1. Der Zisterzienserorden leuchtet in der Kirche wie ein Morgenstern im Nebel. Durch sein Beispiel und seine Werke dient er der Kirche und strebt mit großer Hingabe danach, im Geist der Kontemplation und eines reinen Lebens mit Maria die Höhen des geistlichen Lebens zu erreichen und zugleich im tätigen Dienst wie Martha treu zu wirken. Der Orden widmet sich sorgfältig dem Gottesdienst, der geistlichen Lesung und den Werken der Nächstenliebe. So erfüllt er das Gesetz Christi und hat sich weit ausgebreitet, weil er Schritt für Schritt zu den Höhen der Tugend aufgestiegen ist. Durch den Heiligen Geist reich beschenkt, hat er sich würdig erwiesen, von der Römischen Kirche mit vielen Privilegien ausgezeichnet zu werden. Auch wir selbst sind seit unserer Jugend im Zisterzienserorden aufgewachsen, haben in ihm und außerhalb von ihm Leitungsaufgaben getragen und sind schließlich — wenn auch unverdient — zum Papstamt gelangt. Obwohl wir alle anerkannten Orden fördern, liegt uns der Zisterzienserorden besonders am Herzen. Was seinem Wohl und seiner Erneuerung dient, unterstützen wir in der Überzeugung, damit Gottes Willen zu entsprechen. Schon früher, als wir selbst im Orden lebten, wussten wir aus eigener Erfahrung, dass er in vielen Bereichen apostolischer Hilfe bedurfte. Nun, da wir durch sorgfältige Beratung mit den Äbten von Cîteaux, La Ferté, Clairvaux und Morimond vollständig informiert sind, halten wir es angesichts der Notwendigkeit und des Nutzens für den Orden für richtig, die folgenden Bestimmungen zu erlassen. Wir bestimmen, dass sie volle Gültigkeit haben und für alle Zukunft verbindlich bleiben sollen.
Fulgens sicut stella matutina in medio nebulae, sacer Cisterciensis Ordo in Ecclesia militante militat operibus et exemplis, fervideque satagit per sanctae contemplationis applausum, et innocentis vitae meritum montana scandere cum Maria, seque per exercitium laudabilium actionum et pensum piorum operum curiosum Marthae satagentis officio conformare. Hic nempe Ordo in divini cultus ministerio sedulus, ut sibi et aliis proficiat ad salutem, in sacrae lectione paginae studiosus, ut ad perfectam excellentiae supernae cognitionem valeat pervenire; praestans et promptus in operibus caritatis, ut adimpleat legem Christi, a mari usque ad mare palmites suos meruit dilatare, quia gradualiter ad virtutum culmina patenter ascendit, et proinde per Sacri Pneumatis inflammantis corda debilia fistulas gratiis abundavit; dignumque se reddidit a Romana Ecclesia, Ecclesiarum omnium magistra, multis insigniri privilegiis et gratiosis favoribus com muniri. Huius quoque Ordinis ab adolescentia nostra perseveranter iugum sustulimus, et in eo alumni effecti per temporum cufricula diuturna crevimus, tam in illo quam extra ipsum successivis praelationum honoribus, et tandem conscendimus (quam quam immeriti) summi cathedram pastoratus. Licet autem, exigente apostolici ministerii cura, cuiuslibet Ordinis approbati crementum felix et floridum plenis affectibus in eo zelemur, a quo coelicae ac terrenae salutis perfectio derivatur; eumdem tamen Cisterciensem Ordinem acie internae devotionis et caritatis aspicimus, et ea quae ipsius salutem et prosperitatem respiciunt, quatinus aeterni Patris beneplacitis gratificari credimus, favorabiliter promovemus. Sane recensentes memoriter quod ab olim, dum eramus intra Ordinem praelibatum, certa nos experientia instruebat quod super quamplurimis articulis inferius explicatis, Ordo ipse apostolicae provisionis remediis indigebat. Nos hactenus et moderno tempore super eis et nonnullis aliis, a dilectis filiis Guillelmo Cisterciensi, Ioanne de Firmitate, Ioanne de Claravalle, et Raynaldo de Morimundo monasteriorum dicti Ordinis, Cabilonensis, et Lingonensis dioecesis abbatibus, diligenti collatione praehabita, super his omnibus plenarie informati, dignum ducimus pro urgenti necessitate ac evidenti utilitate Ordinis memorati, suadentibus etiam aliis iustis et rationabilius causis, statuta et ordinationes, prout series subscripta describit, auctoritate apostolica edere; quae volumus et decernimus solidam habere roboris firmitatem, eaque debere perpetuis futuris temporibus firmiter observari. Videlicet:
1. Wie der Morgenstern, der inmitten des Nebels leuchtet, so kämpft der heilige Zisterzienserorden in der streitenden Kirche durch Werke und Beispiele und bemüht sich eifrig, durch den Beifall der heiligen Kontemplation und das Verdienst eines unschuldigen Lebens mit Maria die Berge zu erklimmen und sich durch die Ausübung lobenswerter Handlungen und das Werk guter Werke dem Dienst der geschäftigen Martha anzugleichen. Dieser Orden ist im Dienst des göttlichen Kultes eifrig, damit er sich selbst und anderen zum Heil nütze; er ist in der heiligen Lesung der Schriftseite eifrig, damit er zur vollkommenen Erkenntnis der himmlischen Erhabenheit gelangen könne; er ist ausgezeichnet und bereit in Werken der Liebe, damit er das Gesetz Christi erfülle. Er hat verdient, seine Reben von Meer zu Meer auszubreiten, weil er stufenweise zu den Gipfeln der Tugenden sichtbar aufsteigt und daher durch den Heiligen Geist, der die schwachen Herzen entzündet, reichlich mit Gnadenströmen erfüllt wurde; und er hat sich würdig erwiesen, von der Römischen Kirche, der Lehrmeisterin aller Kirchen, mit vielen Privilegien ausgezeichnet und mit gnädigen Gunstbezeugungen beschenkt zu werden. Auch wir selbst haben seit unserer Jugend das Joch dieses Ordens beständig getragen und sind in ihm als Zöglinge herangewachsen, durch die Prüfungen der Zeit gereift, sowohl in ihm als auch außerhalb seiner durch aufeinanderfolgende Ehrenämter der Leitung, und haben schließlich (wenn auch unverdient) den höchsten Hirtenstuhl bestiegen. Obwohl wir aufgrund der Sorge des apostolischen Dienstes das glückliche und blühende Wachstum eines jeden anerkannten Ordens mit vollem Herzen fördern, aus dem die Vollkommenheit des himmlischen und irdischen Heils hervorgeht, betrachten wir dennoch denselben Zisterzienserorden mit dem Blick innerer Hingabe und Liebe und fördern das, was sein Heil und Gedeihen betrifft, in der Überzeugung, dass wir damit dem Wohlgefallen des ewigen Vaters entsprechen. Da wir uns gut erinnern, dass uns schon damals, als wir innerhalb des genannten Ordens waren, sichere Erfahrung lehrte, dass der Orden in vielen der unten erklärten Punkte der Heilmittel apostolischer Fürsorge bedurfte, und da wir bis heute über diese und einige andere Dinge durch sorgfältige Beratung mit unseren geliebten Söhnen Wilhelm von Cîteaux, Johannes von La Ferté, Johannes von Clairvaux und Raynald von Morimond, Äbten der genannten Klöster der Diözesen Chalon und Langres, vollständig unterrichtet worden sind, halten wir es angesichts der dringenden Notwendigkeit und des offensichtlichen Nutzens des genannten Ordens — sowie aus anderen gerechten und vernünftigen Gründen — für angemessen, die nachfolgend beschriebenen Statuten und Anordnungen kraft apostolischer Autorität zu erlassen. Wir wollen und bestimmen, dass sie feste und dauerhafte Gültigkeit besitzen und in allen zukünftigen Zeiten fest beobachtet werden sollen.
2. Damit das, was der Orden im Lauf der Zeit aufgebaut hat, nicht allmählich verfällt, soll künftig jeder Konvent — ganz gleich, in welchem Kloster oder konventualen Haus — ein eigenes, unverwechselbares Siegel besitzen. Dieses Siegel dient der rechtlichen Sicherung und der Wahrung der Identität jedes einzelnen Konvents.
Cum cautelae provisio in omnibus sit habenda, et praecipue ne paulatim deveniat in collapsum, quod est antiquitate vel pro lixitate peracti temporis acquisitum; statuimus ac etiam ordinamus quod quilibet conventus cuiusvis monasterii seu alterius loci conventualis dicti Ordinis habeat proprium et speciale sigillum.
2. Da in allen Dingen Vorsorge zu treffen ist, besonders aber, damit nicht nach und nach dasjenige in Verfall gerät, was durch Alter oder durch die Länge der vergangenen Zeit erworben worden ist, bestimmen und ordnen wir, dass jeder Konvent eines jeden Klosters oder eines anderen konventualen Ortes des genannten Ordens ein eigenes und besonderes Siegel haben soll.
3. Und zwar sollen jeder Abt eines Klosters oder eines anderen konventualen Ortes desselben Ordens, sowie auch der Abt von Cîteaux, der jeweils im Amt ist, bevor er sich in die Verwaltung seiner Abtei oder einer solchen Leitung einmischt, verpflichtet sein, auf die heiligen Evangelien einen Eid zu leisten: jeder Untergeordnete (d. h. jeder Abt außer dem von Cîteaux) in den Händen des Vaterabtes, der die über ihn erfolgte Wahl zu bestätigen hat, und in Gegenwart seines eigenen Konvents; ebenso der Abt von Cîteaux selbst, der jeweils im Amt ist, seinem eigenen Konvent sowie den drei oben genannten (Äbten), und auch den Äbten des Klosters Pontigny des genannten Ordens der Diözese Auxerre, sofern sie im genannten Kloster Cîteaux anwesend sind. Der Inhalt des Eides ist, dass er die Besitzungen oder Rechte, die seinem Kloster oder einem anderen konventualen Ort desselben gehören oder zustehen, nicht verkaufen, nicht entfremden, nicht verpfänden, nicht neu verleihen (infeudieren) und in keiner Weise verschenken wird, außer in der unten bestimmten Weise. Und dasselbe sollen auch jene, die jetzt Äbte der Klöster oder anderer konventualer Orte des Ordens sind und deren Leitung innehaben, innerhalb von sechs Monaten nach Veröffentlichung dieses Statuts und dieser Anordnung im nächsten folgenden Generalkapitel des Ordens zu leisten verpflichtet sein.
Et quod quilibet abbas monasterii sive alius loci alterius con ventualis administrationi principaliter praesidens eiusdem Ordinis, et etiam abbas Cisterciensis qui est pro tempore, antequam abbatiae suae vel administrationi huiusmodi se immisceat, iuramentum praestare ad sancta Dei evangelia teneantur; quilibet scilicet inferior in manibus patris abbatis, qui electionem de ipso factam confirmare habebit, et in praesentia sui proprii conventus; nec non ipse abbas Cisterciensis qui est pro tempore, suo conventui, et praenominatis tribus, nec non monasterii de Pontiniaco dicti Ordinis Antissiodorensis dioecesis abbatibus, si apud dictum monasterium Cisterciense praesentes extiterint: quod possessiones vel iura ad suum monasterium vel alium conventualem locum eius pertinentes seu pertinentia non vendet, nec alienabit, neque impignorabit, neque de novo infeudabit, nec per aliquem modum donabit, nisi per modum inferius designatum. Et hoc idem illi qui nunc sunt abbates monasteriorum seu aliorum locorum conventualium ipsius Ordinis regimini praesidentes, teneantur iuramentum praestare infra sex menses, postquam statutum et ordinatio huiusmodi publicata fuerint in proximo secuturo Capitulo generali eiusdem Ordinis.
3. Bevor ein Abt sein Amt tatsächlich ausübt, muss er einen Eid auf die Evangelien ablegen. Das gilt für alle Äbte des Ordens, auch für den Abt von Cîteaux selbst. Der Eid wird jeweils vor dem zuständigen Vaterabt und in Gegenwart des eigenen Konvents geleistet; der Abt von Cîteaux legt ihn vor seinem Konvent und den drei Primarabteien ab, und — falls anwesend — auch vor den Äbten von Pontigny. Der Inhalt des Eides ist eindeutig: Der Abt verpflichtet sich, keinerlei Besitz oder Rechte seines Klosters zu verkaufen, zu verschenken, zu verpfänden oder in irgendeiner Weise zu entfremden, außer in der ausdrücklich vorgesehenen Form, die später beschrieben wird. Auch die derzeit amtierenden Äbte müssen diesen Eid nachträglich ablegen, und zwar innerhalb von sechs Monaten nach der Veröffentlichung dieses Statuts im kommenden Generalkapitel.
4. Bevor ein Kloster unbewegliches Vermögen, Rechte, Zinsen, Pensionen oder Waldnutzungen verkauft oder vermindert, muss ein klar geregeltes Verfahren eingehalten werden. Zunächst muss der Abt zusammen mit seinem Konvent an mindestens zwei getrennten Tagen beraten. Eine Veräußerung ist nur gültig, wenn der Konvent — oder zumindest dessen Mehrheit — zustimmt. Diese Zustimmung muss in einer offiziellen Urkunde festgehalten werden, versehen mit den Siegeln des Abtes und des Konvents. Danach muss das Generalkapitel des Ordens um Erlaubnis gebeten werden. Anschließend prüfen zwei vom Generalkapitel bestimmte Äbte die geplante Veräußerung. Vor dieser Prüfung müssen der Abt, die beiden prüfenden Äbte und der Vaterabt einen Eid ablegen, dass sie ohne Täuschung und ohne persönliche Interessen handeln. Über die Gründe und den Ablauf der Veräußerung muss ein vollständiger Bericht erstellt und im nächsten Generalkapitel vorgelegt werden. Handelt es sich um besonders bedeutende Güter — etwa ein Kloster, eine Burg, ein Dorf oder eine große Grangie —, darf das Generalkapitel selbst keine Erlaubnis erteilen, sondern muss zuvor den Papst um Zustimmung bitten. Wenn ein Abt oder ein anderer Verantwortlicher gegen diese Vorschriften verstößt, wird er seines Amtes enthoben, und die Veräußerung ist automatisch ungültig.
Quod quotienscumque alienationem rei immobilis, vel iurium alicuius monasterii, vel alterius loci conventualis, vel diminutionem censuum, seu pensionum, vel canonis, aut venditionem arborum silvarum non caeduarum imminere contigerit faciendas ; tractatus duorum dierum ad minus interpolatorum diligens et maturus praecedere debeat, habendus per abbatem monasterii seu praesidentem regimini alterius loci conventualis cuius erunt res, iura, census, pensiones, canon, et silvae huiusmodi, cum suo conventu monasterii seu alterius loci conventualis praefati. Et nihilominus alienatio seu venditio huiusmodi fiat de consensu ipsius conventus, vel maioris et sanioris partis eiusdem; et quod de tractatu et consensu iam dictis scriptura conficiatur authentica, in qua nomina et cognomina tractantium et consentientium et sigilla abbatis monasterii vel praesidentis regimini alterius loci conventualis, et conventus monasterii seu loci huiusmodi apponantur. Et antequam procedatur ad alienationem seu venditionem ipsam, petatur et obtineatur licentia super hoc ab ipsius Ordinis Capitulo generali; et subsequatur discussio super alienatione seu venditione huiusmodi facienda per duos abbates praedicti Ordinis ab eodem monasterio seu alio conventuali loco non remotos per dictum generale Capitulum deputandis, et cum approbatione seu auctoritate duorum abbatum praefatorum; quodque tam abbas monasterii seu praesidentis ipsi conventuali loco, quam duo abbates praedicti, et etiam pater abbas eiusdem monasterii, vel deputatus ab eo, praesente conventu ipsius monasterii, seu alterius loci conventualis, cuius res, iura, census, pensiones, vel canon, aut silvae huiusmodi alienanda seu vendenda fuerint, iuramentum praestent ante discussionem praedictam, quod in praemissis fideliter se habebunt, omni dolo et affectione inordinata remotis; et quod etiam fiat de causis alienationis seu venditionis huiusmodi, et solemnitatibus praefatis per quatuor abbates praedictos et praesidentem ipsi conventuali loco, sub eorum sigillis plena et fidelis relatio in proximo subsequenti generali Capitulo antedicto; ut videatur si circa haec omnia debite processerunt. Verum cum monasterium seu alius conventualis locus, castrum, villa, grangia, vel res alia multum notabilis, alienandum, vel alienandus, seu alienanda fuerit; Capitulum generale ipsius Ordinis alienandi licentiam concedere non praesumat, nec procedatur ad eam quovis modo faciendam vel auctorizandam, nisi prius per idem Capitulum generale, Romano Pontifice consulto, et ab eo super hoc petita licentia et obtenta. Si vero aliter quam praemissum est, aliquis abbas vel regimini praesidens alienare praesumpserit, tam ipsi quam officiales ipsius monasterii seu loci conventualis in hac parte consentientes eisdem, ab administrationibus suis per patrem abbatem deponantur eorum; et alienatio huiusmodi sic praesumpta, sit ipso iure irrita et inanis.
4. Sooft es vorkommt, dass eine Veräußerung eines unbeweglichen Gutes oder von Rechten eines Klosters oder eines anderen konventualen Ortes, oder eine Herabsetzung von Zinsen, Pensionen oder Abgaben, oder ein Verkauf von Bäumen in nicht schlagbaren Wäldern bevorsteht, soll dem ein sorgfältiger und reiflicher Beratungsprozess vorausgehen, der mindestens über zwei voneinander getrennte Tage geführt wird, und zwar durch den Abt des Klosters oder den Leiter eines anderen konventualen Ortes, dem die betreffenden Güter, Rechte, Zinsen, Pensionen, Abgaben oder Wälder gehören, zusammen mit seinem Konvent.
Und dennoch soll eine solche Veräußerung oder ein solcher Verkauf nur mit Zustimmung des Konvents oder des größeren und gesünderen Teils desselben erfolgen; und über die genannte Beratung und Zustimmung soll eine authentische Urkunde angefertigt werden, in der die Namen und Beinamen der Beratenden und Zustimmenden sowie die Siegel des Abtes des Klosters oder des Leiters des konventualen Ortes und des Konvents des genannten Klosters oder Ortes angebracht werden. Und bevor man zur Veräußerung oder zum Verkauf selbst schreitet, soll hierfür die Erlaubnis des Generalkapitels des Ordens erbeten und erlangt werden; und es soll eine Prüfung über die vorzunehmende Veräußerung oder den Verkauf durch zwei Äbte des genannten Ordens folgen, die vom Generalkapitel aus demselben Kloster oder einem nicht weit entfernten konventualen Ort bestimmt werden, und mit der Zustimmung oder Autorität der genannten zwei Äbte. Sowohl der Abt des Klosters oder der Leiter des konventualen Ortes als auch die genannten zwei Äbte und ebenso der Vaterabt desselben Klosters oder ein von ihm Beauftragter sollen, in Gegenwart des Konvents des Klosters oder des konventualen Ortes, dessen Güter, Rechte, Zinsen, Pensionen, Abgaben oder Wälder veräußert oder verkauft werden sollen, vor der genannten Prüfung einen Eid leisten, dass sie sich in den genannten Angelegenheiten treu verhalten werden, wobei jede Arglist und ungeordnete Neigung ausgeschlossen ist. Und es soll über die Gründe der Veräußerung oder des Verkaufs und über die genannten Förmlichkeiten durch die vier genannten Äbte und den Leiter des konventualen Ortes ein vollständiger und treuer Bericht unter ihren Siegeln im nächsten folgenden Generalkapitel vorgelegt werden, damit ersichtlich wird, ob in allen Punkten ordnungsgemäß verfahren wurde. Wenn jedoch ein Kloster oder ein anderer konventualer Ort, eine Burg, ein Dorf, eine Grangie oder ein anderes sehr bedeutendes Gut veräußert werden soll, darf das Generalkapitel des Ordens die Erlaubnis zur Veräußerung nicht erteilen, noch darf in irgendeiner Weise zur Durchführung oder Bestätigung derselben geschritten werden, es sei denn, das Generalkapitel hat zuvor den Römischen Pontifex konsultiert und von ihm die Erlaubnis hierzu erbeten und erhalten. Wenn aber jemand — sei es ein Abt oder ein Leiter eines konventualen Ortes — entgegen dem Vorstehenden eine Veräußerung vorzunehmen wagt, sollen sowohl er selbst als auch die Amtsträger seines Klosters oder konventualen Ortes, die in dieser Sache zugestimmt haben, durch den Vaterabt aus ihren Ämtern entfernt werden; und eine solche vermessene Veräußerung soll kraft des Rechts nichtig und unwirksam sein.
