucusque actum est, teneatur.
Das Fasten am Mittwoch und Freitag im Sommer soll wie in der Regel beibehalten werden und wie es bisher gehandhabt wurde.
3.9
– Mönche am Tisch des Abtes
Ad mensam abbatis duo monachi ducuntur, nisi forte rarissime pro certa causa aliqua addatur tertius.
An den Tisch des Abtes werden zwei Mönche geführt, es sei denn, in sehr seltenen Fällen wird aus einem bestimmten Grund ein dritter hinzugefügt.
3.9
– Essen für Kranke
Minuti in aestate post missam comedant, quando conventus ieiunat. In hyeme similiter, in festis, cum conventus est in lectione.
Die zur Ader gelassenen Mönche sollen im Sommer nach der Messe essen, wenn der Konvent fastet. Im Winter ebenso, an Festtagen, wenn der Konvent bei der Lesung ist.
3.9
– Pitanz
Monachis propriis vel conversis de via revertentibus, non dabitur a Cellerario pitantia sine licentia.
Mönchen oder Konversen, die von einer Reise zurückkehren, soll vom Cellerar keine Pitanz gegeben werden, ohne Genehmigung.
4.0
– Anrede der Amtsträger
Prior et subprior et alii obedientiales tam ab abbatibus quam a monachis, nominibus suis, sed non puris vocantur.
Der Prior, der Subprior und andere Amtsträger werden sowohl von den Äbten als auch von den Mönchen mit ihren Titeln, jedoch nicht nur mit ihren reinen Namen, angesprochen.
4.0
– Licht im Oratorium
De lumine oratorii.Lampadem tam die quam nocte iugiter ardentem in oratorio, qui voluerit et potuerit, habeat.
Über das Licht im Oratorium.Wer möchte und kann, soll im Oratorium sowohl bei Tag als auch bei Nacht eine ständig brennende Lampe haben.
4.0
– Sprechen mit dem Abt
Prohibeantur multiloquia monachorum in adventu abbatum.
Mönche sollen bei der Ankunft des Abtes von übermäßigem Reden abgehalten werden.
4.1
– notwendige Entfernungen
Si cui locus ad abbatiam construendam oblatus fuerit, non presumat accipere, nisi prius distare a ceteris abbatiis nostri ordinis decem leucis Burgundiae pro certo cognoverit. Si tamen ibi congregatio fuerit, per assensum generalis Capituli recipi poterit.
Wenn jemandem ein Ort angeboten wird, um eine Abtei zu bauen, soll er es nicht wagen, diesen Ort anzunehmen, es sei denn, er hat sich vorher vergewissert, dass er mindestens zehn Leugen (burgundische Wegstunden) von den anderen Abteien unseres Ordens entfernt ist. Wenn dort jedoch bereits eine Gemeinschaft besteht, kann sie mit Zustimmung des Generalkapitels aufgenommen werden.
4.1
– Verbot der Errichtung weiterer Klöster
Anno ab Incarnatione Domini MCLII°, statutum est in Capitulo generali abbatum, ne ulterius alicubi construatur nova abbatia nostri ordinis, neque aliquis locus alterius religionis per subiectionem nostro ordini societur. Licet tamen alicui abbati pro aliqua incommoditate intolerabili, consilio et assensu patris abbatis, abbatiam suam ad locum magis idoneum transferre, qui tamen ab aliis abbatiis nostri ordinis ad minus decem leugis Burgundiae distet, et duabus a grangiis, Sive ille locus ad quem fit translatio alterius ante fuerit religionis, sive non; ita quod priorem locum vel omnino deserat, vel in eo grangiam faciat, si ultra dietam inter se non distent. Nulli enim licet a modo ab abbatia sua ultra communem dietam grangiam facere. Sciendum etiam quod non licet per manum fugitivi nostri ordinis aliquem locum sive ad abbatiam, sive ad grangiam faciendam recipere. Loca tamen quae ante illud generale Capitulum aedificari coeperant, concessum est, ut si ante Capitulum generale subsequentis anni honeste et secundum instituta ordinis fieri posset, in abbatiam surgerent. Quod si ante illud Capitulum convenienter, ut dictum est, accepta loca in abbatiam surgere non possent, ex tunc remota omni dispensatione dimmitterentur, nisi grangia ibi secundum Ordinem fieri posset.
Im Jahr der Menschwerdung des Herrn 1152 wurde im Generalkapitel der Äbte beschlossen, dass künftig nirgends eine neue Abtei unseres Ordens errichtet werden soll, und auch kein Ort einer anderen Religion durch Unterordnung unserem Orden zugefügt werden darf. Es ist jedoch einem Abt erlaubt, seine Abtei wegen einer unerträglichen Unannehmlichkeit mit Rat und Zustimmung des Vaterabtes an einen geeigneteren Ort zu verlegen, solange dieser Ort mindestens zehn burgundische Leugen (Wegstunden) von anderen Abteien unseres Ordens und zwei von Grangien entfernt ist. Es spielt dabei keine Rolle, ob der Ort, an den die Verlegung erfolgt, vorher einem anderen Orden angehörte oder nicht. Es ist auch erlaubt, den früheren Ort entweder ganz zu verlassen oder dort eine Grangie zu errichten, wenn sie nicht weiter als eine Tagesreise voneinander entfernt sind. Es ist jedoch niemandem gestattet, von nun an eine Grangie weiter als eine Tagesreise von seiner Abtei entfernt zu errichten. Es muss auch beachtet werden, dass es nicht erlaubt ist, durch die Hand eines Flüchtlings unseres Ordens einen Ort zur Errichtung einer Abtei oder Grangie zu übernehmen. Orte, die vor diesem Generalkapitel mit dem Bau begonnen wurden, dürfen, wenn sie vor dem Generalkapitel des folgenden Jahres ordnungsgemäß und gemäß den Statuten des Ordens fertiggestellt werden können, zu einer Abtei erhoben werden. Wenn diese Orte jedoch bis zu dem besagten Kapitel nicht wie oben beschrieben zur Abtei erhoben werden können, sollen sie ohne weitere Dispensation aufgegeben werden, es sei denn, eine Grangie kann dort nach den Regeln des Ordens errichtet werden.