5. Wenn ein Kloster etwas verkaufen muss, um Schulden zu begleichen oder um etwas Nützlicheres zu erwerben, darf das dadurch erzielte Geld ausschließlich für diese beiden Zwecke verwendet werden: Schuldentilgung, oder Erwerb eines neuen, für das Kloster vorteilhaften Gutes. Wird das Geld für etwas anderes ausgegeben, verliert der Abt oder der verantwortliche Leiter sofort sein Amt. Alle Mönche, die an einem solchen Missbrauch beteiligt waren oder ihm zugestimmt haben, werden dauerhaft für jedes Amt im Orden untauglich. Damit kein Einzelner Zugriff auf das Geld hat, muss es an einem sicheren Ort verwahrt werden — und zwar unter vier getrennten Schlössern, deren Schlüssel in den Händen von vier verschiedenen Personen liegen: Abt, Bursar, Prior claustralis, ein vom Konvent bestimmter weiterer Mönch. Nur gemeinsam können sie das Geld zugänglich machen.
Ceterum si propter alicuius monasterii seu loci conventualis debita exsolvenda, vel ut aliquid aliud, quod eidem monasterio seu conventuali loco sit utilius, acquiratur, aliquid alienandum exstiterit; pecunia quae inde habebitur, ad nullos usus alios quam in acquisitionem seu debitorum solutionem huiusmodi convertatur et si secus actum fuerit, abbas monasterii vel alius praesidens conventuali loco, pecuniam huiusmodi ad usus alios, ut praefertur, convertens vel conversioni huiusmodi consentiens, ad administratione sua per patrem abbatem deponatur ipsius. Ceteri vero monachi participes vel consentientes in idipsum, sint ad quodcumque officium seu administrationem eiusdem Ordinis inhabiles ipso facto. Nec pecunia ipsa in solius abbatis seu alterius regimini praesidentis, aut bursarii alicuius eorum remaneat potestate; sed reponatur in aliquo securo loco, sub quatuor seraturis et diversificatis clavibus; quarum primam tenet abbas monasterii seu alterius loci conventualis regimini praesidens, secundam bursarius, tertiam prior claustralis, et quartam alius monachus ipsius monasterii seu loci conventualis, de quo eiusdem monasterii seu loci conventualis conventui vel maiori parti eiusdem expedire videbitur, fideliter conservanda.
5. Wenn wegen der Begleichung der Schulden eines Klosters oder eines konventualen Ortes, oder damit etwas anderes erworben werde, das für dasselbe Kloster oder denselben konventualen Ort nützlicher ist, etwas veräußert werden muss, soll das daraus erhaltene Geld für keinerlei andere Zwecke verwendet werden als für einen solchen Erwerb oder für die Begleichung der genannten Schulden. Und wenn anders gehandelt wird, soll der Abt des Klosters oder der Leiter des konventualen Ortes, der solches Geld für andere Zwecke, wie oben gesagt, verwendet oder einer solchen Verwendung zugestimmt hat, durch den Vaterabt seines Amtes enthoben werden. Die übrigen Mönche aber, die daran teilgenommen oder zugestimmt haben, sollen eo ipso für jedes Amt oder jede Verwaltung desselben Ordens unfähig sein. Und das Geld selbst soll nicht in der alleinigen Verfügung des Abtes oder des Leiters des konventualen Ortes oder des Bursars eines von ihnen bleiben; sondern es soll an einem sicheren Ort aufbewahrt werden, unter vier Verschlüssen und verschiedenen Schlüsseln: den ersten hält der Abt des Klosters oder der Leiter des konventualen Ortes, den zweiten der Bursar, den dritten der Prior claustralis, und den vierten ein anderer Mönch desselben Klosters oder konventualen Ortes, den der Konvent oder dessen Mehrheit für geeignet hält, der ihn treu verwahren soll.
6. Wenn ein Kloster Rechte oder Einkünfte vergibt, verpachtet oder verkauft, darf dies grundsätzlich nicht für länger als fünf Jahre geschehen. Für alle solchen Geschäfte — egal ob es um lebenslange Nutzungsrechte, zeitlich befristete Einkünfte, Pachtverträge oder den Verkauf von Erträgen geht — muss das zuvor festgelegte Verfahren vollständig eingehalten werden. Nur in Ausnahmefällen darf eine längere Laufzeit vereinbart werden, und zwar ausschließlich, wenn: der Papst zugestimmt hat, das Generalkapitel ebenfalls zugestimmt hat, und im Generalkapitel ein Bericht darüber vorgelegt wird.
Volumus etiam quod circa concessiones iurium aut reddituum alicui ad vitam eius vel aliud certum tempus, et circa locationes, vel etiam reddituum aut fructuum venditiones, ultra quinquennium faciendas, praemissa forma per omnia observetur; huiusmodi tamen consultatione ac licentia Romani Pontificis, et etiam licentia dicti generalis Capituli, et relatione in eo facienda, exceptis.
6. Wir wollen außerdem, dass hinsichtlich der Verleihung von Rechten oder Einkünften an jemanden auf Lebenszeit oder für eine andere bestimmte Zeit, sowie hinsichtlich von Verpachtungen oder auch Verkäufen von Einkünften oder Erträgen, die über einen Zeitraum von mehr als fünf Jahren hinausgehen sollen, die oben festgelegte Form in allen Punkten eingehalten werde; ausgenommen jedoch jene Fälle, in denen eine solche Beratung und die Erlaubnis des Römischen Pontifex sowie auch die Erlaubnis des genannten Generalkapitels eingeholt und darüber im Generalkapitel Bericht erstattet wird.
7. Kleine oder wirtschaftlich wertlose Grundstücke dürfen an Dritte vergeben werden — etwa gegen einen jährlichen Geldzins oder einen festen Anteil der Erträge. Das ist aber nur erlaubt, wenn: der Abt vorher sorgfältig mit dem Konvent beraten hat, der Konvent oder zumindest seine Mehrheit zustimmt, und der Abt sowie der Vaterabt zuvor einen Eid leisten, dass die Verpachtung wirklich dem Nutzen des Klosters dient. Wird diese Regel nicht eingehalten, ist die Verpachtung automatisch ungültig. Wenn jedoch viele solcher kleinen oder unergiebigen Grundstücke vergeben werden sollen, muss vorher das Generalkapitel um Erlaubnis gefragt werden. Versucht ein Abt oder ein anderer Verantwortlicher, gegen diese Vorschriften zu handeln, und stimmen Amtsträger des Klosters ihm dabei zu, werden alle Beteiligten durch den Vaterabt aus ihren Ämtern entfernt.
Permittimus tamen quod parvae, steriles vel inutiles possessiones concedi possint sub annuo censu pecuniario, vel sub certa portione, seu quota proventuum, ad tempus tantum, quantum visum fuerit abbati alicuius monasterii vel praesidenti regimini loci conventualis eiusdem Ordinis; praecedente tamen maturo et diligenti tractatu habito cum suo conventu, et de consensu ipsius vel maioris et sanioris partis eiusdem; praestitoque primitus iuramento per ambos abbates praedictos, eodem conventu praesente, quod concessionem huiusmodi facere intendunt, pro utilitate monasterii seu loci conventualis, cuius erunt possessiones praedictae. Et si aliter huiusmodi concessio facta fuerit, eo ipso sit irrita et inanis. Si autem multitudo dictarum possessionum, quamvis parvarum, sterilium vel inutilium extiterit concedenda, tunc ante huiusmodi concessionem earum consulatur idem Capitulum generale, ac ipsius super hoc habeatur licentia, prout superius est distinctum. Abbas vero vel praesidens regimini loci conventualis, si contrarium attentare praesumpserint, ac officiales ipsius monasterii seu loci conventualis super hoc ei consentientes, per eorum patrem abbatem a suis administrationibus deponantur.
7. Wir erlauben jedoch, dass kleine, unfruchtbare oder nutzlose Besitzungen unter einem jährlichen Geldzins oder unter einem bestimmten Anteil bzw. einer Quote der Erträge für eine Zeitdauer vergeben werden können, die dem Abt eines Klosters oder dem Leiter eines konventualen Ortes desselben Ordens angemessen erscheint; jedoch nur nach vorhergehender reifer und sorgfältiger Beratung mit seinem Konvent und mit dessen Zustimmung oder der Zustimmung des größeren und gesünderen Teils desselben. Und zuvor sollen beide genannten Äbte — in Gegenwart desselben Konvents — einen Eid leisten, dass sie eine solche Verleihung im Nutzen des Klosters oder des konventualen Ortes vorzunehmen beabsichtigen, dem die genannten Besitzungen gehören. Wenn eine solche Verleihung anders vorgenommen wird, soll sie eo ipso nichtig und unwirksam sein. Wenn jedoch eine größere Anzahl solcher Besitzungen — auch wenn sie klein, unfruchtbar oder nutzlos sind — vergeben werden soll, dann soll vor einer solchen Verleihung das Generalkapitel konsultiert werden und dessen Erlaubnis eingeholt werden, wie oben bestimmt wurde. Der Abt oder der Leiter eines konventualen Ortes sollen, wenn sie es wagen, das Gegenteil zu versuchen, sowie die Amtsträger desselben Klosters oder konventualen Ortes, die ihnen darin zustimmen, durch ihren Vaterabt aus ihren Ämtern entfernt werden.
8. Der Orden erlaubt Darlehen nur unter strengen Bedingungen. Grundsätzlich darf ein Abt oder ein Leiter eines konventualen Hauses kein Darlehen aufnehmen, ohne vorher die Zustimmung seines Konvents einzuholen. Die Schuldurkunde muss sowohl das Siegel des Abtes als auch das des Konvents tragen. Wenn der Abt jedoch unterwegs ist und eine dringende Notlage eintritt — etwa weil er seine Reise, seine Gemeinschaft oder wichtige Geschäfte sonst nicht finanzieren könnte —, darf er ausnahmsweise auch ohne Konvent ein Darlehen aufnehmen. Dieses darf aber niemals mehr als 100 kleine Touronenser Pfund betragen. Nach seiner Rückkehr muss er innerhalb von acht Tagen dem Konvent genau Rechenschaft ablegen: wie viel er geliehen hat, warum er es geliehen hat, und von wem er das Geld erhalten hat. Solange dieses Darlehen nicht vollständig zurückgezahlt ist, darf er kein weiteres aufnehmen, es sei denn, der Konvent stimmt ausdrücklich zu. Wer gegen diese Regeln verstößt, wird sofort vom Eintritt in die Kirche und von der Teilnahme an den liturgischen Ämtern suspendiert.
Insuper quia plerumque contingit imminere necessitatis articulum, in quo ex diversis causis expedit abbatibus aut praesidentibus principaliter regiminibus aliorum locorum conventualium contrahere mutuum; hanc provisionis cautelam modifica tam in hac parte volumus adhiberi, quod nullus abbas vel alius loci conventualis regimini praesidens ipsius Ordinis, sine consensu proprii conventus mutuum recipere valeat; et quod in authentica scriptura obligationis inde faciendae apponantur eorumdem abbatis vel regimini praesidentis et conventus sigilla. Sed si abbas a suo monasterio vel regimini praesidens ab eius conventuali loco remotus exsisteret, talisque urgeret necessitas, quod sine receptione mutui sibi, familiae suae, aut negotiis utilibus, seu causis per eum agendis providere non posset: permittimus quod tunc sine suo conventu et eius sigillo mutuum recipere valeat; quod tamen summam centum librarum turonensium parvarum, seu valorem ipsarum sive integraliter seu particulariter non excedat. Cuius mutui quantitatem, causam obligationis ac personam a qua illud receperit abbas vel alius regimini praesidens mutuum ipsum recipiens, infra octo dies post eius regressum ad monasterium proprium vel suum conventualem locum, ipsius conventui ad hoc specialiter congregato explicare plenarie teneatur. Et quod ex quo semel usque ad huiusmodi summam centum librarum mutuum receperit, non possit amplius mutuum recipere sine consensu et sigillo conventus eiusdem, donec dictae centum librae fuerint integraliter persolutae. Quicumque autem abbas vel alius praesidens regimini loci conventualis per se vel per alium contrafecerit, eo ipso ab ingressu ecclesiae ac divinis of ficiis sit suspensus.
8. Da es häufig vorkommt, dass eine Situation dringender Not eintritt, in der es aus verschiedenen Gründen für Äbte oder für die Leiter der Verwaltung anderer konventualer Orte notwendig ist, ein Darlehen aufzunehmen, wollen wir, dass in diesem Punkt folgende Vorsichtsmaßnahme angewandt wird: Kein Abt oder Leiter eines konventualen Ortes des Ordens darf ohne die Zustimmung seines eigenen Konvents ein Darlehen aufnehmen; und in der darüber auszustellenden authentischen Schuldurkunde sollen die Siegel sowohl des genannten Abtes oder Leiters als auch des Konvents angebracht werden. Wenn aber der Abt oder der Leiter eines konventualen Ortes von seinem Kloster oder konventualen Ort entfernt ist und eine solche Notwendigkeit drängt, dass er ohne Aufnahme eines Darlehens weder für sich selbst noch für seine Gemeinschaft oder für nützliche Geschäfte oder Angelegenheiten, die er zu erledigen hat, sorgen kann, erlauben wir, dass er dann auch ohne seinen Konvent und dessen Siegel ein Darlehen aufnehmen darf; dieses darf jedoch die Summe von hundert kleinen Touronenser Pfund oder deren Wert weder insgesamt noch in Teilen überschreiten. Die Höhe dieses Darlehens, den Grund der Verpflichtung und die Person, von der er es erhalten hat, muss der Abt oder der Leiter, der das Darlehen aufgenommen hat, innerhalb von acht Tagen nach seiner Rückkehr in sein eigenes Kloster oder seinen konventualen Ort dem eigens dafür versammelten Konvent vollständig darlegen. Und sobald er einmal ein Darlehen bis zu dieser Summe von hundert Pfund aufgenommen hat, darf er kein weiteres Darlehen aufnehmen ohne Zustimmung und Siegel desselben Konvents, bis die genannten hundert Pfund vollständig zurückgezahlt sind. Wer aber — sei es ein Abt oder ein Leiter eines konventualen Ortes — selbst oder durch einen anderen dagegen handelt, ist eo ipso vom Eintritt in die Kirche und von den göttlichen Ämtern suspendiert.
9. Damit wichtige Entscheidungen und Verträge eindeutig nachvollziehbar bleiben, müssen alle Urkunden, die ein Abt oder ein Leiter eines konventualen Hauses mit Zustimmung des Konvents ausstellt, sowohl das Siegel des Abtes als auch das Siegel des Konvents tragen. Außerdem muss jedes Abtssiegel künftig den Namen des Abtes enthalten. So lässt sich jederzeit feststellen, wer eine Entscheidung getroffen hat und in welcher Amtszeit sie erfolgte. Dadurch soll Manipulationen und späteren Fälschungen wirksam vorgebeugt werden.
Et quia gesta hominum scripturae fidei committuntur, ut rei gestae memoria in posterum habeatur, volumus et ordinamus ut ubicumque abbates vel alii locorum conventualium regimini praesidentes aliquid cum expresso suorum conventuum consensu facient, de quo testimonialis conficiatur scriptura, quod sigilla ipsorum abbatum vel aliorum regiminibus praesidentium eorumque conventuum apponantur in illa; et quod deinceps in sigillo cuiuslibet abbatis vel alterius loci conventualis regimini praesidentis, quocumque nomine censeatur, ipsius nomen proprium exprimatur, ut melius sciri possit per quem et cuius tempore id de quo agetur, factum exstiterit, et ut malitiis et falsitatum commentis via melius praecludatur.
9. Und da die Handlungen der Menschen der Glaubwürdigkeit der Schrift anvertraut werden, damit die Erinnerung an das Geschehene für die Zukunft bewahrt werde, wollen und ordnen wir an, dass überall dort, wo Äbte oder Leiter konventualer Orte mit ausdrücklicher Zustimmung ihrer Konvente etwas tun, wovon eine bezeugende Urkunde angefertigt wird, die Siegel der genannten Äbte oder Leiter und ihrer Konvente auf dieser angebracht werden. Und ferner, dass künftig auf dem Siegel eines jeden Abtes oder eines Leiters eines konventualen Ortes — wie auch immer sein Amt genannt wird — sein eigener Name ausgedrückt sei, damit besser erkannt werden kann, durch wen und in welcher Zeit dasjenige, worum es geht, getan worden ist, und damit dem Weg für Bosheiten und erfundene Fälschungen besser vorgebeugt werde.
10. Alle wirtschaftlichen und administrativen Amtsträger eines Klosters — etwa Cellerare, Bursare, Rentmeister, Verwalter und die Leiter der Grangien — müssen bei Amtsantritt einen Eid ablegen. Dieser Eid wird vor dem Abt (oder dem Leiter des konventualen Hauses) und dem Konvent gesprochen. Sie verpflichten sich darin: ihre Aufgaben treu und zuverlässig auszuführen, über alle Einnahmen und Ausgaben korrekt Rechenschaft abzulegen, und alle verbleibenden Gelder oder Güter ordnungsgemäß dem Kloster oder dessen Bursar zu übergeben. Auch alle derzeit amtierenden Verwalter müssen diesen Eid nachträglich leisten.
Praeterea, cum sit consonum rationi ut negotiorum gestores et officiales, de gerendo fideliter et utiliter negotia et officia exercendo illis commissa, iuramenti vinculo astringantur: volumus et ordinamus quod cellerarii, bursarii, negotiorum gestores, rentarii nuncupati, ceterique officiales cuiuslibet monasterii seu alterius loci conventualis et eorum grangiarum magistri, cum ad officia vel magisteria huiusmodi assumentur, iuramentum praestare teneantur in manibus eorum abbatis vel alterius loci conventualis regimini praesidentis suique conventus, quod in commissis sibi officiis, administrationibus vel grangiis fideliter se habebunt; et quod, de receptis et expensis fidelem computum reddent, et reliqua ipsi monasterio seu conventuali loco aut eorum bursariis assignabunt; et quod illi cellerarii, bursarii, negotiorum gestores, officiales et magistri qui nunc sunt, praestare teneantur simile iuramentum.
10. Ferner, da es der Vernunft entspricht, dass Verwalter und Amtsträger durch das Band eines Eides verpflichtet werden, die ihnen übertragenen Geschäfte treu und nützlich zu führen und die Ämter auszuüben, die ihnen anvertraut sind, wollen und ordnen wir an, dass die Cellerare, Bursare, Geschäftsverwalter, die sogenannten Rentmeister, sowie die übrigen Amtsträger eines jeden Klosters oder eines anderen konventualen Ortes und die Meister ihrer Grangien, wenn sie zu solchen Ämtern oder Leitungsaufgaben bestellt werden, verpflichtet sind, in die Hände ihres Abtes oder des Leiters des konventualen Ortes und ihres Konvents einen Eid zu leisten, dass sie sich in den ihnen übertragenen Ämtern, Verwaltungen oder Grangien treu verhalten werden; und dass sie über Einnahmen und Ausgaben treu Rechenschaft ablegen und das Übrige dem Kloster oder dem konventualen Ort oder deren Bursaren übergeben werden. Und dass jene Cellerare, Bursare, Geschäftsverwalter, Amtsträger und Meister, die jetzt im Amt sind, verpflichtet sind, denselben Eid zu leisten.
11. Damit die wirtschaftlichen Angelegenheiten eines Klosters zuverlässig geführt werden, müssen in jedem Kloster zwei Bursare eingesetzt werden — einer davon als Hauptverantwortlicher. Die Wahl erfolgt durch den Abt (oder den Leiter des Hauses) gemeinsam mit den Senioren des Konvents. Diese beiden Bursare haben folgende Aufgaben: alle Gelder des Klosters entgegenzunehmen, egal aus welcher Quelle, die Gelder auf Anweisung des Abtes an die zuständigen Amtsträger weiterzugeben, viermal im Jahr Rechenschaft über Einnahmen und Ausgaben abzulegen. Alle anderen Amtsträger, die Einnahmen verwalten oder Gelder empfangen, müssen mindestens einmal im Jahr — und bei Bedarf auch häufiger — vor dem Abt und den Senioren des Konvents Rechenschaft ablegen. Der Text betont ausdrücklich, dass ohne kluge und glaubensfeste Verwaltung Verschwendung entsteht und lange erarbeitete Ressourcen schnell verloren gehen. Deshalb sollen die Finanzen in den Händen zuverlässiger und kontrollierter Verwalter liegen.
Et quia ubi prudentia et moderantia fidei firmitate vallatae non vindicant sibi locum, luxus inest longique temporis victum brevis hora consumit; decet et expedit ut per dispensatores prudentes et fidos quaeque manuteneatur substantia et etiam dispensetur. Unde statuimus et etiam ordinamus quod in singulis monasteriis et aliis conventualibus locis praedicti Ordinis, per abbatem seu alium regimini praesidentem, de seniorum sui conventus consilio, duo bursarii deputentur quorum unus principalis exsistat; qui siquidem bursarii omnes pecunias ipsius monasterii seu loci conventualis undequaque provenientes universaliter recipiant, et de dicti abbatis vel regimini praesidentis mandato ceteris officialibus et aliis distribuant, prout fuerit opportunum; ipsique bursarii quater in anno, sed ceteri officiales et receptores proventuum, semel et etiam pluries, si eidem abbati vel regimini praesidenti videbitur expedire, de omnibus receptis et expensis, coram praedicto abbate vel regimini praesidente ac senioribus de conventu ipsius monasterii seu loci conventualis, teneantur plenissimam et fidelem reddere rationem.
11. Und da dort, wo Klugheit und Mäßigung, gestützt auf die Festigkeit des Glaubens, sich keinen Platz verschaffen, Verschwendung entsteht und eine kurze Stunde den Unterhalt vieler Jahre verzehrt, ziemt es sich und ist es nützlich, dass durch kluge und treue Verwalter jedes Gut erhalten und auch ausgeteilt werde. Daher bestimmen und ordnen wir an, dass in allen Klöstern und anderen konventualen Orten des genannten Ordens durch den Abt oder den Leiter der Verwaltung, mit dem Rat der Senioren seines Konvents, zwei Bursare eingesetzt werden, von denen einer der Hauptbursar sein soll. Diese Bursare sollen alle Gelder, die dem Kloster oder dem konventualen Ort von überall her zukommen, insgesamt empfangen und sie auf Anordnung des genannten Abtes oder Leiters an die übrigen Amtsträger und andere verteilen, wie es angemessen ist. Und die Bursare selbst sind verpflichtet, viermal im Jahr — die übrigen Amtsträger und Einkünfteempfänger jedoch einmal und auch öfter, wenn es dem Abt oder dem Leiter der Verwaltung zweckmäßig erscheint — über alle Einnahmen und Ausgaben vor dem genannten Abt oder Leiter und den Senioren des Konvents des Klosters oder des konventualen Ortes vollständige und treue Rechenschaft abzulegen.
12. Jeder Abt muss einmal im Jahr vor den Senioren und den Bursaren seines Klosters Rechenschaft über alle Einnahmen und Ausgaben ablegen, die er selbst verwaltet hat. Für seine laufenden Ausgaben erhält er Geld ausschließlich von den Bursaren. Wenn ein Abt auf Reisen ist und unterwegs Geld aus Klostereinkünften oder aus anderen Quellen erhält, muss er dieses Geld nach seiner Rückkehr vollständig den Bursaren übergeben — selbstverständlich mit einer ordentlichen Abrechnung darüber, was er davon ausgegeben hat. Behält ein Abt oder ein anderer Verantwortlicher solche Gelder für sich oder legt keine Rechenschaft ab, wird er zwei Monate nach seiner Rückkehr vom Kircheneintritt und von allen liturgischen Ämtern suspendiert, und zwar so lange, bis er das Geld vollständig an die Bursare übergeben hat.
Abbates vero vel regiminibus praesidentes, coram dictis senioribus et bursariis, annis singulis, de receptis et expensis per eos plenam et fidelem rationem reddere teneantur; recipiant que ipsi abbates vel regiminibus praesidentes a dictis bursariis pecunias pro expensis eorum; et si, dum ipsi extra monasteria vel alia conventualia loca eorum accesserint, eos pecunias contingat de proventibus monasteriorum seu locorum conventualium eorum aut aliunde recipere, huiusmodi pecunias iri ipsorum regressu tradant bursariis praelibatis, computatis si quas de ipsis pecuniis expenderunt. Abbates vero seu alii regiminibus praesidentes, si secus attentare vel sibi talia retinere praesumpserint, ab ingressu ecclesiae ac divinis officiis, post lapsum duorum mensium a die regressus huiusmodi computandorum, tamdiu suspensi existant, donec ea tradant bursariis memoratis.
12. Die Äbte oder die Leiter der Verwaltung sollen jedes Jahr vor den genannten Senioren und den Bursaren vollständige und treue Rechenschaft über die von ihnen empfangenen und ausgegebenen Güter ablegen; und die genannten Äbte oder Leiter sollen von den Bursaren die Gelder für ihre Ausgaben empfangen. Und wenn es geschieht, dass sie, während sie außerhalb ihrer Klöster oder anderer konventualer Orte unterwegs sind, Gelder aus den Einkünften ihrer Klöster oder konventualen Orte oder von anderswoher erhalten, sollen sie solche Gelder bei ihrer Rückkehr den genannten Bursaren übergeben, nachdem sie abgerechnet haben, was sie von diesen Geldern ausgegeben haben. Die Äbte oder andere Leiter der Verwaltung aber, wenn sie es wagen, anders zu handeln oder solche Gelder für sich zurückzubehalten, sollen — nach Ablauf von zwei Monaten, gerechnet vom Tag ihrer Rückkehr — vom Kircheneintritt und von den göttlichen Ämtern so lange suspendiert bleiben, bis sie diese Gelder den genannten Bursaren übergeben haben.
13. Visitationen sollen kurz, nüchtern und ohne Belastung für die Klöster durchgeführt werden. Ein Visitator darf: am Ankunftstag im Kloster sein, höchstens einen weiteren Tag bleiben, bevor die eigentliche Visitation beginnt, und die gesamte Visitation darf maximal drei Tage dauern — außer wenn eine klare Notwendigkeit oder ein großer Nutzen des Klosters eine Verlängerung verlangt.
Wer diese Fristen ohne Grund überschreitet: wird als Abt für ein Jahr vom Chorstuhl und vom Kapitelplatz ausgeschlossen, wird als Mönch für ein Jahr von allen Ämtern ausgeschlossen und muss sechs Monate lang jeden Freitag bei Brot und Wasser fasten.
Die Visitatoren dürfen keine Geschenke annehmen — weder vor, während noch nach der Visitation, und auch nicht über Mittelsmänner. Sie dürfen nur die Reisekosten annehmen, die ihnen auf dem Weg zum Kloster und zurück entstehen, gemäß der Ordnung Papst Clemens’ IV.
Wenn auf dem Weg weitere Klöster liegen, dürfen die Visitatoren dort einkehren; diese Klöster müssen sie gastfreundlich aufnehmen und verpflegen. Für diese Tage dürfen die Visitatoren keine Kosten vom visitierten Kloster verlangen.
Porro quia per visitationis actum, de vita et conversatione illorum qui visitantur exquiritur, et per eum sincere debet correctionis et reformationis officium exerceri, nec proinde hi iuxta canonicas etiam sanctiones superfluis sunt impendiis aggravandi, statuimus et etiam ordinamus quod visitatores in aliquo monasterio per eos visitando, antequam officium visitationis incipiant, nisi prima die qua declinabunt ad illud, valeant demorari et si manere ibi voluerint, sequenti die dumtaxat id licitum sit eisdem; et quod visitationes in eodem Ordine faciendae deinceps non durent ultra triduum continuum, nisi apparens necessitas vel magna uilitas monasterii visitati dies exposceret ampliores; quodque ille visitator qui ultra ipsos primos dies duos vel ultra praefatum triduum absque necessitate vel utilitate praedictis, easdem visitationes prorogare praesumpserit, si abbas fuerit, sit a stallo chori et loco capituli abbatialibus per unum sequentem annum eo ipso suspensus, et sedere in stallo et loco capituli remotis a stallis aliis et locis abbatialibus teneatur; si vero fuerit monachus, eo ipso sit per unum annum sequentem inhabilis ad quodcumque officium et administrationem seu gubernationem in eodem Ordine obtinenda, et nihilominus per sex menses sequentes in pane et aqua in suo monasterio ieiunare qualibet sexta feria teneatur; et quod similes poenas incurrant abbates et monachi, qui visitationis officium impendendo, numerum evectionum per felicis recordationis Clementem Papam IV praedecessorem nostrum super hoc taxatum excedent. Nec praesumant visitatores ipsi, ante huiusmodi eorum visitationem vel in ipsa seu post eam, occasione dictae visitationis aliquod munus suspectum per se vel alium recipere, nec illud a suis recipi permittant. Expensas tamen quas fecerint ad visitatum monasterium eundo et de ipso redeundo, recipere valeant iuxta ordinationem super hoc factam per Clementem eumdem. Ubi autem a monasterio iam visitato usque ad monasterium visitandum aliquod vel aliqua monasteria in itinere constituta extiterint, ad quae dicti visitatores possint commode declinare, hoc ipsi efficere valeant; dictaque monasteria taliter constituta eosdem visitatores caritative recipere decenterque tractare, ac eis providere in victualibus teneantur; et pro diebus, quibus ad huiusmodi constituta, ut praefertur, monasteria declinabunt, et eis, ut praetangitur, provisum extiterit, nullas expensas possint a monasteriis seu locis recipere visitatis. Abbas autem contra praedicta recipiens, nisi infra duos menses a receptione huiusmodi computandos, eis a quibus receperat receptum restituat, ipsis elapsis, duplum restituere teneatur; monachus vero quidquid contra id receperit, restituere non postponat, et ob hoc regulari subiaceat disciplinae.
Porro quia per visitationis actum, de vita et conversatione illorum qui visitantur exquiritur, et per eum sincere debet correctionis et reformationis officium exerceri, nec proinde hi iuxta canonicas etiam sanctiones superfluis sunt impendiis aggravandi, statuimus et etiam ordinamus quod visitatores in aliquo monasterio per eos visitando, antequam officium visitationis incipiant, nisi prima die qua declinabunt ad illud, valeant demorari et si manere ibi voluerint, sequenti die dumtaxat id licitum sit eisdem; et quod visitationes in eodem Ordine faciendae deinceps non durent ultra triduum continuum, nisi apparens necessitas vel magna uilitas monasterii visitati dies exposceret ampliores; quodque ille visitator qui ultra ipsos primos dies duos vel ultra praefatum triduum absque necessitate vel utilitate praedictis, easdem visitationes prorogare praesumpserit, si abbas fuerit, sit a stallo chori et loco capituli abbatialibus per unum sequentem annum eo ipso suspensus, et sedere in stallo et loco capituli remotis a stallis aliis et locis abbatialibus teneatur; si vero fuerit monachus, eo ipso sit per unum annum sequentem inhabilis ad quodcumque officium et administrationem seu gubernationem in eodem Ordine obtinenda, et nihilominus per sex menses sequentes in pane et aqua in suo monasterio ieiunare qualibet sexta feria teneatur; et quod similes poenas incurrant abbates et monachi, qui visitationis officium impendendo, numerum evectionum per felicis recordationis Clementem Papam IV praedecessorem nostrum super hoc taxatum excedent. Nec praesumant visitatores ipsi, ante huiusmodi eorum visitationem vel in ipsa seu post eam, occasione dictae visitationis aliquod munus suspectum per se vel alium recipere, nec illud a suis recipi permittant. Expensas tamen quas fecerint ad visitatum monasterium eundo et de ipso redeundo, recipere valeant iuxta ordinationem super hoc factam per Clementem eumdem. Ubi autem a monasterio iam visitato usque ad monasterium visitandum aliquod vel aliqua monasteria in itinere constituta extiterint, ad quae dicti visitatores possint commode declinare, hoc ipsi efficere valeant; dictaque monasteria taliter constituta eosdem visitatores caritative recipere decenterque tractare, ac eis providere in victualibus teneantur; et pro diebus, quibus ad huiusmodi constituta, ut praefertur, monasteria declinabunt, et eis, ut praetangitur, provisum extiterit, nullas expensas possint a monasteriis seu locis recipere visitatis. Abbas autem contra praedicta recipiens, nisi infra duos menses a receptione huiusmodi computandos, eis a quibus receperat receptum restituat, ipsis elapsis, duplum restituere teneatur; monachus vero quidquid contra id receperit, restituere non postponat, et ob hoc regulari subiaceat disciplinae.
14. Visitatoren dürfen sich während einer Visitation keine zusätzlichen Äbte anschließen — und andere Äbte dürfen sich ihnen ebenfalls nicht anschließen. Ausnahmen gibt es nur in besonderen Situationen: wenn eine Absetzung eines Abtes droht, wenn ein schwieriger oder gefährlicher Fall zu behandeln ist, wenn Gefahr auf der Reise besteht, oder wenn eine Sprachübersetzung notwendig ist. Eine Sonderregel gilt für den Abt von Cîteaux und die vier Primarabteien: Sie dürfen, wenn sie möchten, einen weiteren Abt zu ihrer Visitation hinzuziehen. Die Visitatoren dürfen die Namen derjenigen, die ihnen vertraulich Vergehen oder Missstände melden, nicht preisgeben — außer wenn eine konkrete Strafe verhängt werden muss. Wer solche Geheimnisse offenbart, kann selbst bestraft werden, je nach Schwere des Falles, durch Entscheidung des Generalkapitels. Außerdem wird die Zahl der Reisetage festgelegt: große Äbte (Cîteaux + vier Primarabteien): 6 Reisetage außerhalb der Visitationen. Alle übrigen Äbte: 4 Reisetage. Und niemand darf aus dieser Regel ableiten, dass ihm mehr Reisetage zustehen, wenn er bisher weniger genutzt hat.
Nec audeant praefati visitatores in ipsis visitationibus sibi alios abbates adiungere, nec ipsi alii abbates sese illis adiungant, nisi pro consilio vel auxilio, ubi casus depositionis alicuius abbatis, vel aliud magnum et arduum negotium, seu patriae vel locorum per quae transire haberent, periculum immineret, seu interpretatio linguarum necessaria foret. Verumtamen Cisterciensis et quatuor abbates quatuor principalium filiarum, qui sunt pro tempore ac superius nominantur, in eisdem visitationibus alium abbatem (si velint) secum recipere, vel sibi adiungere valeant. Neque praedicti visitatores nomina eorum qui eis in ipsis visitationibus secreta revelaverint aliqua, ea revelare praesumant, nisi tunc demum cum propter revelata huiusmodi ad alicuius punitionem vel poenam fuerit procedendum; nec non revelantes huiusmodi puniantur, plus vel minus prout facti qualitas exiget, secundum arbitrium ipsius Ordinis Capituli generalis. Et quod abbates maiores post abbaten Cisterciensen et quatuor alii abbates earumdem principalium filiarum, qui sunt pro tempore, extra visitationes eorum sex tantum, alii vero minores abbates quatuor evectionibus sint contenti; nec hoc praetextu qui pauciorbus uti solebant, credant sibi potestatem plurium attributam.
14. Die genannten Visitatoren sollen es nicht wagen, sich bei den Visitationen andere Äbte beizugesellen, noch sollen jene anderen Äbte sich ihnen anschließen, außer zum Zweck von Rat oder Hilfe, wenn der Fall der Absetzung eines Abtes oder ein anderes großes und schwieriges Geschäft bevorsteht, oder wenn Gefahr für das Land oder die Orte, durch die sie zu reisen haben, droht, oder wenn eine Sprachübersetzung notwendig ist. Jedoch dürfen der Abt von Cîteaux und die vier Äbte der vier Haupttöchter, die jeweils im Amt sind und oben genannt wurden, bei denselben Visitationen, wenn sie wollen, einen anderen Abt mit sich nehmen oder sich beigesellen. Auch sollen die genannten Visitatoren die Namen derjenigen, die ihnen bei den Visitationen irgendwelche Geheimnisse offenbart haben, nicht zu enthüllen wagen, außer dann, wenn aufgrund solcher Enthüllungen zur Bestrafung oder Ahndung einer Person geschritten werden muss; und diejenigen, die solche Geheimnisse offenbart haben, sollen bestraft werden, mehr oder weniger, je nachdem es die Qualität der Sache erfordert, nach dem Ermessen des Generalkapitels des Ordens. Und dass die größeren Äbte nach dem Abt von Cîteaux und die vier anderen Äbte derselben Haupttöchter, die jeweils im Amt sind, außerhalb ihrer Visitationen sich mit nur sechs Reisetagen begnügen sollen; die übrigen kleineren Äbte aber mit vier Reisetagen; und dass diejenigen, die bisher weniger Reisetage zu nutzen pflegten, nicht glauben sollen, dass ihnen unter diesem Vorwand mehr Befugnis verliehen sei.
Um zu verhindern, dass Klöster durch durchreisende Äbte oder Mönche übermäßig belastet werden, legt die Konstitution fest: Wer auf dem Weg zum Generalkapitel, auf der Rückreise oder aus einem anderen Grund in ein Kloster des Ordens einkehrt, darf dort höchstens zwei Tage bleiben: den Ankunftstag und den folgenden. Das gilt für die Reisenden selbst und für ihre gesamte Begleitung. Das gastgebende Kloster darf sie nicht länger beherbergen, einladen oder versorgen. Wenn ein längerer Aufenthalt aus einem vernünftigen Grund nötig ist, müssen die Gäste ihre Kosten selbst tragen, aus den Mitteln ihres eigenen Klosters. Wer gegen diese Regel verstößt — sowohl die, die zu viel geben, als auch die, die zu viel nehmen — wird vom Generalkapitel bestraft. Aus der Zweitagesregel entsteht kein Anspruch, irgendwo einzukehren oder länger zu bleiben. Nur eines bleibt ausgenommen: offensichtlich Kranke sollen weiterhin die übliche Nächstenliebe und Gastfreundschaft erhalten.
Rursus praecavere volentes ne per abbates vel monachos dicti Ordinis declinantes ad alia monasteria eiusdem Ordinis, veniendo ad huiusmodi Capitulum generale vel de illo redeundo seu alias huiusmodi alia monasteria plus debito aggraventur, statuimus et ordinamus quod abbates aut monachi praefati ad idem Capitulum venientes vel de ipso redeuntes, seu alias tamquam hospites ad aliquod monasterium seu locum conventualem iam dicti Ordinis declinantes, non remaneant in eodem monasterio seu conventuali loco vel in aliis eorum locis, ad expensas ipsius monasterii aut loci conventualis vel aliorum locorum ipsorum, ultra diem qua illuc declinaverunt et sequentem, ipsi vel aliquis de familia eorumdem; nec ultra dictos dies abbas vel cellerarius aut aliquis alius dicti monasterii seu loci conventualis aut aliquorum locorum eorumdem, ipsos invitare vel amplius eis aliquid ministrare praesumat. Quod si ex aliqua rationabili causa ipsi vel aliquis de familia eorumdem amplius remanere voluerint, expensas quas ibi tunc fecerint, de bonis proprii monasterii vel aliunde procuratis solvere teneantur. Quicumque vero contrarium fecerint, tam dantes, quam recipientes, de inobedientia et transgressione huiusmodi statuti et ordinationis nostrorum per generale dicti Ordinis Capitulum puniantur. Sed per praedicta nullum ius ipsorum declinantium alicui acquiratur, etiam per ipsos duos dies vel alias ad aliquod monasterium seu locum conventualem eiusdem Ordinis aut locorum eorum declinandi, aut in eorum aliquo remanendi; hoc tantum salvo, quod circa patenter infirmantes solita caritas et pia hospitalitas observentur.