4.5
– Anstrich von Kirchentüren
Portas vel ostia ecclesiae suae albo colore qui voluerit, poterit colorare.
Wer will, kann die Türen oder Tore seiner Kirche weiß streichen.
4.5
– Vorschrift für Türme
Turres lapideae ad campanas non fiant. Domus extra portam cadant.
Steinerne Türme für Glocken sollen nicht errichtet werden. Häuser außerhalb des Tores sollen abgerissen werden.
4.5
– bemalte Fenster
Vitreae depictae infra terminum duorum annorum emendentur; alioquin ex tunc abbas et prior et cellerarius omni sexta feria ieiunent in pane et aqua, donec sint emendatae.
Die bemalten Glasfenster sollen innerhalb von zwei Jahren repariert werden; andernfalls sollen von da an der Abt, der Prior und der Cellerar jeden Freitag bei Brot und Wasser fasten, bis sie repariert sind.
4.6
– Vorschriften für Kreuze
Cruces cum auro non habeantur, nec tam magnae quae congrue non portentur ad processionem, sed ad altare ponantur. Item aureae vel argenteae cruces notabilis magnitudinis non fiant.
Kreuze sollen nicht aus Gold gemacht werden, noch so groß sein, dass sie für die Prozession unpassend zu tragen sind, sondern sie sollen auf dem Altar platziert werden. Ebenso sollen keine Kreuze von bemerkenswerter Größe aus Gold oder Silber hergestellt werden.
4.6
– Gewicht der Glocken
Campanae nostri Ordinis non excedant pondus quingentarum librarum: ita ut unus pulset, et nunquam duo pulsent simul.
Die Glocken unseres Ordens dürfen nicht mehr als fünfhundert Pfund wiegen, sodass sie von einer Person geläutet werden können und niemals zwei gleichzeitig läuten.
4.6
– Verbot farbiger Glasfenster
Vitreae diversorum colorum ante prohibitionem factae, infra triennium amoveantur.
Glasfenster in verschiedenen Farben, die vor dem Verbot gemacht wurden, sollen innerhalb von drei Jahren entfernt werden.
4.7
– Seidengewand für den Abt
Prohibetur ne abbas ordinis nostri induatur cappa serica, nisi ad benedictionem suam tantum.
Es ist untersagt, dass ein Abt unseres Ordens ein seidenes Gewand trägt, außer bei seiner eigenen Weihe.
4.7
– Tragen von Handschuhen
Omnibus Ordinis nostri genus omne chyrothecarum tam de corio quam de panno interdicitur, exceptis artificibus, quibus illud genus conceditur, quod vulgo mitana dicitur.
Allen unseres Ordens ist das Tragen von Handschuhen aus Leder oder Stoff untersagt, außer den Handwerkern, denen jene Art von Handschuhen erlaubt ist, die im Volksmund mitana genannt werden.
4.7
– Kleidung von Boten
Cursores non habeant notabile vestimentum et honeste tondeantur, cultellos accutos non habeant.
Boten sollen keine auffällige Kleidung tragen und sich ordentlich die Haare schneiden lassen. Sie sollen keine scharfen Messer bei sich haben.
4.7
Caveant abbates, ne ipsi vel monachi eorum aliquando utantur casulis olosericis in monasteriis nostriS. Qui autem scienter uti praesumpserit, ea die ieiunet in pane et aqua; similiter sacrista vel alius monachus qui tale ornamentum scienter ministraverit.
Die Äbte sollen darauf achten, dass weder sie noch ihre Mönche jemals Seidenkaseln in unseren Klöstern verwenden. Wer wissentlich wagt, sie zu benutzen, soll an diesem Tag bei Brot und Wasser fasten, ebenso der Sakristan oder ein anderer Mönch, der wissentlich ein solches Gewand bereitgestellt hat.
5.0
– Eigentum des Abtes
Si quis abbatum terram aliquam habuerit, vel usuaria, vel inde aliquam habuerit conventionem, nullus aliorum quaerat eam, vel in ea usuaria sine assensu illius abbatis.
Wenn ein Abt irgendein Land besitzt, sei es Nutzland oder auf andere Weise durch eine Vereinbarung, darf keiner der anderen dieses Land beanspruchen oder es ohne die Zustimmung jenes Abtes nutzen.