Da wir vorbeugen wollen, dass die Äbte oder Mönche des genannten Ordens, wenn sie zu anderen Klöstern desselben Ordens abbiegen — sei es auf dem Weg zum Generalkapitel, sei es von diesem zurückkehrend oder sonst zu solchen anderen Klöstern — mehr als gebührlich belastet werden, bestimmen und ordnen wir Folgendes: Die genannten Äbte oder Mönche, die zum Kapitel kommen oder von ihm zurückkehren oder sonst als Gäste zu irgendeinem Kloster oder Konventort des genannten Ordens abbiegen, sollen nicht länger in demselben Kloster oder Konventort oder in anderen Orten desselben bleiben als den Tag, an dem sie dorthin abgebogen sind, und den folgenden, weder sie selbst noch jemand aus ihrer familia. Und weder der Abt noch der Cellerar noch irgendein anderer des genannten Klosters oder Konventortes oder irgendeines ihrer Orte soll es wagen, sie über diese Tage hinaus einzuladen oder ihnen etwas weiter darzureichen. Wenn sie aber aus irgendeinem vernünftigen Grund selbst oder jemand aus ihrer familia länger bleiben wollen, sollen sie die Ausgaben, die sie dann dort machen, aus den Gütern ihres eigenen Klosters oder aus anderweitig beschafften Mitteln bezahlen. Wer aber das Gegenteil tut — sowohl die Gebenden als auch die Empfangenden — soll wegen Ungehorsams und Übertretung dieses Statuts und unserer Anordnung vom Generalkapitel des genannten Ordens bestraft werden. Durch das Vorstehende soll jedoch den Abweichenden keinerlei Recht erwachsen, auch nicht durch diese zwei Tage oder sonst, zu irgendeinem Kloster oder Konventort desselben Ordens oder deren Orten abzubiegen oder in einem von ihnen zu bleiben; nur dies bleibt vorbehalten: dass gegenüber offen erkennbar Kranken die gewohnte Liebe und fromme Gastfreundschaft beobachtet werde.
16. Das Generalkapitel existiert, um den Zustand der Klöster zu prüfen, Reformen zu beraten und die Ordensobservanz zu sichern. Deshalb sollen alle Äbte, die dazu verpflichtet sind und keinen anerkannten Hinderungsgrund haben, daran teilnehmen. Wer ohne legitimen Grund oder ohne besondere Erlaubnis fernbleibt, muss das Doppelte der Reisekosten zahlen, die für Hin- und Rückweg angefallen wären. Dieses Geld ist im nächsten Generalkapitel abzuliefern und dient dessen Zwecken. Die Diffinitoren dürfen solche säumigen Äbte mit kirchlichen Strafen zur Zahlung zwingen, ohne dass eine Berufung möglich ist. Sie dürfen darüber Verfahren führen, Urteile fällen und veröffentlichen. Ein Erlass oder eine Minderung dieser Strafe ist ausgeschlossen. Äbte, die ein legitimes Hindernis oder eine Erlaubnis geltend machen, müssen dies zunächst ihrem eigenen Konvent mitteilen, wenn die Reise anstünde. Außerdem müssen sie im Generalkapitel durch einen bevollmächtigten Vertreter nachweisen lassen, dass das Hindernis wirklich bestand. Dieser Vertreter muss, wenn es der Abt von Cîteaux und die Vorsitzenden verlangen, einen Eid ablegen, dass die Gründe wahr sind. Wenn Abt und Vorsitzende das Hindernis nicht anerkennen, gilt der betreffende Abt als säumig und schuldet das doppelte Reisegeld.
Quia vero ideo sunt huiusmodi generalia Capitula instituta, ut in eis de statu monasteriorum et aliorum locorum regularium, ac de reformatione Ordinis et observantia regulari tractatus debeat diligens adhiberi: dignum et debitum fore dignoscitur, ut ad illa conveniant universi quibus id imminet praepeditionem canonicam non habentes. Quare statuimus, et etiam ordinamus, quod abbates ipsius Ordinis qui de cetero non venerint ad dictum Capitulum generale, qui venire tamen tenebantur, secundum Ordinis praedicti statuta, non habentes impedimentum legitimum seu licentiam specialem ab eo qui dare possit eamdem: exhibere teneantur duplum eius quod expensuri essent ad idem Capitulum veniendo et redeundo de illo, duplumque huiusmodi solvere in sequenti Capitulo generali in utilitatem ipsius generalis Capituli convertendum; et quod possint Diffinitores eiusdem Capituli generalis tales abbates non venientes ad duplum huiusmodi exsolvendum auctoritate apostolica per censuram ecclesiasticam, sublato appellationis obstaculo, coarctare; eorumque super hoc processum habendum et ferendas sententias publicas, ac facere publicari; quodque circa ipsum duplum in totum vel in partem nulli valeat fieri gratia, vel remissio indulgeri. Illi vero abbates qui legitimum impedimentum seu licentiam huiusmodi asseruerint se habere, illa conventibus suis, tempore quo iter eundi ad dictum Capitulum arripere deberent, exponere teneantur; et nihilominus subsequenter de dictis impedimentis sive licentia in ipso generali Capitulo fidem facere per suum procuratorem seu excusatorem probum et idoneum virum, habentem speciale mandatum praestandi iuramentum in animam ipsius mittentis, causas absentiae ac impedimentum huiusmodi vera esse; quod quidem iuramentum praestare teneantur, si visum fuerit abbati Cisterciensi qui est pro tempore, ac praesidentibus ipsi Capitulo generali. Et si abbas ac praesidentes praefati tale impedimentum et licentiam ipsam non esse legitima fuerint arbitrati, tales abbates, qui ad idem Capitulum nequaquam venerant, declarent incurrisse poenam solvendi duplum praefatum, quemadmodum est praemissum.
16. Da solche Generalkapitel gerade deshalb eingesetzt worden sind, damit in ihnen über den Zustand der Klöster und der übrigen regulierten Orte sowie über die Reform des Ordens und die regelmäßige Observanz sorgfältig beraten werde, erscheint es angemessen und geboten, dass alle, die dazu verpflichtet sind und keinen kanonischen Hinderungsgrund haben, zu ihnen zusammenkommen. Deshalb bestimmen und ordnen wir außerdem, dass die Äbte des Ordens, die künftig nicht zu dem genannten Generalkapitel kommen, obwohl sie nach den Statuten des genannten Ordens dazu verpflichtet wären und kein legitimes Hindernis oder keine besondere Erlaubnis von demjenigen haben, der eine solche erteilen kann, verpflichtet sind, das Doppelte dessen zu entrichten, was sie für die Reise zu diesem Kapitel und die Rückkehr davon ausgegeben hätten; und dass sie dieses Doppelte im folgenden Generalkapitel bezahlen sollen, und zwar so, dass es dem Nutzen eben dieses Generalkapitels zugutekommt. Und die Diffinitoren desselben Generalkapitels sollen befugt sein, solche nicht erschienenen Äbte kraft apostolischer Autorität durch kirchliche Zensur, unter Ausschluss eines Berufungshindernisses, zur Zahlung dieses Doppels zu zwingen; und sie dürfen in dieser Sache ein Verfahren führen, öffentliche Urteile fällen und deren Veröffentlichung veranlassen. Und hinsichtlich dieses Doppels darf keinem eine Gnade oder ein Erlass, weder ganz noch teilweise, gewährt werden. Diejenigen Äbte aber, die behaupten, ein legitimes Hindernis oder eine solche Erlaubnis zu haben, müssen dies ihren Konventen zu der Zeit darlegen, zu der sie die Reise zu dem genannten Kapitel antreten müssten; und sie müssen außerdem anschließend über die genannten Hindernisse oder die Erlaubnis im Generalkapitel selbst durch ihren Prokurator oder Entschuldigungsvertreter — einen tüchtigen und geeigneten Mann — Glauben schaffen, der ein besonderes Mandat hat, auf die Seele des Senders zu schwören, dass die Gründe der Abwesenheit und das Hindernis wahr seien. Diesen Eid müssen sie leisten, wenn es dem jeweils amtierenden Abt von Cîteaux und den Vorsitzenden des Generalkapitels so erscheint. Und wenn der genannte Abt und die Vorsitzenden urteilen, dass ein solches Hindernis oder eine solche Erlaubnis nicht legitim sei, sollen sie erklären, dass jene Äbte, die zu dem Kapitel überhaupt nicht gekommen sind, die Strafe der Zahlung des genannten Doppels verwirkt haben, wie oben bestimmt.
17. Da einige Klöster die im Orden üblichen Beiträge für gemeinsame Aufgaben nur widerwillig oder gar nicht zahlen, erhält die Ordensleitung weitreichende Vollmachten: Der Abt von Cîteaux und die vier Primarabteien dürfen — ohne dass eine Berufung möglich ist — mit kirchlichen Strafen und anderen ordensüblichen Mitteln alle verpflichteten Häuser zur Zahlung der Beiträge anhalten. Sie dürfen auch gegen jene vorgehen, die sich weigern, die Beiträge zu zahlen, oder die deren Zahlung behindern, sei es offen oder heimlich. Dazu gehören Verfahren und, wenn nötig, Exkommunikation, Suspension, Interdikt und andere kirchliche Strafen, auch in den betroffenen und benachbarten Klöstern. Diese Maßnahmen dürfen im Generalkapitel öffentlich bekannt gemacht werden.
Quia vero nonnulli, sicut accepimus, ad solvendum contributiones quae in eodem Ordine pro necessitatibus et usibus communibus et alias consuetis ipsius Ordinis pro tempore imponuntur, se reddunt difficiles et remissos: Nos adversus eos et circa negotia contributionum ipsarum, aliaque illa contingentia, prout sequitur, duximus providendum; videlicet quod abbati Cisterciensi et quatuor abbatibus principalium filiarum supradictis, et qui pro tempore fuerint, et cuilibet eorumdem, auctoritate apostolica, remoto appellationis obstaculo, per censuram ecclesiasticam, et per alia remedia iuxta dicti Ordinis instituta et observantias consuetas aliaque opportuna remedia compellendi eos quibus dictae contributiones pro tempore impositae fuerint, ad solvendum easdem; et ad id etiam coarctandum recusantes seu negligentes solvere praefatas contributiones iam impositas, et quosvis alios impedimentum praestantes publice vel occulte quominus contributiones praedictae solvantur; ad desistendum prorsus ab impedimento huiusmodi, nec non processus habendos, ac excommunicationis, suspensionis et interdicti, aliasque sententias ferendas in tales recusantes, negligentes et impedimentum praestantes nunc et in posterum in eorum et aliis monasteriis ac locis circumvicinis, prout fuerit opportunum; ac in generali Capitulo ipsius Ordinis publicandi, et publicari faciendi, plenam atque liberam concedimus tenore praesentium potestatem.
17. Da wir erfahren haben, dass manche sich beim Bezahlen der Beiträge, die im Orden jeweils für gemeinsame Bedürfnisse und gewöhnliche Zwecke des Ordens auferlegt werden, schwierig und nachlässig zeigen, haben wir es für notwendig gehalten, gegen sie und hinsichtlich der Angelegenheiten dieser Beiträge und der damit zusammenhängenden Dinge wie folgt vorzusorgen: Nämlich, dass wir dem Abt von Cîteaux und den vier Äbten der oben genannten Haupttöchter — und ihren jeweiligen Nachfolgern — sowie jedem Einzelnen von ihnen kraft apostolischer Autorität, unter Ausschluss eines Berufungsrechts, die volle Befugnis geben, durch kirchliche Zensur und durch andere Mittel gemäß den Statuten und gewohnten Observanzen des Ordens sowie durch weitere geeignete Maßnahmen diejenigen, denen solche Beiträge jeweils auferlegt worden sind, zur Zahlung derselben zu zwingen. Ebenso sollen sie befugt sein, jene, die sich weigern oder nachlässig sind, die bereits auferlegten Beiträge zu zahlen, sowie alle anderen, die öffentlich oder heimlich ein Hindernis setzen, damit die genannten Beiträge nicht bezahlt werden, zur vollständigen Unterlassung eines solchen Hindernisses zu nötigen. Und sie sollen Verfahren führen dürfen und Exkommunikation, Suspension, Interdikt und andere Urteile gegen solche Verweigerer, Nachlässigen und Hindernisbereiter jetzt und künftig in ihren und in anderen Klöstern sowie in benachbarten Orten verhängen, wie es angemessen ist; und sie sollen diese Urteile im Generalkapitel des Ordens veröffentlichen und veröffentlichen lassen dürfen. All dies gewähren wir ihnen mit voller und freier Macht durch den Inhalt dieses Schreibens.
18. Das Generalkapitel bestimmt jedes Jahr drei Äbte, die die Ordensbeiträge entgegennehmen und gemäß den Weisungen des Kapitels für gemeinsame Aufgaben des Ordens verwenden. Nicht verbrauchte Gelder werden sicher verwahrt — in einem Kloster, das das Kapitel bestimmt, und unter drei Schlössern, deren Schlüssel die drei Äbte besitzen. Diese Äbte müssen im nächsten Generalkapitel Rechenschaft über Einnahmen und Ausgaben ablegen. Der verbleibende Rest wird an drei neu bestimmte Äbte übergeben, die wiederum die Verantwortung übernehmen. Die drei Äbte müssen einen Eid leisten, dass sie die Gelder korrekt empfangen, verwahren, ausgeben und darüber Rechenschaft ablegen. Sie dürfen jährlich vertrauenswürdige Personen beauftragen, nicht bezahlte Beiträge einzuziehen. Diese Beauftragten müssen ebenfalls einen Eid leisten und die Gelder vollständig zum nächsten Generalkapitel bringen.
Für die Zahlungsbestätigungen wird ein eigenes Siegel geschaffen, das ebenfalls unter drei Schlössern verwahrt wird. Einzelne Zahlungen außerhalb des Generalkapitels dürfen die Beauftragten mit ihren eigenen Siegeln quittieren; spätere Quittungen müssen mit dem neuen offiziellen Siegel versehen werden. Alle diese Bestimmungen müssen strikt eingehalten werden. Wer dagegen handelt, zieht sich automatisch die Exkommunikation zu.
Volumus autem quod praedictas contibutiones deinceps recipiant tres abbates dicti Ordinis ad hoc per ipsum generale Capitulum seu per Diffinitores eiusdem annis singulis deputandi, qui iuxta ordinationem dicti Capituli seu Diffinitorum eius pro necessitatibus et usibus communibus aliasque consuetis iam dicti Ordinis dispenset easdem. Et si quid de ipsis contributionibus superfuerit, in aliquo monasterio securo ad hoc per dictum Capitulum vel per ipsius Diffinitores eligendo ponatur, et sub provisione custodiae per ipsos tres abbates super hoc adhibenda, sub tribus seraturis et diversificatis clavibus, de quibus quilibet ipsorum trium abbatum suam clavem teneat, fideliter conservetur; tenebunt namque praefati tres abbates in subsequenti Capitulo generali de receptis et expensis per eos Diffinitoribus ipsius Capituli reddere rationem; et illud quod restabit, ipsi Capitulo seu Diffinitoribus ipsius Capituli custodiendum restituere modo praemisso per alios tres abbates per ipsum Capitulum seu Diffinitores eius, ut praetangitur, deputandos; dictique tres abbates quando ad praedicta deputabuntur, iuramentum praestabunt quod in recipiendo, custodiendo et expendendo contributiones praedictas, ac in reddendo rationem de ipsis fideliter se habebunt. Poterunt autem dicti tres abbates receptores modo praedicto a generali Capitulo seu Diffinitoribus ipsius Capituli deputati de ipsorum abbatis Cisterciensis et quatuor coabbatum totidem principalium filiarum consilio, certis personis fidelibus et discretis annis singulis vices suas committere ad recipiendum contributiones in generali Capitulo non solutas; qui siquidem discreti praestabunt solemniter iuramentum, quod praefatas contributiones levabunt, exigent, et servabunt fideliter; et ad sequens generale Capitulum dictis commissariis generalis Capituli seu Diffinitorum eius integraliter deportabunt; dictique tres abbates rationem reddent coram eisdem abbate Cisterciensi et quatuor coabbatibus totidem principalium filiarum, si omnes ipsi praesentes fuerint, nec non coram illis Diffinitoribus quos praefati Cisterciensis et quatuor coabbates in Divione decreverint retinendos. Volumus quoque quod fiat speciale sigillum, quo litterae solutionis contributionum dicti Ordinis de cetero sigillentur; quod quidem sigillum sub tribus seraturis et diversificatis clavibus penes dictos tres abbates, vel in aliquo monasterio de quo eis magis expedire videbitur, apud aliquem vel aliquos quem vel quos eligendum vel eligendos decreverint, iam dictum sigillum modo praetacto servetur. Praedictae tamen personae, quibus de dictorum abbatis Cisterciensis et quatuor coabbatum totidem principalium filiarum consilio, ipsi tres abbates, ut praedicitur, committent vices suas, dum non solutas contributiones receperint, poterunt de solutionibus particularibus, quae fient extra Capitulum generale, recognitionem facere sub sigillis propriis eorumdem; sed illa quae fient post modum eis sigillabuntur praedicto speciali sigillo. Praemissa vero circa ordinationem contributionum sic exactae et diligenter observentur in Ordine antedicto, quod etiam per generale Capitulum vel alium seu alios quoslibet, quovis colore quaesito, contra ea nihil fieri praesumatur; et si quis secus attentare praesumpserit, incurrat excommunicationis sententiam ipso facto.
18. Wir wollen, dass die genannten Beiträge künftig von drei Äbten des Ordens entgegengenommen werden, die hierfür jedes Jahr vom Generalkapitel selbst oder von dessen Diffinitoren bestimmt werden. Diese sollen die Beiträge gemäß der Anordnung des Kapitels oder seiner Diffinitoren für die gemeinsamen Bedürfnisse und üblichen Zwecke des genannten Ordens verwenden. Und wenn von diesen Beiträgen etwas übrig bleibt, soll es in einem sicheren Kloster, das vom Kapitel oder seinen Diffinitoren hierfür ausgewählt wird, niedergelegt und unter der Aufsicht und Verwahrung der drei Äbte, die hierfür Sorge zu tragen haben, unter drei Schlössern mit verschiedenen Schlüsseln, von denen jeder der drei Äbte seinen eigenen Schlüssel besitzt, treu verwahrt werden. Die genannten drei Äbte müssen im folgenden Generalkapitel den Diffinitoren dieses Kapitels Rechenschaft über die von ihnen empfangenen und ausgegebenen Gelder ablegen; und was übrig bleibt, sollen sie dem Kapitel oder dessen Diffinitoren zur Verwahrung in der genannten Weise zurückgeben, damit es durch andere drei Äbte, die vom Kapitel oder seinen Diffinitoren bestimmt werden, übernommen werde. Und die drei Äbte, wenn sie zu diesen Aufgaben bestimmt werden, sollen einen Eid leisten, dass sie sich beim Empfang, bei der Verwahrung und bei der Ausgabe der genannten Beiträge sowie bei der Rechenschaftslegung darüber treu verhalten werden. Die genannten drei Äbte, die auf diese Weise vom Generalkapitel oder seinen Diffinitoren bestimmt wurden, können außerdem — mit Rat des Abtes von Cîteaux und der vier Äbte der Haupttöchter — jedes Jahr gewissen treuen und besonnenen Personen ihre Aufgaben übertragen, um die Beiträge einzuziehen, die im Generalkapitel nicht bezahlt wurden. Diese Beauftragten sollen feierlich schwören, dass sie die genannten Beiträge erheben, einfordern und treu verwahren werden und sie vollständig zum nächsten Generalkapitel bringen. Und die drei Äbte sollen Rechenschaft ablegen vor dem Abt von Cîteaux und den vier Äbten der Haupttöchter, sofern alle anwesend sind, sowie vor jenen Diffinitoren, die der Abt von Cîteaux und die vier Äbte in Dijon zu behalten bestimmt haben. Wir wollen außerdem, dass ein besonderes Siegel angefertigt wird, mit dem künftig die Zahlungsbestätigungen der Beiträge des Ordens gesiegelt werden. Dieses Siegel soll unter drei Schlössern und verschiedenen Schlüsseln bei den genannten drei Äbten oder in einem Kloster, das ihnen geeigneter erscheint, bei einer oder mehreren Personen, die sie auswählen, in der genannten Weise verwahrt werden. Die genannten Personen, denen die drei Äbte — mit Rat des Abtes von Cîteaux und der vier Äbte der Haupttöchter — ihre Aufgaben übertragen, dürfen, wenn sie nicht bezahlte Beiträge erhalten, über einzelne Zahlungen, die außerhalb des Generalkapitels erfolgen, Bescheinigungen unter ihren eigenen Siegeln ausstellen; doch jene Bescheinigungen, die später ausgestellt werden, sollen mit dem genannten besonderen Siegel gesiegelt werden. Und alles Vorstehende über die Ordnung der Beiträge soll im genannten Orden so genau und sorgfältig beachtet werden, dass auch durch das Generalkapitel oder durch irgendeine andere Person oder Personen — unter welchem Vorwand auch immer — nichts dagegen unternommen werde; und wer dennoch etwas anderes zu versuchen wagt, verfällt ipso facto der Exkommunikation.
19. Um sicherzustellen, dass für Gottesdienst und Ordensdienst nur wirklich geeignete Menschen aufgenommen werden, legt die Konstitution fest: In den Orden dürfen künftig nur solche Männer als Mönche oder Konversen aufgenommen werden, die für das Leben und die Aufgaben dieser Gruppen geeignet sind. Die Aufnahme darf nur durch den Abt oder den jeweiligen Leiter eines Konventortes erfolgen, und zwar immer im Einvernehmen mit den erfahrenen Brüdern des Hauses — also mit den Senioren oder zumindest mit der Mehrheit bzw. der vernünftigeren Mehrheit des Konvents. Wer ohne dieses Verfahren aufgenommen wird, erwirbt keinerlei Rechte aus dieser Aufnahme.
Nempe cautius providere volentes, quod pro divini cultus et aliis obsequiis praestandis in Ordine praelibato, personae recipiantur idoneae ipsis officiis congruentes: statuimus et ordinamus quod de cetero in eodem Ordine non recipiantur in monachos vel conversos nisi personae idoneae ad ea quae conveniunt monachis vel conversis praedicti Ordinis; et nisi per abbates monasteriorum, vel principaliter praesidentium regiminibus aliorum locorum conventualium ipsius Ordinis, et infra monasterium seu loca huiusmodi cum consilio seniorum de conventu, seu maioris vel sanioris partis eorum monasterii vel alterius loci conventualis, in quo monachorum vel conversorum fiet receptio praedictorum; si secus actum fuerit, carere iuribus decernentes.
19. Da wir vorsichtiger dafür sorgen wollen, dass für die Verrichtung des Gottesdienstes und der anderen Dienste im genannten Orden geeignete Personen aufgenommen werden, die den entsprechenden Aufgaben entsprechen, bestimmen und ordnen wir: Dass künftig in demselben Orden weder als Mönche noch als Konversen andere aufgenommen werden dürfen als Personen, die für das geeignet sind, was Mönchen oder Konversen dieses Ordens zukommt; und dass die Aufnahme nur durch die Äbte der Klöster oder durch diejenigen erfolgen darf, die vor allem der Leitung anderer Konventorte des Ordens vorstehen, und zwar innerhalb des Klosters oder des betreffenden Ortes und mit dem Rat der Senioren des Konvents, oder der Mehrheit bzw. der „besseren“ (vernünftigeren) Partei dieses Klosters oder des betreffenden Konventortes, in dem die Aufnahme der genannten Mönche oder Konversen stattfinden soll. Wenn anders gehandelt wird, erklären wir, dass die so Aufgenommenen der Rechte entbehren sollen.
20. Weil kirchliche Personen — besonders Mönche — durch Schlichtheit und Bescheidenheit gekennzeichnet sein sollen, legt die Konstitution fest: Alle Äbte und Mönche des Ordens dürfen nur braune oder weiße Kleidung tragen. Sie dürfen keine Diener mit auffälligen, modischen oder kostbaren Kleidern mit sich führen, insbesondere keine gestreiften oder zweifarbigen Gewänder. Außerdem sollen sie auf prunkvolle Silbergefäße, luxuriöse Bettdecken und jegliche überflüssige Zier verzichten. Wer dagegen verstößt, soll durch Abt, Visitatoren oder das Generalkapitel so streng bestraft werden, dass es anderen als abschreckendes Beispiel dient.
Profecto quia honestas, temperantia, et modestia debent in cunctis personis ecclesiasticis et maxime regularibus divinis laudibus sedulius dedicatis locum praecipuum obtinere: statuimus et etiam ordinamus ut omnes abbates et praesidentes regiminibus aliorum locorum conventualium, et monachi eiusdem Ordinis pannis bruni vel albi coloris dumtaxat utantur; et quod domicellum seu domicellos de vestibus vel robis partitis aut virgatis indutum vel indutos, sive alias pretiosis ducere non praesumant. Quodque a curiositate ac superfluitate vasorum argenteorum, lectisterniorum, et quorumlibet ornamentorum curent penitus abstinere. Contrarium vero facientes per patres abbates eorum et per visitatores, vel per Capitulum generale ipsius Ordinis taliter puniantur, quod metus poenae aliorum sic excedere volentium meta existat.
20. Da Anstand, Mäßigung und Bescheidenheit bei allen kirchlichen Personen und besonders bei den Regularen, die sich eifriger dem Gotteslob widmen, den ersten Platz einnehmen sollen, bestimmen und ordnen wir: Dass alle Äbte und die Vorsteher der anderen Konventorte sowie die Mönche desselben Ordens ausschließlich Gewänder von brauner oder weißer Farbe tragen sollen; und dass sie keinen Diener oder Dienerknaben mit sich führen dürfen, der in geteilten oder gestreiften Kleidern oder Roben oder sonst in kostbaren Gewändern gekleidet ist. Und dass sie sich völlig enthalten sollen von neugierigen (prunkvollen) und überflüssigen silbernen Gefäßen, von kostbaren Bettauflagen und von jeglichen anderen Schmuckgegenständen. Wer das Gegenteil tut, soll von ihren Vateräbten und von den Visitatoren oder vom Generalkapitel des Ordens so bestraft werden, dass die Furcht vor der Strafe anderen, die ähnlich übertreten wollen, eine Grenze setzt.
21. Alle Äbte und Konventvorsteher des Ordens dürfen auf Reisen höchstens eine einzige weltliche Begleitperson zu Pferd mitnehmen. Die einzigen Ausnahmen sind der Abt von Cîteaux und die vier Primarabteien — sie dürfen ein größeres Gefolge haben.
Et quod abbates monasteriorum et praesidentes regiminibus aliorum conventualium locorum dicti Ordinis, exceptis abbate Cisterciensi et quatuor coabbatibus totidem principalium filiarum supradictis; qui sunt et pro tempore fuerint, ultra unum saecularem clericum sive laicum equitantem ducere non praesumant.
21. Und dass die Äbte der Klöster und die Vorsteher der anderen Konventorte des genannten Ordens — mit Ausnahme des Abtes von Cîteaux und der vier Äbte der ebenso vielen Haupttöchter, die jetzt sind und jeweils sein werden — nicht mehr als einen einzigen weltlichen Kleriker oder Laien, der reitet, mit sich führen dürfen.
22. Mönche sollen aus Tugend und aus Furcht vor Missbrauch vom Fleischgenuss Abstand halten. Deshalb wird streng verboten: Fleisch oder fleischhaltige Speisen dürfen nicht außerhalb des Klosters gegessen werden. Innerhalb des Klosters dürfen sie nur im gemeinsamen Infirmarium gegessen werden, nicht in privaten Räumen. Alle angeblichen päpstlichen Sondererlaubnisse werden aufgehoben. Wer dagegen verstößt: muss für jede Mahlzeit drei Tage lang mit Brot und Wasser fasten und im Kapitel Zucht empfangen; Äbte fasten ebenfalls, erhalten aber keine Zucht; Strafen sind nicht dispensabel. Wer wiederholt übertritt und trotz Ermahnung nicht aufhört: ist zwei Jahre lang für alle Ämter im Orden gesperrt; bereits innegehabte Ämter können entzogen werden.
Weitere Bestimmungen: Fleisch darf nur im Infirmarium oder dessen Küche zubereitet werden. Fleisch, das für Nicht-Kranke gekocht wurde, wird unter den Kranken verteilt. Emeritierte Äbte dürfen Fleisch nach Ermessen des amtierenden Abtes erhalten. Äbte dürfen gelegentlich Brüder zu sich rufen und besser bewirten. Durchreisende Äbte und bedeutende Personen dürfen mit Erlaubnis des Hausabtes Fleisch essen. Missbräuchliche lokale Gewohnheiten, die regelmäßigen Fleischgenuss erlauben, werden verboten und aufgehoben.
Quia vero personas regulari observantiae deditas decet potissimum ab esu prohibitorum cibariorum, tam virtutis amore quam poenae formidine abstinere, ne ab eis in gastrimargiae lubricum descendatur: auctoritate praesentium firmiter inhibemus ne deinceps abbates et monachi dicti Ordinis extra monasteria seu loca conventualia eiusdem Ordinis, et etiam ipsi monachi infra monasteria seu loca huiusmodi, aut in cameris et extra infirmitorium commune, carnes vel pulmenta cum carnibus condita vel decocta praesumant comedere contra observantiam praedicti Ordinis diutius observatam. Nos enim licentias quas aliqui abbates et monachi iam dicti Ordinis dicunt a Sede Apostolica super esu carnium se habere, cum tales licentiae redundet in scandalum aliorum, penitus revocamus. Monachus autem vel conversus qui huiusmodi nostrae inhibitionis transgressor extiterit, tribus diebus pro qualibet carnium vel dictorum pulmentorum comestione ieiunare in pane teneatur et aqua, et quod nihilominus quolibet ipsorum dierum in capitulo regularem accipiat disciplinam; sed abbas inhibitionis praefatae transgressor, non ad disciplinam ipsam, sed ad huiusmodi ieiunia teneatur; et si scienter haec omiserit negligenter facere observari, etiam ex negligentia huiusmodi teneatur ad ieiunia praelibata. Quae quidem poenae nulli remitti valeant, nec super eis vel ipsarum parte aliqua cum aliquo dispensari. Quod si alicui super esu carnium vel pulmentorum praedictorum saepe inventi fuerint delinquentes, seu esum ipsum contra ordinationem huiusmodi frequentantes, et per abbates proprios quod a talibus abstineant canonice moniti non destiterint, sint post monitionem huiusmodi per biennium, eo ipso, inhabiles ad quaecumque officia et administrationes in eodem Ordine obtinendas ; obtinentes vero illa removeantur, si abbatibus eorum visum fuerit, ab obtentis. Inhibemus quoque quod nullus monachus vel conversus dicti Ordinis, cuiuscumque conditionis existat, etiamsi officium habeat, nisi aegritudine gravi vel debilitate detentus fuerit, carnes de cetero in cameris infirmitorii comedere praesumat, sed omnes comedant in refectorio communi in infirmitorio deputato. Neque carnes parentur vel decoquantur alibi quam in infirmitorio communi seu in coquina eidem infirmitorio deputata vel in posterum deputanda; nisi abbas ex aliqua causa rationabili alibi decoqui vel parari mandaret easdem, vel in eius absentia ille cui dictus abbas commiserit vices suas. Ubicumque autem carnes pro aliis quam pro infirmis vel debilibus paratae fuerint, per infirmarium inter comedentes in infirmitorio dividantur. Abbatibus vero bene meritis, qui cesserint vel cedent in posterum spontanea voluntate, locus et esus carnium per abbatem proprium secundum suae discretionis arbitrium concedatur. Et quilibet abbas dicti Ordinis ex indulgentia possit interdum aliquos fratrum, nunc hos et nunc illos, prout necessitas postulaverit, advocare, ipsosque secum in camera sua melius et plenius exhibere. Abbates autem et aliae notabiles personae ipsius Ordinis ad monasteria declinantes de abbatis vel, eo absente, de praesidentis regimini eiusdem monasterii licentia, in camera ipsius abbatis vel in communi infirmitorio carnibus uti possint. Et quoniam aliqui monachi dicti Ordinis in nonnullis monasteriis et studiis sibi temere vindicare praesumunt quod certis diebus qualibet septimana, iuxta observantias seu consuetudines vel statuta, quae super hoc allegant (minus tamen rationabilia), eis carnes debeant ministrari: Nos huiusmodi abusum, observantias, consuetudines, seu statuta huiusmodi utpote vergentia in eorum religionis opprobrium et exempli perniciem aliorum, penitus reprobantes auctoritate eadem ordinamus quod nullus abbas, provisor, prior, cellerarius, vel alius deinceps haec aliquatenus observare praesumat, ne etiam observari permittat, aut ministrare vel ministrari facere occasione observantiarum, consuetudinum, seu statutorum praedictorum carnes alicui praedicti Ordinis, praeterquam in aliis casibus licitis et permissis.
22. Quia vero personas regulari observantiae deditas decet potissimum ab esu prohibitorum cibariorum, tam virtutis amore quam poenae formidine abstinere, ne ab eis in gastrimargiae lubricum descendatur: auctoritate praesentium firmiter inhibemus ne deinceps abbates et monachi dicti Ordinis extra monasteria seu loca conventualia eiusdem Ordinis, et etiam ipsi monachi infra monasteria seu loca huiusmodi, aut in cameris et extra infirmitorium commune, carnes vel pulmenta cum carnibus condita vel decocta praesumant comedere contra observantiam praedicti Ordinis diutius observatam. Nos enim licentias quas aliqui abbates et monachi iam dicti Ordinis dicunt a Sede Apostolica super esu carnium se habere, cum tales licentiae redundet in scandalum aliorum, penitus revocamus. Monachus autem vel conversus qui huiusmodi nostrae inhibitionis transgressor extiterit, tribus diebus pro qualibet carnium vel dictorum pulmentorum comestione ieiunare in pane teneatur et aqua, et quod nihilominus quolibet ipsorum dierum in capitulo regularem accipiat disciplinam; sed abbas inhibitionis praefatae transgressor, non ad disciplinam ipsam, sed ad huiusmodi ieiunia teneatur; et si scienter haec omiserit negligenter facere observari, etiam ex negligentia huiusmodi teneatur ad ieiunia praelibata. Quae quidem poenae nulli remitti valeant, nec super eis vel ipsarum parte aliqua cum aliquo dispensari. Quod si alicui super esu carnium vel pulmentorum praedictorum saepe inventi fuerint delinquentes, seu esum ipsum contra ordinationem huiusmodi frequentantes, et per abbates proprios quod a talibus abstineant canonice moniti non destiterint, sint post monitionem huiusmodi per biennium, eo ipso, inhabiles ad quaecumque officia et administrationes in eodem Ordine obtinendas ; obtinentes vero illa removeantur, si abbatibus eorum visum fuerit, ab obtentis. Inhibemus quoque quod nullus monachus vel conversus dicti Ordinis, cuiuscumque conditionis existat, etiamsi officium habeat, nisi aegritudine gravi vel debilitate detentus fuerit, carnes de cetero in cameris infirmitorii comedere praesumat, sed omnes comedant in refectorio communi in infirmitorio deputato. Neque carnes parentur vel decoquantur alibi quam in infirmitorio communi seu in coquina eidem infirmitorio deputata vel in posterum deputanda; nisi abbas ex aliqua causa rationabili alibi decoqui vel parari mandaret easdem, vel in eius absentia ille cui dictus abbas commiserit vices suas. Ubicumque autem carnes pro aliis quam pro infirmis vel debilibus paratae fuerint, per infirmarium inter comedentes in infirmitorio dividantur. Abbatibus vero bene meritis, qui cesserint vel cedent in posterum spontanea voluntate, locus et esus carnium per abbatem proprium secundum suae discretionis arbitrium concedatur. Et quilibet abbas dicti Ordinis ex indulgentia possit interdum aliquos fratrum, nunc hos et nunc illos, prout necessitas postulaverit, advocare, ipsosque secum in camera sua melius et plenius exhibere. Abbates autem et aliae notabiles personae ipsius Ordinis ad monasteria declinantes de abbatis vel, eo absente, de praesidentis regimini eiusdem monasterii licentia, in camera ipsius abbatis vel in communi infirmitorio carnibus uti possint. Et quoniam aliqui monachi dicti Ordinis in nonnullis monasteriis et studiis sibi temere vindicare praesumunt quod certis diebus qualibet septimana, iuxta observantias seu consuetudines vel statuta, quae super hoc allegant (minus tamen rationabilia), eis carnes debeant ministrari: Nos huiusmodi abusum, observantias, consuetudines, seu statuta huiusmodi utpote vergentia in eorum religionis opprobrium et exempli perniciem aliorum, penitus reprobantes auctoritate eadem ordinamus quod nullus abbas, provisor, prior, cellerarius, vel alius deinceps haec aliquatenus observare praesumat, ne etiam observari permittat, aut ministrare vel ministrari facere occasione observantiarum, consuetudinum, seu statutorum praedictorum carnes alicui praedicti Ordinis, praeterquam in aliis casibus licitis et permissis.
23. Nach Regel und Tradition sollen alle Mönche gemeinsam im Dormitorium schlafen. Da aber in manchen Klöstern private Kammern und sogar Zellen im Dormitorium zu Missständen geführt haben, wird nun klar festgelegt: Kein Mönch darf in einer privaten Kammer schlafen, außer er ist körperlich krank — und dann ausschließlich im Infirmarium. Alle anderen müssen im gemeinsamen Schlafsaal liegen. Nur wer aufgrund eines Amtes nicht sinnvoll im Dormitorium schlafen kann, darf an einem anderen Ort untergebracht werden.
Cumque tam secundum canonica quam regularia instituta in unum locum dormire debeant monachi universi, et praetextu camerarum seiunctarum, quae in aliquibus monasteriis extra infirmitoria, et propter cellas quae in dormitoriis sunt constructae, multae sint inhonestates et dissolutiones inductae. Nos super his expressius et salubrius providere volentes, statuimus et ordinamus quod nullus de cetero monachorum in cameris iacere audeat, nisi solummodo propter invaletudinem corporalem, et tunc in cameris infirmitorii dumtaxat; sed omnes in dormitorio iaceant, nisi forte ab hoc aliquis propter officium excusetur, et tunc possit alibi, si aliter commode in dormitorio iacere non valeat.
23. Da nach den kanonischen wie auch den regulären Bestimmungen alle Mönche an einem Ort schlafen sollen, und weil unter dem Vorwand getrennter Kammern, die in einigen Klöstern außerhalb der Infirmarien bestehen, und wegen der Zellen, die in den Dormitorien errichtet worden sind, viele Unanständigkeiten und Zügellosigkeiten eingeführt worden sind, wollen wir in dieser Sache ausdrücklicher und heilsamer Vorsorge treffen. Wir bestimmen und ordnen daher: Dass künftig kein Mönch in Kammern zu schlafen wagen soll, außer allein wegen körperlicher Krankheit, und dann nur in den Kammern des Infirmariums; sondern dass alle im Dormitorium schlafen sollen, es sei denn, jemand werde wegen eines Amtes hiervon entschuldigt — und dann darf er anderswo schlafen, wenn er im Dormitorium nicht auf bequeme Weise liegen kann.