5.0
– Verhalten als Gast
Cum quot monachis liceat Abbati hospiti simul loqui?Constituimus ut nullus Abbas ad aliam domum veniens, monachum de labore sine licentia retineat, nec cum pluribus simul quam cum duobus loquatur, praeter Abbates visitatores. Quos ei in auditoria, vel in locum proximum auditorio monachorum evocare liceat. Ceterum per curiam vel in infirmitorium, aut extra terminos sine Abbatis licentia vel prioris si Abbas defuerit, monachum ducere, exceptis ut diximus visitatoribus nulli liceat. Dum autem Abbas cum duobus loquitur, si tertius supervenerit, stando breviter si necesse sit loqui poterit, sed consedere etiam rogatus non presumat. Infirmis vero de infirmitorio vel cum duobus tantum vel cum singulis loqui poterit sive sit sanus sive infirmus, exceptis servitoribus qui ei deputantur si in infirmitorio fuerit, sed nullus nisi iussus vel evocatus ab eo accedere ad eum praesumat. Similiter infirmis et servitoribus eorum in infirmitorio vel iuxta, et hoc [cum] tantum duobus abbas hospes loquatur, exceptis his qui ei, si in infirmitorio fuerit, deputantur, nullus nisi iussus et evocatus ab eo ad eum praesumat accedere.
Mit wie vielen Mönchen darf der Abt als Gast gleichzeitig sprechen?Wir bestimmen, dass kein Abt, der in ein anderes Kloster kommt, einen Mönch von seiner Arbeit ohne Erlaubnis zurückhält, noch mit mehr als zwei Mönchen gleichzeitig spricht, ausgenommen sind visitierende Äbte. Diese dürfen die Mönche ins Auditorium oder in einen nahegelegenen Raum des Auditoriums rufen. Darüber hinaus ist es keinem erlaubt, einen Mönch ohne die Erlaubnis des Abtes oder, falls der Abt abwesend ist, des Priors durch den Hof oder ins Krankenzimmer oder außerhalb der Klostergrenzen zu führen, mit Ausnahme der oben genannten Besucher. Wenn der Abt mit zwei Mönchen spricht und ein Dritter hinzukommt, darf dieser, wenn notwendig, im Stehen kurz sprechen, aber selbst wenn er darum gebeten wird, soll er es nicht wagen, sich zu setzen. Mit Kranken aus dem Krankenzimmer darf der Abt entweder allein oder mit zwei anderen sprechen, egal ob er gesund oder krank ist, außer mit den Dienern, die ihm im Krankenzimmer zugeteilt sind. Niemand darf sich dem Abt nähern, es sei denn, er wird dazu aufgefordert oder gerufen. Ebenso gilt für die Kranken und ihre Diener im Krankenzimmer, dass der Abt als Gast nur mit höchstens zwei gleichzeitig spricht. Keiner darf sich nähern, es sei denn, er wurde vom Abt dazu aufgefordert oder gerufen.
5.0
– Kleidungsgebot
Prohibetur ne abbas ordinis nostri induatur cappa serica, nisi ad benedictionem suam tantum.
Es ist untersagt, dass ein Abt unseres Ordens ein seidenes Gewand trägt, außer bei seiner eigenen Weihe.
5.0
– Abt und collatio
Abbas qui perdit collationem ad gradum ibit.
Ein Abt, der die Kollation nicht hält, soll zu den Stufen gehen.
5.0
– Ordination von Äbten
Adolescentiores abbates non cito ordinentur.
Jüngere Äbte sollen nicht schnell ordiniert werden.
5.0
– Ansage des Anniversars
Anniversarius dies abbatis pronuntiandus est.
Der Jahrestag des Abtes soll angekündigt werden.
5.0
– Verbot der Ordination fremder Mönche
Nullus abbas alienum monachum de Ordine nostro faciat ordinari sine consensu abbatis sui.
Kein Abt darf einen fremden Mönch aus unserem Orden ohne die Zustimmung seines eigenen Abtes ordinieren lassen.
5.0
– Verbot der Unterstützung von Kriegen
Nullus abbas guerrientibus aliquid det vel accommodet tempore guerrae.
Kein Abt soll den Kriegführenden etwas geben oder leihen während der Zeit des Krieges.
5.0
– Kuss des Abtes
Abbati non detur osculum, nisi prius oratione facta.
Dem Abt soll erst nach einem vorher gesprochenen Gebet ein Kuss gegeben werden.
5.0
– Verkündigung des Anniversars
Abbatum nostrorum anniversarium in capitulo pronunciamus.
Wir verkünden das Jahresgedächtnis unserer Äbte im Kapitel.
5.0
– Anwesenheit zur Fastenzeit
Quicumque abbatum Ordinis nostri in adventu et quadragesima comederit vel pernoctaverit extra domos nostri Ordinis, nisi ab episcopo suo vel principe vocatus fuerit, vel causa abbatis infirmi visitandi, vel novitii benedicendi, vel abbatis ponendi, vel scandali orti in aliqua domo nostra sedandi, vel pro pace terrae perrexerit, tribus diebus ieiunet in pane et aqua.
Jeder Abt unseres Ordens, der während der Advents- oder Fastenzeit außerhalb der Häuser unseres Ordens isst oder übernachtet, es sei denn, er wurde von seinem Bischof oder einem Fürsten gerufen oder besucht einen kranken Abt, weiht einen Novizen, setzt einen Abt ein, schlichtet einen Streit in einem unserer Häuser oder reist für den Frieden des Landes, soll drei Tage nur Brot und Wasser fasten.
5.0
– Kontrolle der Schulden
De abbatibus qui domos suas nimiis obligant debitis, dictum est ut pater abbas in visitationibus inquirat statum filiae domus tam in temporalibus quam in spiritualibus, et si intellexerit debita modum excedere, vel occasionem debitorum irrationabilem, inhibeat filium abbatem et arguat secundum quod viderit expedire.