24. Es wird streng festgelegt, dass im Dormitorium keine privaten Zellen mehr gebaut werden dürfen. Bereits bestehende Zellen müssen innerhalb von drei Monaten ab Bekanntwerden des Statuts abgerissen werden. Wenn ein Abt dies nicht tut, müssen die Visitatoren es bei ihrer nächsten Visitation selbst durchführen. Wer sich dem Abriss widersetzt oder ihn behindert — offen oder heimlich — zieht sich automatisch die Exkommunikation zu. Nur die Visitatoren dürfen davon wieder lossprechen und können weitere ordensrechtliche Maßnahmen ergreifen. Eine Ausnahme bleibt: Klausurprioren und Subprioren dürfen nach Ermessen des Abtes eine angemessene Zelle im Dormitorium haben. Die Visitatoren müssen dem nächsten Generalkapitel genau berichten, was sie vorgefunden und unternommen haben.
Ad hoc etiam statuendo et ordinando adiicimus quod deinceps cellae in dormitoriis nullatenus construantur; et si quae iam constructae fuerint, omnino per abbates vel principales praelato proprios infra tres menses a tempore quo hoc statutum et ordinatio ad eos pervenerit, et eis negligentibus seu non volentibus per visitatores in prima visitatione quam impendent, auctoritati appstolica destruantur. Et quod super his resistentes eisdem vel impedimentum aliquod praestantes, et ad hoc dantes auxilium, consilium, vel favorem, publice vel occulte, incurrant ex communicationis sententiam ipso facto; a qua quidem sententia nequeant nisi per visitatores absolvi praefatos; quos etiam ips visitatores per alia iuris et statutorum eiusdem Ordinis remedia valeant coercere. Priores tamen claustrales et suppriores possint iuxta abbatis vel praelati principalis arbitrium cellam habere infra dormitorium competentem. Dicti autem visitatores quod super his invenerint vel fecerint, referant plene ad fideliter in ipsius Ordinis subsequenti Capitulo generali.
24. Zu dem Vorstehenden fügen wir durch diese Bestimmung und Anordnung hinzu, dass künftig keinerlei Zellen in den Dormitorien gebaut werden dürfen; und wenn bereits welche gebaut worden sind, sollen sie vollständig zerstört werden — entweder durch die Äbte oder die jeweiligen Hauptoberen innerhalb von drei Monaten, gerechnet von dem Zeitpunkt an, an dem dieses Statut und diese Anordnung ihnen zugegangen sind; und wenn diese nachlässig sind oder nicht wollen, sollen sie durch die Visitatoren bei der ersten Visitation, die sie vornehmen, kraft apostolischer Autorität zerstört werden. Und wer sich dem widersetzt oder irgendein Hindernis dagegen setzt oder hierzu öffentlich oder heimlich Hilfe, Rat oder Unterstützung leistet, soll ipso facto die Exkommunikation erleiden; und von dieser Exkommunikation können sie nur durch die genannten Visitatoren losgesprochen werden, die sie außerdem mit anderen Rechtsmitteln und Mitteln der Statuten des Ordens zwingen dürfen. Die Klausurprioren und Subprioren jedoch dürfen nach dem Ermessen des Abtes oder des Hauptoberen eine angemessene Zelle im Dormitorium haben. Die genannten Visitatoren sollen alles, was sie in dieser Sache vorfinden oder tun, vollständig und treu im folgenden Generalkapitel des Ordens berichten.
25. In manchen Häusern ist es üblich geworden, dass einzelne Mönche feste Rationen oder Geldbeträge erhalten. Diese Praxis wird vollständig abgeschafft. Künftig darf kein Mönch persönliche Portionen von Getreide, Brot, Wein oder Geld bekommen. Alle Versorgung erfolgt ausschließlich aus der gemeinsamen Klostergemeinschaft, wie es der Orden traditionell handhabt. Ebenso dürfen Mönche keine persönlichen Einkünfte haben — weder feste Renten noch Anteile an Erträgen noch Geschenke von außen. Alles, was einem Mönch von außen zukommt, wird dem Kloster zugeführt. Auch innerhalb des Klosters darf es keine Aufteilung der Güter zwischen Abt, Konvent oder Amtsträgern geben. Alle Güter und Erträge gehören der Gemeinschaft und dienen ausschließlich den gemeinsamen Bedürfnissen.
Quia vero in nonnullis monasteriis seu aliis locis conventualibus dicti Ordinis, servari dicitur abusive quod quilibet monachus certi bladi, panis, vini, vel pecuniae recipiat portionem: Nos prorsus abusum huiusmodi detestantes, et etiam abolentes, ac volentes in hac parte utiliter providere: auctoritate praedicta firmiter prohibemus quod deinceps in nullo ipsius Ordinis monasterio fiant huiusmodi portiones; sed ministrentur unicuique, prout communitas eiusdem Ordinis observavit hactenus atque servat; adiicientes et prohibentes etiam quod nulli monacho certi redditus aut proventus, seu pars reddituum vel proventuum, aut aliqua pensio pro victu vel vestitu seu ex quacumque alia causa de cetero concedantur, vel alicui assignentur, aut alicui vel aliquibus monachis ab extraneis concessi vel donati permittantur eisdem; sed utilitatem monasteriorum ipsorum per abbates proprios convertantur. Quodque inter abbates et conventus aut officiales alicuius monasterii dicti Ordinis nequaquam fiat sectio bonorum, fructuum, reddituum, vel proventuum eorum, sed communibus ipsorum usibus deputentur.
25. Da in einigen Klöstern oder anderen Konventorten des genannten Ordens missbräuchlich beobachtet wird, dass jeder Mönch eine bestimmte Portion Getreide, Brot, Wein oder Geld erhält, verabscheuen und beseitigen wir einen solchen Missbrauch völlig und wollen in dieser Sache nützlich Vorsorge treffen. Kraft der genannten Autorität verbieten wir streng, dass künftig in irgendeinem Kloster des Ordens solche Portionen gegeben werden; vielmehr soll jedem so ausgeteilt werden, wie es die Gemeinschaft des Ordens bisher beobachtet und weiterhin beobachtet. Wir fügen hinzu und verbieten außerdem, dass künftig irgendeinem Mönch bestimmte Einkünfte oder Erträge, oder ein Teil von Einkünften oder Erträgen, oder irgendeine Pension für Nahrung oder Kleidung oder aus irgendeinem anderen Grund gewährt oder zugewiesen wird; und dass auch Einkünfte oder Gaben, die von Außenstehenden einem oder mehreren Mönchen gewährt oder geschenkt wurden, ihnen nicht überlassen werden dürfen, sondern durch die eigenen Äbte zum Nutzen des Klosters verwendet werden sollen. Und zwischen Äbten und Konventen oder Amtsträgern irgendeines Klosters des genannten Ordens soll keinesfalls eine Aufteilung der Güter, Früchte, Einkünfte oder Erträge stattfinden, sondern sie sollen den gemeinsamen Bedürfnissen zugewiesen werden.
26. Alle persönlichen Zuweisungen von Einkünften an Mönche sowie jede Form der Aufteilung von Klostergütern wird vollständig aufgehoben. Wer solche Teilungen eingeführt oder geduldet hat, handelt gegen die Ordensverfassung. Äbte, die künftig persönliche Portionen oder Einkommensanteile vergeben oder die bestehende Aufteilung der Klostergüter zulassen, verlieren ihr Amt. Mönche, die sich diesen Bestimmungen widersetzen oder deren Umsetzung behindern, können auf unbestimmte Zeit eingesperrt werden, solange der Abt es für notwendig hält. Wenn sie sogar dem Abt oder dem Hauptoberen offen widersprechen, droht ihnen lebenslange Haft.
Nos enim concessiones vel assignationes eisdem monachis de dictis redditibus vel proventibus, seu eorum parte aut pensione aliqua, ut praemissum est, factas, ac sectiones bonorum seu discretiones fructuum, reddituum, vel proventuum huiusmodi, totaliter revocamus. Abbates vero qui deinceps portiones praedictas, aut sectiones seu divisiones huiusmodi bonorum et aliorum praefatorum monasteriorum suorum fecerint, vel fieri concesserint, aut hactenus factas servari permiserint, deponantur. Monachi autem qui praedictis restiterint, vel impedimentum per se vel per alium praestiterint, seu praestari procuraverint, tanto tempore carceri mancipentur, quanto abbati seu alii principali praelato eorum visum fuerit expedire; at si etiam abbati vel ipsi principali praelato in hoc contradixerint, perpetuo carceri mancipentur.
26. Wir widerrufen vollständig die den genannten Mönchen gewährten oder zugewiesenen Anteile aus den genannten Einkünften oder Erträgen oder irgendeinem Teil davon oder irgendeiner Pension, wie oben gesagt, sowie die Aufteilungen der Güter oder die Trennungen der Früchte, Einkünfte oder Erträge dieser Art. Die Äbte aber, die künftig solche Portionen oder solche Aufteilungen oder Teilungen der Güter und der übrigen genannten Dinge ihrer Klöster vorgenommen haben oder vornehmen lassen oder die bisher vorgenommenen haben bestehen lassen, sollen abgesetzt werden. Die Mönche aber, die sich dem Vorstehenden widersetzen oder selbst oder durch andere ein Hindernis setzen oder setzen lassen, sollen so lange in Haft gehalten werden, wie es dem Abt oder dem jeweiligen Hauptoberen angemessen erscheint; wenn sie aber auch dem Abt oder dem Hauptoberen hierin widersprechen, sollen sie für immer in Haft gehalten werden.
27. Äbte, die sich um ihr Amt verdient gemacht haben und freiwillig zurücktreten, sollen eine angemessene Versorgung erhalten. Der neue Abt entscheidet darüber, im Einvernehmen mit den erfahrenen Brüdern des Konvents, was für den emeritierten Abt ausreichend und passend ist. Diese Versorgung soll nicht nur zugesprochen, sondern tatsächlich gewährt werden.
Abbatibus vero bene meritis, qui voluntarie cesserint vel cedent in posterum, sufficiens et congrua provisio, prout patri abbati successori cedentis abbatis, de consilio seniorum de conventu illius monasterii cuius regimini cessit vel cedet, visum fuerit, assignetur et etiam praebeatur.
27. Den gut verdienten Äbten, die freiwillig zurückgetreten sind oder künftig zurücktreten werden, soll eine ausreichende und angemessene Versorgung zugewiesen und auch gewährt werden, wie es dem Vaterabt, dem Nachfolger des zurücktretenden Abtes, mit Rat der Senioren des Konvents jenes Klosters, dessen Leitung der Betreffende niedergelegt hat oder niederlegen wird, angemessen erscheint.
28. Um unnötige Reisen und überflüssige Kosten zu vermeiden, dürfen Mönche und Konversen grundsätzlich keine Reittiere besitzen. Nur bestimmte Amtsträger — Cellerare, Prokuratoren und Grangienverwalter — dürfen ein Reittier haben, wenn der Abt es erlaubt. Eine Ausnahme gilt für die Cellerare von Cîteaux und den vier Primarabteien: ihnen können zwei Reittiere zugestanden werden.
Et ut omnis evagationis ac inutilium expensarum occasio subtrahatur, eadem auctoritate inhibemus ne quisquam monachus vel conversus dicti Ordinis, cuiuscumque status vel conditionis existat, equitaturam tenere praesumat: cellerariis, procuratoribus, et grangiarum gubernatoribus dumtaxat exceptis, quibus abbas possit hoc de una tantum concedere, si viderit expedire; cellerariis tamen Cisterciensis et aliorum quatuor monasteriorum totidem principalium filiarum praedictarum, duae possint equitaturae concedi, si eorum abbatibus videatur.
28. Und damit jeder Anlass zu Umherstreifen und zu unnützen Ausgaben beseitigt werde, verbieten wir kraft derselben Autorität, dass irgendein Mönch oder Konverse des genannten Ordens, welcher Stellung oder Bedingung er auch sei, ein Reittier zu halten wage; ausgenommen sind nur die Cellerare, die Prokuratoren und die Verwalter der Grangien, denen der Abt dies für ein einziges Reittier erlauben kann, wenn er es für zweckmäßig hält. Den Celleraren von Cîteaux und den vier Klöstern der ebenso vielen Haupttöchter jedoch können zwei Reittiere gewährt werden, wenn es deren Äbten so erscheint.
29. Obwohl die kirchlichen Gesetze Eigentum für Mönche grundsätzlich ausschließen, richtet sich diese Bestimmung speziell gegen jene Mönche und Konversen, die heimlich Vermögen anhäufen: Geld, Besitz, Einkünfte, Tiere, Renten oder andere Güter — oft unter fremdem Namen, mit Tricks, mit Handelsgeschäften oder durch das Verstecken von Privatvermögen (peculium). Alles, was solche Mönche erworben oder angesammelt haben, wird dem Kloster zugeführt und ausschließlich für dessen Nutzen verwendet. Äbte dürfen solche Praktiken niemals erlauben. Wer dennoch Vermögen bildet, Verträge abschließt, Gewinne sucht, Vermögen versteckt oder die Rückführung an das Kloster behindert, ist automatisch für alle Ämter im Orden disqualifiziert. Der Abt kann nur dann mildern oder dispensieren, wenn der Betreffende alles offenlegt und vollständig zurückgibt. Wer Geld verleiht oder fingierte Schulden konstruiert, soll eine Strafe erhalten, die sowohl zur eigenen Besserung dient als auch andere abschreckt.
Quamvis autem contra monachos proprietarios, exceptis ad ministratoribus, sit plene provisum per canonicas sanctiones, cum abdicatio, proprietatis sit annexa regulae monachali: Nos tamen specialius providere volentes contra illos monachos et conversos dicti Ordinis, qui suae salutis obliti, contra regularem institutionem pecunia congregata, iura, possessiones, redditus, pensiones, animalia, et alia bona emerunt et emunt, seu emi fecerunt et faciunt, aliquando proprio et saepe nomine alieno, multis super his figmentis adhibitis, aliisque ipsa tradunt animalia nutrienda, et cum augmento vel lucro sibi vel alteri, eorum nomine, seu pro ipsis, et alios multos contractus tamquam negotiatores exercent; necnon appetentes lucra turpia et sectantes, peculium occultant, et illicite detinent in suarum periculum animarum: auctoritate praefata decernimus, omnia praemissa (quae tamen alias restitutioni non subiaceant aliorum) fore per abbates proprios monasteriis propriis applicanda, et in utilitatem monasteriorum ipsorum totaliter convertenda; quodque ipsi abbates alicui monacho vel converso talia faciendi licentiam nequeant impertiri; et quod dicti monachi et conversi praedicta committentes, vel huiusmodi applicationi vel conversioni aliquatenus resistentes, vel impedimentum publice vel occulte praestantes seu praestari procurantes, et peculium praedictum non revelantes et reddentes abbatibus praelibatis, sint eo ipso inhabiles ad quodcumque officium, administrationem, regimen et gubernationem quamlibet in eodem Ordine obtinenda. Permittimus tamen quod cum ipsis monachis et conversis possit abbas eorum super poenis huiusmodi dispensare, dum praedicta revelaverint, et plene restituerint, quando eis videbitur expedire. Monachis autem et conversis, etiam administrationem habentibus, pecunias vel alia bona quibuscumque mutuantibus, vel debita fingentibus quae non debent, talis poena per abbates proprios imponatur, quae sit illis ad salutaris correctionis profectum, et ceteris attentare similia volentibus in exemplum.
29. Obwohl gegen Mönche, die Eigentum besitzen, außer den Amtsträgern, durch die kanonischen Sanktionen bereits vollständig vorgesorgt ist — da die Aufgabe des Eigentums mit der monastischen Regel verbunden ist — wollen wir dennoch besonders gegen jene Mönche und Konversen des genannten Ordens Vorsorge treffen, die, ihrer eigenen Rettung vergessend, gegen die reguläre Ordnung Geld ansammeln, Rechte, Besitzungen, Einkünfte, Pensionen, Tiere und andere Güter gekauft haben und kaufen oder haben kaufen lassen und lassen, manchmal in ihrem eigenen, oft im fremden Namen, wobei sie viele Fiktionen anwenden; und die außerdem Tiere anderen zur Aufzucht übergeben und mit Zuwachs oder Gewinn für sich oder andere, in deren Namen oder für sie, zurückerhalten; und viele andere Verträge wie Händler abschließen; und die, nach schändlichem Gewinn strebend, Eigentum verbergen und unrechtmäßig zurückhalten, zum Schaden ihrer Seelen. Kraft der genannten Autorität bestimmen wir, dass all dies (was allerdings nicht der Restitution an andere unterliegt) durch die eigenen Äbte den eigenen Klöstern zugewiesen und vollständig zum Nutzen dieser Klöster verwendet werden soll; und dass die Äbte keinem Mönch oder Konversen die Erlaubnis geben dürfen, dergleichen zu tun. Und dass die genannten Mönche und Konversen, die das Vorstehende begehen oder der genannten Zuweisung oder Verwendung in irgendeiner Weise widerstehen oder öffentlich oder heimlich ein Hindernis setzen oder setzen lassen oder das genannte Eigentum nicht offenlegen und den genannten Äbten zurückgeben, ipso facto unfähig sind, irgendein Amt, irgendeine Verwaltung, irgendeine Leitung oder irgendeine Regierung im Orden zu erhalten. Wir erlauben jedoch, dass der Abt mit diesen Mönchen und Konversen hinsichtlich solcher Strafen dispensieren kann, wenn sie das Vorstehende offenlegen und vollständig zurückerstatten, wann immer es ihm zweckmäßig erscheint. Mönchen und Konversen aber — auch solchen, die eine Verwaltung innehaben — die Geld oder andere Güter an irgendjemanden verleihen oder Schulden fingieren, die nicht bestehen, soll vom eigenen Abt eine solche Strafe auferlegt werden, die ihnen zur heilsamen Besserung dient und anderen, die Ähnliches versuchen wollen, als Beispiel.
30. Die Äbte sollen die Klostergüter so verwalten, dass alle — Mönche wie Konversen, Gesunde wie Kranke — ausreichend versorgt sind, und zwar im Rahmen dessen, was das jeweilige Kloster und seine regionale Lage leisten können. Außerdem darf kein Kloster mehr Mitglieder aufnehmen, als es realistisch ernähren und einkleiden kann. Die Größe des Konvents muss sich also nach den wirtschaftlichen Möglichkeiten richten.
Et quia per ministros providos administrationes bonorum consueverunt fructuose ac laudabiliter exerceri: volumus ut abbates monasteriorum eiusdem Ordinis sic bona monasteriorum suorum dispensare ac providere taliter teneantur, quod monachis et conversis tam sanis quam infirmis sufficienter provideatur in victu et vestitu, secundum cuiuscumque monasterii facultates, et qualitates cuiuslibet regionis; quodque in monasteriis praedictis non plures, monachi vel conversi ponantur, quam ex facultatibus dictorum monasteriorum possit congrue provideri.
30. Und da durch umsichtige Verwalter die Verwaltung der Güter fruchtbar und lobenswert ausgeübt zu werden pflegt, wollen wir, dass die Äbte der Klöster desselben Ordens die Güter ihrer Klöster so austeilen und verwalten müssen, dass den Mönchen und Konversen, sowohl den Gesunden als auch den Kranken, ausreichend für Nahrung und Kleidung gesorgt wird — entsprechend den Möglichkeiten jedes einzelnen Klosters und den Gegebenheiten jeder Region. Und dass in den genannten Klöstern nicht mehr Mönche oder Konversen aufgenommen werden, als aus den Mitteln dieser Klöster angemessen versorgt werden können.