Über Äbte, die ihre Häuser mit übermäßigen Schulden belasten, wurde festgelegt, dass der Vaterabt bei den Visitationen den Zustand des Tochterhauses sowohl in weltlichen als auch in geistlichen Angelegenheiten prüfen soll. Wenn er erfährt, dass die Schulden das Maß überschreiten oder die Schulden unbegründet sind, soll er dem Abt der filia das Handeln verbieten und ihn gemäß dem, was er für notwendig hält, zurechtweisen.
5.0
– Kleidung zur Weihe
Abbati qui benedicendus est, licet indui alba et cappa.
Es ist dem Abt, der geweiht werden soll, erlaubt, ein Albe und eine cappa zu tragen.
5.1
– Wahl bei weiter Entfernung
Cum statutum sit a capitulo generali ut creationes et electiones abbatum non fiant, nisi in domibus quae vacant; tamen auctoritas Capituli generalis dispensat circa illas quae a matribus ultra XV dietas distare noscuntur: in quibus si seniores domus illius quae vacat, in patrem abbatem vota sua transtulerint, poterit illuc pater abbas abbatem dirigere.
Da es vom Generalkapitel festgelegt wurde, dass die Ernennung und Wahl von Äbten nur in Häusern erfolgen soll, die frei sind, wird jedoch eine Ausnahme gemacht für solche, die sich mehr als fünfzehn Tagesreisen von den Mutterhäusern entfernt befinden. Wenn in diesen Häusern die Ältesten der Gemeinschaft ihren Abt gewählt haben, kann der Vaterabt einen Abt dorthin schicken.
5.1
– Einschränkungen
Defuncto quolibet nostri ordinis abbate, excepto cisterciensi, abbas ad cuius curam defuncti specialiter pertinet locus advocetur ut eius praesentis consilio regularis a fratribus fiat electio. Quamcumque vero personam de quovis cenobiorum cisterciensium elegerint sine contradictione recipiant; nam de ceteris monasteriis abbatem sibi sumere, aut suos aliis ad hoc ipsum monachos dare cisterciensibus non licet.
Wenn ein Abt unseres Ordens stirbt, außer dem Abt von Cîteaux, soll der Abt, in dessen Zuständigkeit der Ort speziell fällt, gerufen werden, um in seiner Anwesenheit und mit seinem Rat eine ordnungsgemäße Wahl durch die Brüder zu treffen. Welche Person auch immer aus einem der Zisterzienserklöster gewählt wird, sie soll ohne Widerspruch angenommen werden; es ist jedoch den Zisterziensern nicht erlaubt, einen Abt aus den anderen Klöstern zu nehmen oder ihre Mönche zur Wahl in andere Klöster zu entsenden.
5.1
– Mindestalter
Nullus nimis juvenis et puerili facie abbas constituatur.
Niemand, der zu jung ist oder ein kindliches Aussehen hat, soll zum Abt ernannt werden.
5.1
– Verbot der Teilnahme von Konversen
Interdicitur generaliter ne conversi intersint electionibus abbatum.
Es ist allgemein verboten, dass Konversen an der Wahl von Äbten teilnehmen.
5.3
– Aufforderung zur erneuten Profess
Abbas qui dimiserit abbatiam suam, infra XXX dies professionem faciat, et nihil ex omnibus sibi retineat aut reservet.
Ein Abt, der sein Amt niederlegt, soll innerhalb von 30 Tagen seine Profess erneuern und nichts von dem, was er besaß, für sich behalten oder zurückhalten.
5.4
– unentschuldigtes Fehlen
Abbates qui ad Capitulum non venerint, nec miserint eo anno quo debent venire, a die Capituli Cisterciensis in stallum abbatis non intrent, et omni sexta feria ieiunent in pane et aqua, donec Cistercium venerint.
Äbte, die nicht zum Generalkapitel gekommen sind und auch niemanden geschickt haben in dem Jahr, in dem sie kommen sollten, dürfen ab dem Tag des Zisterzienserkapitels ihre Stalle nicht betreten und sollen jeden Freitag nur Brot und Wasser fasten, bis sie nach Cîteaux gekommen sind.
5.4
Abbates qui de indulgentia generalis Capituli uno anno vel pluribus remanent, si eo anno quo debent venire, gravi infirmitate impediuntur ne veniant, liceat eis se per litteras excusare, et anno sequenti sine omni excusatione veniant, et veniam inde petant.
Äbte, die aufgrund einer Erlaubnis des Generalkapitels ein Jahr oder länger abwesend sind, dürfen sich im Jahr ihrer Rückkehr aufgrund schwerer Krankheit durch Briefe entschuldigen. Im folgenden Jahr jedoch sollen sie ohne Entschuldigung kommen und um Verzeihung bitten.
5.6
– Versäumnis der collatio
Abbas qui collationem perdiderit, ad gradum satisfacere pergat.
Ein Abt, der die collatio versäumt hat, soll an den Stufen Genugtuung leisten.
5.7
– Erlaubnis für Messen
Abbatibus et monachis qui in via sunt vel in grangiis, si conventus defuerit, licet simul cantare horas de S.Maria, et officium pro defunctis.
Den Äbten und Mönchen, die auf Reisen oder auf den Grangien sind und denen die Gemeinschaft fehlt, ist es erlaubt, gemeinsam die Stundengebete der Heiligen Maria und das Totenoffizium zu singen.
5.7
– Kleidung für Diener
Servientes saeculares qui cum abbatibus vel monachis seu conversis nostris equites, seu pedites vadunt, tinctas vestes non hebeant, nisi nigras et acuminatos cultellos non habeant, vel enses, nec notabiliter compti cum eis vadant. Si quis abbas vel monachus seu conversus tales duxerit, quamdiu eos secum habuerit, omni sexta feria ieiunet in pane et aqua.
Weltliche Diener, die mit unseren Äbten, Mönchen oder Konversen als Reiter oder Fußsoldaten reisen, sollen keine gefärbten Kleider tragen, außer schwarze, und sie sollen keine spitzen Messer oder Schwerter haben, noch auffällig herausgeputzt mit ihnen reisen. Wenn ein Abt, Mönch oder Laienbruder solche mitnimmt, soll er so lange, wie er sie bei sich hat, jeden Freitag nur Brot und Wasser fasten.
6.0
– Verbot bestimmter Arbeiten in den Grangien
Pro ovibus tondendis aut pro vindemiis non eant monachi ad grangias.
Die Mönche sollen weder zum Scheren der Schafe noch zur Weinlese in die Grangien gehen.
6.0
– Mönche als Gäste des Abtes
Monachi vocati ad mensam abbatis si hospitibus supervenientibus revertuntur in refectorium, non amittant versum.
Wenn Mönche, die zum Tisch des Abtes gerufen wurden, aufgrund der Ankunft von Gästen ins Refektorium zurückkehren, sollen sie den Vers nicht verlieren.
6.0
– Ordination außerhalb des Klosters
Qui egressus foris ordinatus fuerit, ordines quos foris accepit, in perpetuum amittet. Administrare tamen poterit in ordinibus illis quos prius habuit, si abbas voluerit. Si autem sacerdos fuerit, ultimus sit in ordine sacerdotum. Hic, si quando vice diaconi ministraverit, uno solo humero utatur stola.
Wer außerhalb des Klosters ordiniert wurde, verliert die außerhalb empfangenen Weihen für immer. Er kann jedoch in den Ämtern dienen, die er zuvor innehatte, wenn der Abt es erlaubt. Wenn er Priester ist, soll er der Letzte in der Reihenfolge der Priester sein. Wenn er in der Funktion eines Diakons dient, soll er die Stola nur über eine Schulter tragen.
6.0
– Sonderregelung zu purificatio
In purificatione ad candelas osculetur manus abbatis.
Bei Mariä Lichtmess sollen die Mönche die Hand des Abtes beim Überreichen der Kerzen küssen.
6.0
– Vorschriften für Schreiber
Scriptores extra terminos non scribant, non libros ligent, nec hostiae fiant.
Schreiber sollen außerhalb der festgelegten Grenzen nicht schreiben, keine Bücher binden und keine Hostien herstellen.
6.0
– Verbot der Übernachtung in Grangien
Non licet monacho in proxima grangia pernoctare, nec pro capitulo tenendo, nisi distet ab abbatia per dimidiam leugam.
Es ist einem Mönch nicht erlaubt, in der nächstgelegenen Grangie zu übernachten, noch ein Kapitel abzuhalten, es sei denn, sie ist eine halbe Leuge (Wegstunde) vom Kloster entfernt.
6.0
– Verbot von Taufen
Abbas vel monachus Ordinis nostri non baptizet infantem; nisi in articulo mortis, si presbyter defuerit.
Ein Abt oder Mönch unseres Ordens soll kein Kind taufen, es sei denn, im Todesfall, wenn kein Priester anwesend ist.
6.0
– Arbeitsort für Handwerker
Artifices intra claustrum vel tam prope operentur ut ad horas regulares possint occurere.
Handwerker sollen innerhalb des Klosters oder so nahe daran arbeiten, dass sie zu den regulären Gebetszeiten erscheinen können.
6.0
– Verhalten bei Tätigkeit als Arzt
De medicis monachis vel conversis ab olim statutum est, ut extra domos suas pro medicinae opere non pernoctent, neque potionem saecularibus dent.
Es wurde früher festgelegt, dass Mönche oder Konversen, die als Ärzte tätig sind, nicht außerhalb ihrer Häuser übernachten dürfen, um medizinische Dienste zu leisten, und sie sollen keine Tränke an Weltliche ausgeben.
6.0
– Verbot der Freigabe für weltliche Arbeiten
Monachos vel conversos artifices ad operandum saecularibus concedi non licet.
Es ist nicht erlaubt, Mönche oder Konversen, die Handwerker sind, für weltliche Arbeiten freizugeben.
6.0
– Fälscher von Urkunden
Falsarii cartarum vel sigillorum qui inventi fuerint, si clerici sunt, non ministrent nisi ad privates missas; si vero laici, ultimi sint in ordine per annum et utrique omni sexta feria ieiunent in pane et aqua, et nemo instrumentis illis utatur.
Fälscher von Urkunden oder Siegeln, die erwischt werden, sollen, falls sie Kleriker sind, nur noch private Messen halten dürfen; wenn sie Laien sind, sollen sie für ein Jahr die Letzten im Orden sein und beide Gruppen sollen jeden Freitag fasten und nur Brot und Wasser zu sich nehmen. Niemand soll ihre gefälschten Dokumente verwenden.