31. Um die theologische Bildung im Orden zu stärken, legt die Konstitution ein dauerhaftes System von Studienorten fest. Die zentralen Ordensstudien in Theologie befinden sich künftig in Paris, Oxford, Toulouse und Montpellier. Das bisherige Studienhaus in Estella wird nach Salamanca verlegt. Sobald geeignete Häuser vorhanden sind, sollen weitere Studienhäuser in Bologna und ebenfalls in Salamanca eingerichtet werden. Für die Grundlagenfächer wird ein eigenes Studienzentrum in Metz eingerichtet, einschließlich eines Hauses für die deutschen Studenten aus der Filiation Morimond. Die Zuweisung der Provinzen wird genau geregelt: Die südfranzösischen und hispanischen Provinzen senden ihre Studenten nach Toulouse und Montpellier. Die bisher nach Estella gesandten gehen künftig nach Salamanca, außer die Navarresen, die nach Toulouse gehen. Deutsche studieren in Metz, jedoch niemand aus der Linie Clairvaux gegen seinen Willen.
Italiener gehen nach Bologna. Engländer, Schotten, Waliser und Iren gehen nach Oxford. Die Leitung der Häuser in Bologna und Salamanca wird vom Generalkapitel bestimmt.
Praebere quippe materiam intendentes, quod in eodem Ordine per sacrae theologiae studium professores ipsius erudiantur et illustrentur in illa, ut in Ecclesia Dei sibi ipsis et aliis fructus salutis, favoris, honoris et honestatis, coelesti agricola irrigante ac multiplicante, producant: matura deliberatione praehabita, subscripta de praefato et alias litterali studio, scolaribus provectis et doctoribus, et aliaquae circa ea rationabilia et opportuna fore perspeximus auctoritate saepe dicta statuimus, ordinamus, et disposuimus pro moderno et postero tempore valitura perpetuo et inviolabiliter observanda: videlicet quod generalia studia dicti Ordinis in sacra pagina Parisius, Oxoniae, Tolosae, et apud Montempessulanum Magalonensis dioecesis, deinceps existant. Studium autem quod Stellae Pampilonensis dioecesis fore consuevit, in Salamanticam transferimus propter propinquitatem studii Tolosanensis; ordinantes quod Bononiae fiat studium, quando commode fieri poterit domus pro studentibus, vel ematur; fiatque Salamanticae, illud idem. Metis quoque sit particulare studium in scientiis primitivis, ubi etiam domus pro Alemannis per generationem supradicti monasterii Morimundi ematur, quantum generatio ipsa in Alemanniam se extendit. Quodque domibus eorum qui studebunt Bononiae et Salamnticae, illi abbates seu rectores eorum praesint. De quibus ordinabitur per ipsius Ordinis Capitulum generale. De his namque provinciis, scilicet de Viennensi, Tarentasiensi, Ebredunensi, Arelatensi, Aquensi, Narbonensi, Bituricensi, Auscitanensi, Tarraconensi, Caesaraugustanensi, Burdigalensi et Tolosanensi, ad praefata Tolosanensia et Montispessulanensia studia transmittantur. Qui vero ad Stellam mitti consueverunt, Salamanticam destinentur, exceptis illis de regno Navarrae, qui mittantur ad ipsum studium Tolosanense; sed Alemanni dirigantur ad studium Metense pro dictis scientiis primitivis; ad quod quidem Metense studium nullus de generatione Claraevallis mittatur invitus. Bononiam autem Italici, et Oxoniam Anglici, Scoti, Wallenses et Hibernici destinentur.
31. Da wir die Möglichkeit schaffen wollen, dass im genannten Orden durch das Studium der heiligen Theologie seine Lehrer darin ausgebildet und erleuchtet werden, damit sie in der Kirche Gottes — für sich selbst und für andere — Früchte des Heils, des Wohlwollens, der Ehre und der Rechtschaffenheit hervorbringen, indem der himmlische Landmann sie bewässert und vermehrt, haben wir nach reiflicher Überlegung erkannt, dass das Folgende über das genannte und andere literarische Studium, über fortgeschrittene Schüler und über Doktoren sowie andere damit zusammenhängende vernünftige und zweckmäßige Dinge festzulegen ist. Kraft der oft genannten Autorität haben wir bestimmt, angeordnet und verfügt, dass es für die Gegenwart und Zukunft gültig sei und für immer unverletzlich beobachtet werde:
Nämlich, dass die allgemeinen Studien des genannten Ordens in der heiligen Schrift künftig in Paris, Oxford, Toulouse und Montpellier (Diözese Maguelonne) bestehen sollen. Das Studium aber, das bisher in Estella (Diözese Pamplona) zu bestehen pflegte, verlegen wir nach Salamanca, wegen der Nähe des Studiums von Toulouse. Wir ordnen an, dass in Bologna ein Studium eingerichtet werde, sobald ein geeignetes Haus für die Studenten bereitgestellt oder gekauft werden kann; und dass dasselbe auch in Salamanca geschehe. In Metz soll ein besonderes Studium in den „primitiven Wissenschaften“ bestehen; dort soll auch ein Haus für die Deutschen gekauft werden, entsprechend der Ausdehnung der Filiation des genannten Klosters Morimond nach Deutschland. Und dass den Häusern derjenigen, die in Bologna und Salamanca studieren werden, jene Äbte oder Rektoren vorstehen sollen, über die das Generalkapitel des Ordens entscheiden wird. Aus folgenden Provinzen — nämlich Vienne, Tarentaise, Embrun, Arles, Aix, Narbonne, Bourges, Auch, Tarragona, Zaragoza, Bordeaux und Toulouse — sollen die Studenten an die genannten Studien von Toulouse und Montpellier gesandt werden. Diejenigen aber, die bisher nach Estella geschickt zu werden pflegten, sollen nach Salamanca gesandt werden, mit Ausnahme derjenigen aus dem Königreich Navarra, die an das Studium von Toulouse geschickt werden sollen. Die Deutschen aber sollen an das Metzer Studium für die genannten „primitiven Wissenschaften“ gesandt werden; und zu diesem Metzer Studium soll niemand aus der „Generation“ von Clairvaux gegen seinen Willen geschickt werden. Nach Bologna sollen die Italiener, und nach Oxford die Engländer, Schotten, Waliser und Iren gesandt werden.
32. Die Äbte sollen nur die fähigsten und lernwilligsten Mönche zum Studium schicken — und zwar nicht allein nach eigenem Ermessen, sondern im Einvernehmen mit dem Visitator und dem Konvent (oder dessen vernünftiger Mehrheit). Für Paris, das als wichtigstes und „Quellort“ aller Studien gilt, dürfen Studenten aus allen Nationen und Ordenslinien entsandt werden. Die Studenten müssen rechtzeitig aufbrechen: Für Paris sollen sie spätestens Anfang Oktober eintreffen. Für die anderen Studienorte müssen sie spätestens zum Fest des hl. Lukas (18. Oktober) oder zu Allerheiligen (1. November) anwesend sein.
Sed ad studium Parisiense, quod est ceteris praecipuum et fons omnium studiorum, indistincte mittantur ex omni natione vel generatione secundum modum inferius annotatum: videlicet quod abbates monachos illos quos habebunt ad dicta studia mittere, ad ea de consilio patris abbatis vel visitatoris et conventus proprii, aut sanioris partis eiusdem conventus transmittere teneantur; sic tamen quod mittantur magis dociles et idonei, nec non ad proficiendum dispositi; et quod tali tempore transmittantur, quod prima die mensis octobris vel circa in studio Parisiensi exsistant; in aliis vero studiis in beati Lucae vel Omnium Sanctorum festis infallibiliter sint praesentes.
32. Die gelehrigeren und geeigneteren Mönche sollen von ihren Äbten mit Rat des Vaterabtes oder Visitators und des eigenen Konvents, oder der vernünftigeren Mehrheit desselben Konvents, zu den Studien gesandt werden. Zum Pariser Studium aber, das vor den anderen steht und die Quelle aller Studien ist, sollen ohne Unterschied aus jeder Nation oder Generation Mönche gesandt werden, gemäß der unten angegebenen Ordnung. Nämlich, dass die Äbte jene Mönche, die sie zu den genannten Studien zu schicken haben, mit Rat des Vaterabtes oder Visitators und des eigenen Konvents, oder der vernünftigeren Mehrheit desselben, dorthin zu senden verpflichtet sind; doch so, dass die gelehrigeren und geeigneteren, und solche, die bereit sind, Fortschritte zu machen, gesandt werden. Und dass sie zu einer solchen Zeit gesandt werden, dass sie am ersten Tag des Monats Oktober oder um diesen herum im Pariser Studium anwesend sind; in den anderen Studien aber sollen sie unfehlbar am Fest des heiligen Lukas oder an Allerheiligen anwesend sein.
33. Die Zahl der Studenten, die jedes Kloster schicken soll, richtet sich nach der Größe des Konvents: ≥ 40 Mönche: zwei Studenten nach Paris, 30–39 Mönche: ein Student nach Paris, 18–29 Mönche: ein Student an ein anderes Generalsstudium oder — wenn gewünscht — ebenfalls nach Paris.
Für die Klöster der Morimond-Linie (soweit sie in Deutschland und jenseits des Rheins liegen) gilt zusätzlich: Wenn das Kloster 18–29 Mönche hat, muss mindestens ein Student an das künftige Metzer Grundlagenstudium geschickt werden. Wer nach Metz schickt, ist nicht verpflichtet, zusätzlich jemanden an andere Studienorte zu entsenden.
Numerus autem mittendorum videtur sufficere prout sequitur, consideratis oneribus iam dicti Ordinis et temporum qualitate: scilicet quod de quolibet monasterio cuiusque provinciae seu generationis, in quo sunt vel erunt aut esse poterunt quadraginta monachi vel supra, Parisius debeant mitti duo; de quolibet vero monasterio in quo sunt vel esse poterunt triginta monachi et supra usque ad quadraginta monachos exclusive, ad idem studium Parisiense debeat mitti unus; et de quolibet monasterio in quo erunt vel esse poterunt decem et octo monachi et supra usque ad triginta monachos exclusive, ad alia generalia studia vel Parisius, si mittentes maluerint, debeat similiter unus monachus destinari. Ad Metense aurem studium, cum fuerit institutum, de quolibet monasterio generationis dicti monasterii Morimundi, quantum ipsa generatio se in Alemanniam et ultra Rhenum extendit, in quo erunt vel esse poterunt de decem octo monachis inclusive usque ad triginta monachos exclusive, unus mittatur ad minus pro scientiis primitivis, pro quibus, dummodo ipsi mittentes ad illud mittant, destinare ad alia non cogantur.
33. Die Zahl der zu Sendenden scheint — unter Berücksichtigung der Lasten des genannten Ordens und der Lage der Zeiten — wie folgt ausreichend zu sein: Nämlich, dass aus jedem Kloster jeder Provinz oder Generation, in dem vierzig Mönche oder mehr sind oder sein werden oder sein können, zwei nach Paris geschickt werden sollen. Aus jedem Kloster aber, in dem dreißig Mönche und mehr bis unter vierzig sind oder sein werden oder sein können, soll einer an dasselbe Pariser Studium geschickt werden. Und aus jedem Kloster, in dem achtzehn Mönche und mehr bis unter dreißig sind oder sein werden oder sein können, soll ebenfalls einer an die anderen allgemeinen Studien oder — wenn die Sendenden es vorziehen — nach Paris geschickt werden. Zum Metzer Studium aber, sobald es eingerichtet sein wird, soll aus jedem Kloster der Filiation des genannten Klosters Morimond, soweit sich diese Generation nach Deutschland und über den Rhein erstreckt, in dem achtzehn Mönche (einschließlich) bis unter dreißig sind oder sein werden oder sein können, mindestens einer für die „primitiven Wissenschaften“ geschickt werden; und für diese Wissenschaften sollen die Sendenden, sofern sie dorthin schicken, nicht verpflichtet sein, jemanden an andere Studienorte zu senden.
34. Für die Finanzierung der Ordensstudien wird ein detailliertes Stipendiensystem festgelegt: Paris erhält die höchsten Sätze: Magister: 80 Pfund aus dem Ordensfonds + 25 Pfund vom Heimatkloster. Baccalaureus: 25 + 25 Pfund. Bibelleser: 10 + 20 Pfund, Studenten: 20 Pfund vom Heimatkloster.
Andere Studienorte: Magister: 40 Pfund (vom Studienhaus), Baccalaureus (wenn kein Magister vorhanden): 30 Pfund, Bibelleser: 15 Pfund vom Heimatkloster + 100 Schillinge aus der Studentenbursa, Studenten: 15 Pfund vom Heimatkloster, Alle Zahlungen müssen von den zuständigen Äbten rechtzeitig geleistet werden, und zwar zu den Terminen, zu denen die Studenten an den Studienorten eintreffen müssen.
Provisionem equidem studendum taliter limitamus, et sufficientem esse conspicimus: videlicet quod magister regens Parisius de communi contributione dicti Ordinis vel de redditibus communibus octoginta libras turonensium parvorum, et a monasterio proprio viginti quinque libras eiusdem monetae pro bursa et aliis necessitatibus suis; baccallarius vero regens Parisius de dicto communi viginti quinque, et a proprio monasterio, alias viginti quinque pro bursa et aliis necessitatibus eius; ac lector Bibliae in eodem studio, de praefato communi decem, et a proprio monasterio viginti libras ipsius monetae percipiant annuatim. Quilibet vero scolarium studens in ipso studio, viginti libras dictae monetae a proprio monasterio, pro bursa et aliis necessitatibus suis percipiat similiter annuatim. Sed in aliis studiis patres abbates ipsorum studiorum rectores magistro in theologica facultate in illis regente, de quadraginta libris praedictae monetae pro bursa et aliis necessitatibus suis providere annis singulis teneantur. Quando autem baccallarius in eisdem studiis reget, ubi commode non reperiretur magister, teneantur dicti patres abbates dicto baccallario de triginta libris dictae monetae, pro bursa et omnibus necessitatibus suis annis singulis providere. Ordinamus quoque, ut in quolibet generali praedictorum studiorum, unus, qui Bibliam biblice seu textualiter continuo legat, existat: cui ultra quindecim libras iam dictae monetae quas percipiat a proprio monasterio pro bursa, centum solidi eiusdem monetae pro omnibus aliis necessitatibus suis annuatim a cellerario de bursis scolarium tribuantur. Quilibet autem scolaris in dictis aliis studiis generalibus praeter studium Parisiense ac in dicto studio Metensi, quindecim libras praedictae monetae a proprio monasterio pro bursa et omnibus aliis necessitatibus suis percipiat annuatim. Siquidem omnes provisiones huiusmodi, tam abbates dictorum studiorum rectores quam abbates proprii, prout quemlibet eorum continget, seu tangere poterit, mittere teneantur ad dicta studia eorum sumptibus, et illas ibidem solvere terminis superius designatis, quibus ipsi mittendi esse debent in studiis memoratis.
34. Wir begrenzen und bestimmen die Versorgung der Studierenden wie folgt und halten sie für ausreichend:
Der regierende Magister in Paris soll aus dem gemeinsamen Beitrag des genannten Ordens oder aus den gemeinsamen Einkünften achtzig Pfund kleiner Touronenser und von seinem eigenen Kloster fünfundzwanzig Pfund derselben Münze für seine „Bursa“ und seine übrigen Bedürfnisse jährlich erhalten.
Der regierende Bakkalar in Paris soll aus dem genannten gemeinsamen Fonds fünfundzwanzig Pfund und von seinem eigenen Kloster weitere fünfundzwanzig Pfund für seine Bursa und seine übrigen Bedürfnisse jährlich erhalten.
Der Bibel-Lektor in demselben Studium soll aus dem genannten gemeinsamen Fonds zehn Pfund und von seinem eigenen Kloster zwanzig Pfund derselben Münze jährlich erhalten.
Jeder Student in diesem Pariser Studium soll jährlich zwanzig Pfund derselben Münze von seinem eigenen Kloster für seine Bursa und seine übrigen Bedürfnisse erhalten.
In den anderen Studienorten sind die Äbte, die dort als Rektoren fungieren, verpflichtet, dem Magister der Theologie, der dort lehrt, jährlich vierzig Pfund derselben Münze für Bursa und Bedürfnisse zu gewähren. Wenn jedoch in diesen Studien kein Magister verfügbar ist und ein Baccalaureus lehrt, müssen die genannten Äbte diesem Baccalaureus jährlich dreißig Pfund derselben Münze für Bursa und alle Bedürfnisse gewähren. Wir ordnen außerdem an, dass in jedem der genannten Generalstudien ein Bibelleser, der die Bibel fortlaufend wörtlich oder textuell liest, vorhanden sein soll: Dieser soll zusätzlich zu den fünfzehn Pfund, die er von seinem eigenen Kloster für die Bursa erhält, hundert Schillinge derselben Münze jährlich für alle übrigen Bedürfnisse vom Cellerar aus den Bursen der Studenten erhalten. Jeder Student in den genannten anderen Generalstudien — außer dem Pariser Studium und dem Metzer Studium — soll jährlich fünfzehn Pfund derselben Münze von seinem eigenen Kloster für Bursa und alle übrigen Bedürfnisse erhalten. Alle diese Zuweisungen müssen sowohl die Äbte der genannten Studienhäuser als auch die jeweiligen Heimatäbte — je nachdem, wen es betrifft — auf ihre Kosten an die Studienorte schicken und dort zu den oben festgelegten Terminen auszahlen, zu denen die Gesandten in den genannten Studien anwesend sein müssen.
35. Die Verantwortlichen für die Finanzen der Studienhäuser — vor allem die Cellerare — müssen einen Eid ablegen, dass sie alle Gelder, die sie für die Studien und die Studenten erhalten, gewissenhaft verwenden. Am Ende jedes Monats müssen sie eine vollständige Abrechnung vorlegen. Diese erfolgt nicht im kleinen Kreis, sondern öffentlich vor der akademischen Leitung: Magister oder Lektor, Baccalaureus, Provisor und sieben ausgewählte, vertrauenswürdige Studenten.
Cellerarii vero et alii expensas dictorum studiorum facientes teneantur iuramentum praestare quod omnia quae recipient de provisionibus ipsorum studiorum et studentium fideliter dispensabunt; et tenebuntur etiam reddere rationem de receptis et expensis in fine cuiuslibet mensis, praesentibus magistro seu lectore dictorum studiorum, baccalario et provisore ac septem aliis discretioribus scolaribus, quos dicti provisor, magister et baccallarius ad id deliberaverint advocandos.
35. Die Cellerare und die anderen, die die Ausgaben der genannten Studien bestreiten, sind verpflichtet, einen Eid zu leisten, dass sie alles, was sie aus den Zuweisungen dieser Studien und der Studenten empfangen, treu verwalten werden. Und sie sind außerdem verpflichtet, am Ende eines jeden Monats über das Empfangene und das Ausgegebene Rechenschaft abzulegen, in Anwesenheit des Magisters oder Lektors der genannten Studien, des Baccalaureus und des Provisors sowie sieben weiterer, klügerer Studenten, die der genannte Provisor, Magister und Baccalaureus zu diesem Zweck zuziehen sollen.
36. Damit die Äbte ihre Pflicht ernst nehmen und die Studiengelder pünktlich zahlen, wird ein strenges Sanktionssystem eingeführt: Wer die Studenten nicht rechtzeitig mitsamt den vorgesehenen Geldern schickt, muss einen Monat später das Doppelte der Summe nachreichen. Hälfte: für Bücher des betroffenen Studenten, Hälfte: für die Gemeinschaft der übrigen Studenten. Wer auch dieses Doppelte innerhalb von sechs Monaten nicht zahlt, erhält automatisch Kirchenverbot (Interdikt des Kircheneintritts). Die gleichen Strafen treffen die Äbte, die als Studienrektoren fungieren und die Gelder nicht auszahlen. Wer diese Strafen hartnäckig drei Monate lang innerhalb der sechs Monate ignoriert, wird automatisch von allen liturgischen Handlungen suspendiert.