6.0
– Tagesablauf:
Hostiae et ceterae artes intra claustrum, vel tam prope claustrum fiant, ut ad horas regulares occurant.
Die Herstellung der Hostien und andere Arbeiten sollen im oder nahe beim Kloster stattfinden, damit die Brüder zu den Stundengebeten erscheinen können.
6.0
– Bitte um Wechsel des Hauses
Quisquis importune petierit ut ad domum aliam Ordinis nostri mittatur, nullo modo ei praebeatur assensus, inconsulto abbate ad quem ire desiderat.
Wer unangemessen darum bittet, in ein anderes Haus unseres Ordens geschickt zu werden, dem soll unter keinen Umständen zugestimmt werden, ohne dass der Abt, zu dem er gehen will, konsultiert wird.
6.1
– Minderjährige
Si quem novitium XV annos aetatis aut eo amplius habentem facies sua aut totius corporis qualitas suspectae aetatis reddiderit, a patre abbate poterit eiici.
Wenn ein Novize, der 15 Jahre oder älter ist, durch sein Aussehen oder seine körperliche Verfassung verdächtig erscheint, kann der Vaterabt ihn entlassen.
6.1
– Übernachtung während der Erntezeit
Novitii non pernoctabunt ad grangiam tempore messionis.
Novizen sollen während der Erntezeit nicht in den Grangien übernachten.
6.1
– Verbot der Aufnahme durch den Vaterabt
Potest pater abbas eiicere novitium ubi inordinate receptum invenerit; non enim debet novitius recipi minus quam decem et octo annos habens, nec talis quem ter in die comedere opus sit.
Der Vaterabt hat die Befugnis, einen Novizen auszuschließen, wenn er festgestellt hat, dass dieser ungeordnet aufgenommen wurde. Ein Novize soll nicht aufgenommen werden, wenn er weniger als achtzehn Jahre alt ist oder wenn er dreimal am Tag essen muss.
6.1
– Regelung zur Aufnahme
Novitii, nisi maioris staturae et virioris aetatis fuerint, non recipiantur. Poterit etiam pater abbas novitium eiicere, ubi exordinate receptum invenerit.
Novizen, sofern sie nicht von größerer Statur und kräftigerem Alter sind, sollen nicht aufgenommen werden. Es ist dem Vaterabt auch erlaubt, einen Novizen hinauszuwerfen, wenn er feststellt, dass er auf unordentliche Weise aufgenommen wurde.
6.1
– Eintrittsalter
Qui pueros minores XVIII annis receperit tribus diebus sit in levi culpa et uno eorum in pane et aqua, hoc tamen indulto quod pueri iam recepti non expellantur. Qui deinceps receperit tamdiu sit feria sexta in pane et aqua quamdiu secum habuerit.
Wer Knaben unter 18 Jahren aufnimmt, soll drei Tage in leichter Schuld stehen und an einem dieser Tage nur Brot und Wasser essen, unter der Bedingung, dass die bereits aufgenommenen Knaben nicht hinausgeworfen werden. Wer künftig Knaben aufnimmt, soll so lange freitags nur Brot und Wasser essen, wie er sie bei sich hat.
6.2
– Abnahme der Kleidung
Liceat cuilibet abbati vel priori, si abbas defuerit, auferre habitum monacho fugitivo etiam revertenti.
Es ist jedem Abt oder Prior, wenn der Abt abwesend ist, erlaubt, einem flüchtigen Mönch, auch wenn er zurückkehrt, das Ordensgewand abzunehmen.
6.2
– im Sterben
Si fugitivum aliquem in domibus nostris morientem confiteri contigerit, secundum quod visa fuerit penitentia eins et contritio cordis, fiat ei.
Wenn es geschieht, dass ein Flüchtiger in unseren Häusern im Sterben liegend beichtet, soll entsprechend der erkannten Reue und Zerknirschung seines Herzens mit ihm verfahren werden.
6.2
Fugitivi remittantur ex quo abbati domus in qua manent innotuerint. Et quisquis eos scienter retinuerit ieiunet omni sexta feria in pane et aqua, vel missam non cantet quamdiu erunt in domo sua.
Flüchtige sollen zurückgeschickt werden, sobald dem Abt des Hauses, in dem sie sich aufhalten, dies bekannt wird. Und wer sie wissentlich behält, soll jeden Freitag nur Brot und Wasser zu sich nehmen oder keine Messe feiern, solange sie in seinem Haus verweilen.
6.2
De his qui extra Ordinem vagantur, provideant abbates eorum, qui eos expellunt vel repellunt, cui debeant reddere rationem; et quantum licuerit ad misericordiam quam ad iudicium promptiores existant, ut et ipsi misericordiam consequantur.
Bezüglich derer, die außerhalb des Ordens umherwandern, sollen die Äbte, die sie ausschließen oder zurückweisen, dafür sorgen, wem sie Rechenschaft ablegen müssen. Sie sollen sich, so weit es möglich ist, eher zur Barmherzigkeit als zum Urteil neigen, damit auch sie Barmherzigkeit erlangen.
6.3
– in anderes Kloster bei Unzucht
Aliquis monachus lapsus in fornicationem et publicatus, in ea domo ubi hoc ei accidit non remaneat, sed in aliam domum ordinis nostri transmittatur, ad priorem non reversurus, nisi per generale Capitulum.
Ein Mönch, der in Unzucht gefallen ist und öffentlich bloßgestellt wurde, soll nicht in dem Haus bleiben, in dem dies geschah, sondern in ein anderes Haus unseres Ordens versetzt werden. Er darf nicht zurückkehren, außer durch Erlaubnis des Generalkapitels.
6.4
– von Kranken
Si quis de ordine exierit vel proiectus fuerit, si lepra in saeculo tactus fuerit, nihilominus usque tertio recipiatur.
Wenn jemand den Orden verlässt oder ausgeschlossen wird und dann in der Welt an Lepra erkrankt, soll er dennoch bis zu drei Mal wieder aufgenommen werden.
7.0
– Sarazenen
De Saracenis antiqua sententia teneatur, scilicet ut nec emantur, nec baptizari prohibeantur.
Die alte Bestimmung über die Sarazenen soll beibehalten werden, nämlich dass sie weder gekauft noch an der Taufe gehindert werden dürfen.
7.0
– Sarazenen
Sarraceni nec vendantur; nec prohibemus baptizari.
Sarazenen sollen weder verkauft noch daran gehindert werden, sich taufen zu lassen.
7.0
– Konversen an abgelegenen Orten
Licet communicare conversos ab abbatia longe remotos extra abbatias in domo religiosorum, et cineres benedictos ad grangias ferre, si abbati visum fuerit.
Es ist erlaubt, weit von der Abtei entfernte Konversen außerhalb der Abtei in einem Haus von Ordensleuten kommunizieren zu lassen; ebenso dürfen gesegnete Aschen zu den Grangien gebracht werden, wenn der Abt es für richtig hält.
7.0
– Arbeit an beweglichen Festen
In festis transpositis laborent conversi.
Konversen sollen an beweglichen Festen arbeiten.
7.0
– Diener in der Infirmerie
Servitoribus infirmorum post completorium in conventu cantatum, quando serviunt episcopis vel abbatibus nostri Ordinis, liceat bibere in refectorio vel ante refectorium.
Den Dienern der Kranken ist es nach dem gesungenen Nachtgebet im Konvent erlaubt, zu trinken, wenn sie den Bischöfen oder Äbten unseres Ordens dienen, sei es im Refektorium oder davor.
7.0
– Besitz von vier Tuniken
Licet conversis quatuor tunicas habere, si abbati visum fuerit.
Es ist den Konversen erlaubt, vier Tuniken zu haben, wenn es der Abt für angemessen hält.
7.0
– Verbot auffälliger Kleidung
Conversi qui mantellos habent de novo panno vel pellibus novis quod est contra usus, nullo modo eis dimittantur. Si rebelles sint, interim non communicent et ultimi in ordine constituantur.
Konversen, die Mäntel aus neuem Stoff oder neuen Pelzen haben, was gegen den Brauch ist, sollen sie auf keinen Fall behalten dürfen. Wenn sie widerspenstig sind, sollen sie nicht am Kommunionsempfang teilnehmen und als Letzte in der Rangordnung gestellt werden.
7.0
– Sprechen bei der Arbeit
Magister cementariorum, sutorum, vel eiusmodi artificum loquuntur diebus quibus non laborant cum subditis suis et horis vespertinis quibus se disiunxerint ab operibus suis: Exordinatio est, ultra non fiat.
Der Meister der Maurer, Schuster oder ähnlicher Handwerker spricht an Tagen, an denen sie nicht arbeiten, mit seinen Untergebenen sowie abends, wenn sie sich von ihrer Arbeit zurückziehen: Dies ist festgelegt, es soll darüber hinaus nicht geschehen.
7.0
– Essensvorschrift für Konversen
Non licet alicui converso comedere sine cappa, si habere potest.
Es ist keinem Konversen erlaubt, ohne cappa zu essen, wenn er eine haben kann.
7.0
– Kapitel der Konversen
Capitulum conversorum sicut olim teneri solebat ita nunc teneatur ut prius de edificatione postmodum de ordine tractetur.
Das Kapitel der Konversen soll wie früher abgehalten werden, sodass zuerst über den geistlichen Aufbau und dann über die Ordensdisziplin gesprochen wird.
7.0
Conversi in hyeme post matutinos exeant ad annonas excutiendas.
Die Konversen sollen im Winter nach der Matutin hinausgehen, um das Getreide zu dreschen.
7.0
– Kleidung
Mantelli conversorum non aliter fiant quam scripta precipiunt.
Die Mäntel der Konversen sollen nicht anders gemacht werden, als es die schriftlichen Anweisungen vorschreiben.
7.0
– Kleidung
Si quis abbas in aliquo converso mantellum exordinantem invenerit retineat. Qui vero in domo propria exordinatum habuerit non communicet donec reddat abbati vel cui iusserit.
Wenn ein Abt bei einem Laienbruder einen Mantel findet, der nicht den Vorschriften entspricht, soll er ihn behalten. Wer jedoch in seinem eigenen Haus einen solchen Mantel hat, soll nicht kommunizieren, bis er ihn dem Abt oder dessen Bevollmächtigten zurückgibt.
7.0
… Aliis conversis inordinate loquendi licentie non dentur nec ipsis potestas dandi licentiam loquendi aliis conversis concedatur.
Es soll Konversen keine Erlaubnis gegeben werden, ungebührlich mit anderen Konversen zu sprechen, und sie sollen auch keine Erlaubnis haben, anderen Konversen die Erlaubnis zu erteilen, miteinander zu sprechen.
7.0
– Aderlass
Conversi non in grangiis, sed in abbatia minuantur.
Die Konversen sollen nicht in den Grangien, sondern im Kloster zur Ader gelassen werden.
7.0
– Gelübde
De iuramento conversorum, quod scriptum est in fine Usuum, quia multas generat quaestiones, deleatur.
Das in den Gebräuchen am Ende enthaltene Gelübde der Konversen, das viele Fragen aufwirft, soll gestrichen werden.
7.7
– verbot der Übernachtung
Non conceditur mulieribus pernoctare ad fores nostras nec in aliqua domo nostra extra portam, etiam si extra curiam fuerit. Si tamen talis matrona fuerit quae digna videatur, ad villam comedat et necessaria ei ministrentur. Quod si non consenserit, nihil ei humanitatis exhibebitur, immo a nostrarum orationum communione excludetur.
Es ist Frauen nicht gestattet, an unseren Pforten oder in irgendeinem unserer Häuser außerhalb des Tors zu übernachten, selbst wenn es außerhalb des Hofes liegt. Wenn jedoch eine würdige Matrone erscheint, soll sie in das Dorf gehen und dort essen, und es sollen ihr die notwendigen Dinge bereitgestellt werden. Sollte sie dem nicht zustimmen, wird ihr keine Gastfreundschaft gewährt, und sie wird von der Teilnahme an unseren Gebeten ausgeschlossen.
7.7
– Zutritt bei Kirchweihe
Novem dies a possunt feminae nostras intrare basilicas, cum noviter dedicantur.
Für neun Tage können Frauen unsere Basiliken betreten, wenn sie neu geweiht wurden.
7.7
– Beschäftigung von Frauen
Nusquam in Ordine nostro habeantur mulieres quae mulgeant. Qui eas deinceps habuerint, quamdiu eas habuerint sint in pane et aqua, tam abbates quam priores et cellerarii. Qui vero iam velatas habent, nullas ulterius recipiant.
In unserem Orden sollen keine Frauen beschäftigt werden, die Milchvieh melken. Wer diese Frauen weiterhin beschäftigt, soll, solange er sie hat, nur Brot und Wasser zu sich nehmen, sei es Abt, Prior oder Cellerar. Wer bereits verschleierte Frauen hat, soll keine weiteren aufnehmen.
8.0
– Kontrolle von Predigten
Abbates qui sermones et alias scripturarum compilationes fecerunt eadem opuscula sua in proximo Capitulo representent; quod si contempserint ex tunc ab officio altaris abstineant, et a modo caveatur ne fiat.
Äbte, die Predigten oder andere Schriftensammlungen verfasst haben, sollen diese Werke im nächsten Kapitel vorlegen; wenn sie dies verweigern, sollen sie vom Dienst am Altar fernbleiben und es soll sichergestellt werden, dass dies künftig nicht wieder vorkommt.
9.0
– Bestrafung bei Eigentum
Sepultus erga quem proprietas inventa fuerit de atrio eiiciatur. Conscii per totum annum ieiunent VI feria in pane et aqua, et sint ultimi in ordine suo.
Eine bestattete Person, bei der Eigentum gefunden wird, soll aus dem Atrium entfernt werden. Die Mitwisser sollen ein Jahr lang freitags bei Brot und Wasser fasten und am Ende ihrer Reihenfolge stehen.
9.0
– Strafe für Schlägerei
Monachus vel conversus qui saecularem hominem in ira vel pertubatione percusserit, uno anno sit ultimus in congregatione.
Ein Mönch oder Laienbruder, der im Zorn oder Aufruhr einen weltlichen Menschen schlägt, soll ein Jahr lang der Letzte in der Gemeinschaft sein.
9.1
– Verhalten im Stundengebet
Monachus qui in levi culpa fuerit, omnibus horis intersit toto corpore prostratus satisfaciens; si autem festum fuerit, inclinet tantum.
Ein Mönch, der in leichter Schuld ist, soll zu jeder Hore mit ausgestrecktem Körper Buße tun; falls es sich jedoch um ein Fest handelt, soll er sich nur verneigen.
9.1
– Ablauf der Buße
Qui in levi culpa est, de labore remaneat propter satisfactionem. Qui etiam cum satisfacit, toto corpore extenso prosternatur quando conventus prosternitur super formas. Ceteris vero diebus stans incurvetur.
Wer in leichter Schuld ist, soll von der Arbeit zurückgehalten werden, um Buße zu tun. Wer Buße tut, soll sich mit ausgestrecktem Körper niederwerfen, wenn sich die Gemeinschaft über die forma niederwirft. An den übrigen Tagen soll er im Stehen eine Verbeugung machen.
9.1
– Verhalten bei der Buße
Qui in levi culpa … etc. ut ann. 1157, no 26. Qui etiam cum satisfacit toto corpore extenso, diebus tamen non sollemnioribus prosternatur.
Wer in einer leichten Schuld … usw. wie stat. 1157/26. Auch soll er, wenn er Genugtuung leistet, mit ausgestrecktem Körper niedergeworfen sein, jedoch nicht an festlicheren Tagen.
9.2
– Verhalten bei der Buße anderer
Non coguntur exire omnes de ecclesia pro eo qui satisfacit in gravi culpa.
Es ist nicht erforderlich, dass alle die Kirche verlassen, wenn jemand für eine schwere Schuld Genugtuung leistet.