Et ut ipsi abbates qui ad mittendum et ad providendum adstringuntur, prout superius est expressum, diligentiam adhibeant, et abiiciant desidiam in praemissis, volumus et ordinamus quod abbas qui dictis terminis monachos seu monachum, quemadmodum praetactum extitit, non miserit cum provisionibus supradictis, teneatur elapso mense duplum provisionum huiusmodi suis expensis mittere ad studium ante dictum. Cuius quidem dupli medietas studenti pro quo mitti debebant, pro libris applicetur emendis, et alia in usus communes aliorum studentium per cellerarium convertatur. Et si dictus abbas duplum praefatum, ut praefertur, infra sex menses dictos terminos immediate sequentes non miserit, ei sit, eo ipso, elapsis ipsis sex mensibus, ingressus ecclesiae interdictus; dictasque poenas incurrant patres abbates eorumdem studiorum rectores, qui dictis terminis non miserint et non solverint provisiones praefatas, prout superius est descriptum. Quod si praedicti poenas huiusmodi per tres menses dictos sex immediate sequentes pertinaciter toleraverint, eo ipso a divinis officiis sint suspensi.
36. Und damit jene Äbte, die zum Senden und zur Versorgung verpflichtet sind, wie oben ausgeführt, in diesen Dingen Sorgfalt anwenden und Trägheit ablegen, wollen und ordnen wir: Dass ein Abt, der zu den genannten Terminen die Mönche oder den Mönch, wie zuvor bestimmt, nicht mitsamt den oben genannten Zuweisungen gesandt hat, nach Ablauf eines Monats verpflichtet ist, das Doppelte dieser Zuweisungen auf eigene Kosten an das genannte Studium zu schicken. Die Hälfte dieses Doppels soll für den Studenten, für den es hätte geschickt werden müssen, zum Kauf von Büchern verwendet werden; die andere Hälfte soll der Cellerar für die gemeinsamen Bedürfnisse der übrigen Studenten einsetzen. Und wenn der genannte Abt dieses doppelte (wie gesagt) innerhalb von sechs Monaten nach den genannten Terminen nicht geschickt hat, soll ihm ipso facto, nach Ablauf dieser sechs Monate, der Kircheneintritt verboten sein. Dieselben Strafen sollen auch die Äbte treffen, die als Rektoren der genannten Studien fungieren und die zu den genannten Terminen die genannten Zuweisungen nicht gesandt oder nicht ausgezahlt haben, wie oben beschrieben. Wenn die genannten (Äbte) diese Strafen hartnäckig drei Monate lang innerhalb der genannten sechs Monate ertragen, sollen sie ipso facto von den göttlichen Ämtern suspendiert sein.
37. Damit die Studenten geistlich gut betreut sind, müssen die Studienhäuser Provisoren einsetzen, die für die Seelsorge zuständig sind. Sie dürfen die Studenten ermahnen, korrigieren und sogar absolvieren — aber die Studenten bleiben weiterhin der Autorität ihres Heimatabtes unterstellt. Wenn im Pariser Studium ein Mönch lebt, der ein vorbildliches Leben führt und kurz davorsteht, Baccalaureus oder Magister der Theologie zu werden, darf sein Heimatabt ihn nicht einfach zurückrufen. Der Abt von Cîteaux kann — nach Beratung mit den Pariser Lehrenden — anordnen, dass der Student bleiben und seine Ausbildung vollenden soll. Außerdem kann das Generalkapitel, wenn es an qualifizierten Lehrern mangelt, einen solchen talentierten Studenten sogar vorzeitig zum Hauptlektor eines Generalstudiums ernennen.
Et ut eisdem studentibus animarum cura non desit, volumus et ordinamus quod in eisdem studiis generalibus patres abbates ipsorum studiorum rectores deputent idoneos provisores, qui curam habeant animarum studentium in eisdem, quique illos corrigant et absolvant, sicut proprii abbates subditos proprios corrigere et absolvere possunt in monasteriis eorumdem; propter hoc tamen dicti studentes a potestate proprii abbatis exempti aliquatenus non existant. Ubi autem erit aliquid de Ordine ipso in Parisiensi studio assignatus, qui sit vitae laudabilis, aliasque idoneus et discretus et ad baccallariatum vel magisterium theologiae dispositus et propinquus, abbas Cisterciensis qui est pro tempore, cum consilio magistrorum, baccallariorum et provisoris domus studentium Parisiensium, mandet abbati proprio quod talem non revocet, sed eum permittat in huiusmodi scientia perfici et ad statum baccallariatus ac honorem magisterii provehi, lecturamque continuare, prout ipsius Ordinis generale Capitulum ordinabit. Possit tamen ipsum generale Capitulum in deficientibus magistris seu baccallariis in theologia, talem etiam ante baccallariatum vel magisterium in quolibet praedictorum generalium studiorum principalem deputare lectorem, si eidem generali Capitulo visum fuerit expedire.
37. Und damit den genannten Studenten die Sorge für ihre Seelen nicht fehle, wollen und ordnen wir, dass in denselben Generalstudien die Äbte, die Rektoren dieser Studien sind, geeignete Provisoren einsetzen, die die Sorge für die Seelen der dortigen Studenten haben und die sie korrigieren und absolvieren, so wie die eigenen Äbte ihre eigenen Untergebenen in ihren Klöstern korrigieren und absolvieren können; doch sollen die genannten Studenten deshalb keineswegs in irgendeiner Weise der Macht ihres eigenen Abtes entzogen sein. Wenn aber im Pariser Studium jemand des Ordens selbst zugewiesen ist, der lobenswerter Lebensführung, sonst geeignet und umsichtig ist und zum Baccalaureat oder Magisterium der Theologie bereit und nahe steht, soll der Abt von Cîteaux, der jeweils im Amt ist, mit Rat der Magister, Baccalauren und des Provisors des Pariser Studentenhauses dem eigenen Abt dieses Studenten befehlen, dass er einen solchen nicht zurückrufe, sondern ihn erlaube, in dieser Wissenschaft vollendet zu werden und zum Stand des Baccalaureus und zur Ehre des Magisteriums aufzusteigen und die Vorlesung fortzusetzen, wie es das Generalkapitel des Ordens anordnen wird. Das Generalkapitel kann jedoch, wenn es an Magistern oder Baccalauren der Theologie mangelt, einen solchen auch vor dem Baccalaureat oder Magisterium in einem der genannten Generalstudien zum Hauptlektor ernennen, wenn es dem Generalkapitel zweckmäßig erscheint.
38. Um sicherzustellen, dass die zisterziensischen Studenten sich ganz auf die Theologie konzentrieren, wird streng verboten, dass sie Kanonistik studieren — weder an den Ordensstudienorten noch irgendwo sonst. Wer dennoch kanonisches Recht hört oder liest, verliert sofort sein Studienprivileg: Er wird aus dem Studium abgezogen, erhält keine finanzielle Unterstützung mehr und muss unverzüglich in sein Heimatkloster zurückkehren, wo der Abt über die Strafe entscheidet.
In favorem utique studii eiusdem theologiae, ut ab alumnis eiusdem Ordinis studentibus illi ferventius intendatur, statuimus, ordinamus et prohibemus expresse, quod in nullo dictorum studiorum legantur vel audiantur iura canonica, nec etiam extra illa per aliquem studentium eorumdem. Quod si quis contrarium attentare praesumpserit, sit eo ipso ad claustrum suum ab hujusmodi studio revocatus, nec cellerarius dictorum studiorum ex tunc aliquo illi provideat; sed incontinenti ad proprium monasterium remittatur, de transgressione ac inobedientia huiusmodi secundum arbitrium abbatis proprii puniendus.
38. Zur Förderung eben dieses Theologiestudiums, damit die Studenten desselben Ordens sich ihm umso eifriger widmen, bestimmen, ordnen und verbieten wir ausdrücklich: Dass in keinem der genannten Studienorte kanonisches Recht gelesen oder gehört werden darf, und auch außerhalb dieser Studienorte von keinem der dortigen Studenten. Wenn jemand es wagen sollte, das Gegenteil zu versuchen, soll er ipso facto aus einem solchen Studium in sein Kloster zurückgerufen werden; und der Cellerar der genannten Studien soll ihm von da an keinerlei Unterstützung mehr gewähren; sondern er soll sofort in sein eigenes Kloster zurückgeschickt werden, um wegen eines solchen Vergehens und Ungehorsams nach dem Ermessen seines eigenen Abtes bestraft zu werden.
39. Damit die Studienhäuser funktionieren, müssen die jeweiligen Rektoren (also die zuständigen Äbte) für verlässliche Cellerare und Amtsträger sorgen, die unter Eid korrekt wirtschaften und monatlich Rechenschaft ablegen. Paris erhält eine Sonderstellung: Alle wichtigen Ämter — Magister, Baccalaurei, Bibelleser, Provisoren, Cellerare — werden vom Generalkapitel eingesetzt. Fällt jemand aus, setzt der Visitator des Jahres einen Ersatz ein, bis das nächste Generalkapitel tagt. Auch in den anderen Generalstudien setzt das Generalkapitel die Hauptlektoren ein; die kleineren Ämter bestimmen die jeweiligen Studienrektoren. Um die theologische Ausbildung dauerhaft zu sichern, muss das Generalkapitel immer einen Magister der Theologie als Hauptlektor einsetzen, solange ein geeigneter Ordensmagister verfügbar ist — sonst den besten verfügbaren Baccalaureus. Das Generalkapitel erhält sogar die Vollmacht, solche Lehrer nötigenfalls mit kirchlichen Zwangsmitteln zur Übernahme der Lehre zu verpflichten. Ebenso kann das Generalkapitel die Studienrektoren verpflichten, diese Lehrer aufzunehmen und ihnen die vorgeschriebenen finanziellen Mittel zu gewähren. Die Magister sollen bescheiden leben, nicht prunkvoll, und nur einen einzigen dienenden Kleriker haben. Für das Metzer Studium ist ausschließlich der Abt von Morimond zuständig, gemeinsam mit seinem Konvent.
Et ut in dictis studiis pro studentibus in eis necessaria non desint obsequia, volumus et ordinamus ut praefati abbates iprum studiorum rectores in eis provideant de cellerariis et aliis officialibus idoneis, prout necessitas vel utilitas cuiuslibet studiorum requiret ipsorum; quodque ipsi cellerarii et officiales iuramentum praestabunt de fideliter dispensando ac de receptis et expensis rationem reddendo, quemadmodum superius est expressum. Et quia decet et expedit ut inter studia cetera studium Parisiense refloreat, et iuge sine intermissionis dispendio habeatur, statuimus et ordinamus quod in eodem studio Parisiensi deputentur magistri, baccallarii et lectores Bibliae, ac provisores, cellerarii et alii officiales per dicti Ordinis Capitulum generale. Quod si ipsi vel aliquis eorum deficiant, seu ex aliqua causa magistri, baccallarii et lectores lecturam assumere vel continuare, aut cellerarii et officiales praedicti sua officia exercere nequirent, subrogentur alii loco eorum per visitatorem illius anni usque ad sequens dumtaxat Capitulum generale; in aliis etiam studiis generalibus magistri seu lectores principales per dictum generale Capitulum deputentur. Alii vero minores lectores et officiales per abbates eorumdem studiorum rectores debeant deputari. In ampliorem namque favorem et continuationem durabilem studii huiusmodi theologiae iam dictae, statuimus et ordinamus quod quamdiu pro dictis studiis generalibus praeter Bononiense, Salamanticense, et Metense studia, magistri in theologia idonei de praefato Ordine in eodem studio Parisiensi, vel si non ibi, alibi poterunt reperiri, teneatur idem Capitulum generale magistrum in theologia principalem deputare lectorem; alioquin magis idoneum baccalarium quem ad hoc poterunt Parisius, vel si non ibi, alibi reperire; quos dictum Capitulum generale ad suscipiendum et continuandum lecturam huiusmodi, si necesse fuerit, per censuram ecclesiasticam ac alia opportuna remedia, sublato appellationis obice, etiam auctoritate apostolica coarctandi dicto Capitulo ac Diffinitoribus ipsius, nec non abbatibus dictorum studiorum rectoribus communiter vel divisim plenam atque liberam tenore praesentium concedimus potestatem. Praefato insuper Capitulo generali similem potestatem concedimus compellendi, appellatione remota, per censuram et remedia huiusmodi, abbates ipsorum studiorum rectores ad recipiendum magistros in theologia et baccallarios ad praedictam lecturam, et ad providendum eisdem de communi contributione ipsius Ordinis et pro bursa et aliis necessitatibus eorum annis singulis, prout de provisionibus huiusmodi est superius limitatum. Ipsi vero magistri non pompose manere, seu laute vivere praesumant in studiis ante dictis, sed humiliter et devote legant; cibis competentibus vescantur, et uno solo servitore clerico sint contenti. In studio autem Metensi provideat de lectoribus et aliis officialibus domus studentium abbas supradicti monasterii Morimundi, qui est et qui pro tempore fuerit, de consilio sui conventus vel maioris et sanioris partis eiusdem, prout sibi videbitur expedire.
39. Und damit es in den genannten Studien für die Studenten nicht an den notwendigen Diensten fehlt, wollen und ordnen wir, dass die genannten Äbte, die Rektoren dieser Studien sind, dort für Cellerare und andere geeignete Amtsträger sorgen, je nachdem es die Notwendigkeit oder der Nutzen eines jeden dieser Studien erfordert; und dass diese Cellerare und Amtsträger einen Eid leisten, treu zu verwalten und über Empfang und Ausgabe Rechenschaft abzulegen, wie oben gesagt. Und weil es angemessen und nützlich ist, dass unter den übrigen Studien das Pariser Studium erblühe und ununterbrochen betrieben werde, bestimmen und ordnen wir, dass in eben diesem Pariser Studium Magister, Baccalaureus, Bibelleser, Provisoren, Cellerare und andere Amtsträger durch das Generalkapitel des Ordens eingesetzt werden. Wenn diese oder einer von ihnen ausfallen oder aus irgendeinem Grund die Magister, Baccalaurei und Leser die Vorlesung nicht übernehmen oder fortsetzen können oder die genannten Cellerare und Amtsträger ihre Ämter nicht ausüben können, sollen andere an ihrer Stelle durch den Visitator des betreffenden Jahres eingesetzt werden — jedoch nur bis zum folgenden Generalkapitel. Auch in den anderen Generalstudien sollen die Magister oder Hauptlektoren durch das Generalkapitel eingesetzt werden. Die übrigen kleineren Lektoren und Amtsträger sollen durch die Äbte, die Rektoren dieser Studien sind, eingesetzt werden. Zur weiteren Förderung und dauerhaften Fortführung des genannten Theologiestudiums bestimmen und ordnen wir, dass solange für die genannten Generalstudien — außer Bologna, Salamanca und Metz — geeignete Theologen aus dem genannten Orden im Pariser Studium oder, falls nicht dort, anderswo gefunden werden können, das Generalkapitel verpflichtet ist, einen solchen Magister der Theologie als Hauptlektor einzusetzen; anderenfalls den geeignetsten Baccalaureus, den man zu diesem Zweck in Paris oder, falls nicht dort, anderswo finden kann. Und wir verleihen dem genannten Generalkapitel und seinen Diffinitoren sowie den Äbten der genannten Studienhäuser — gemeinsam oder einzeln — volle und freie Vollmacht, solche Magister oder Baccalaurei nötigenfalls durch kirchliche Zensur und andere geeignete Mittel, unter Ausschluss der Appellation, ja sogar kraft apostolischer Autorität, zur Übernahme und Fortführung der Vorlesung zu zwingen. Dem genannten Generalkapitel verleihen wir außerdem dieselbe Vollmacht, die Äbte der Studienhäuser zu verpflichten, Magister und Baccalaurei zur genannten Vorlesung anzunehmen und ihnen aus dem gemeinsamen Beitrag des Ordens sowie für Bursa und andere Bedürfnisse jährlich Vorsorge zu treffen, wie oben festgelegt. Die Magister sollen jedoch nicht prunkvoll wohnen oder üppig leben, sondern demütig und fromm lesen; sich mit angemessener Kost begnügen und mit nur einem einzigen dienenden Kleriker zufrieden sein. Im Metzer Studium aber soll der Abt des genannten Klosters Morimond, der jeweils im Amt ist, mit Rat seines Konvents oder dessen größerer und vernünftigerer Mehrheit für die Lektoren und anderen Amtsträger des Studentenhauses sorgen, wie es ihm zweckmäßig erscheint.
40. Um prunkvolle, verschwenderische oder eitle Promotionsfeiern zu verhindern, müssen künftige Magister und Baccalaurei einen Eid ablegen: Magister: Sie dürfen für ihre Promotion nicht mehr als 1000 Touronenser Silber ausgeben oder ausgeben lassen — weder für Essen, Kleidung noch sonstige Feierlichkeiten. Auch Verwandte und Freunde dürfen nicht über diesen Betrag hinausgehen. Baccalaurei: Sie dürfen überhaupt keine Feier zu ihrem Bakkalaureat veranstalten oder zulassen — weder selbst noch durch andere. Der Eid wird öffentlich im Studienhaus abgelegt, vor Provisor und Studenten.
Et cum sit dedecens et deforme ut quis praesertim religiosus cum vanitate ac imperitia cathedram ascendat praeeminentiae magistralis, statuimus et ordinamus quod de cetero nullus de Ordine praedicto assumatur ad recipiendum magisterii seu doctoratus honorem, nisi prius per eum praestito iuramento in praesentia provisoris et studentium ipsius Ordinis tunc praesentium in studio, in quo huiusmodi honorem recipere voluerit, seu maioris partis numero eorumdem, quod in assumptionis ipsius honoris, vel ante seu post, occasione illius circa cibos, vestes, vel alia non expendat per se vel per alium undecumque habuerit, vel fuerit sibi datum, nec quantum in eo fuerit, ultra valorem mille turonensium argenti expendi permittat ab aliis eius consanguineis vel amicis. Baccallarii etiam iuramentum praestare teneantur in praesentia praedictorum, quod occasione baccallariatus sui vel ante seu post nullum festum, seu convivium faciant per se vel alium, seu fleri permittant, quantum in eis fuerit, a quibuscumque aliis eorum consanguineis vel amicis.
40. Und da es unwürdig und unschön ist, dass jemand — besonders ein Ordensmann — mit Eitelkeit und Unwissenheit den Lehrstuhl der magisterialen Vorrangstellung besteigt, bestimmen und ordnen wir: Dass künftig niemand aus dem genannten Orden zur Annahme der Ehre des Magisteriums oder Doktorats zugelassen werde, es sei denn, er habe zuvor unter Eid in Gegenwart des Provisors und der zu jener Zeit im Studium anwesenden Studenten des Ordens — oder der Mehrheit derselben — geschworen: Dass er bei der Annahme dieser Ehre, weder vorher noch nachher, an Speisen, Kleidern oder anderen Dingen durch sich selbst oder durch einen anderen, aus welchen Mitteln auch immer, oder aus dem, was ihm gegeben worden ist, nicht mehr als den Wert von tausend Touronenser Silberstücken ausgeben werde; und dass er, soweit es an ihm liegt, nicht zulassen werde, dass von seinen Verwandten oder Freunden mehr als dieser Betrag ausgegeben wird. Auch die Bakkalare sind verpflichtet, in Gegenwart der genannten Personen einen Eid zu leisten, dass sie anlässlich ihres Baccalaureats, weder vorher noch nachher, kein Fest oder Gastmahl veranstalten oder durch andere veranstalten lassen oder zulassen werden, soweit es an ihnen liegt — weder durch Verwandte noch durch Freunde.
41. Der Orden setzt eigene Regeln für die akademische Qualifikation fest — und erklärt ausdrücklich, dass sie alle entgegenstehenden Pariser Universitätsstatuten außer Kraft setzen. Wer sechs Jahre Theologie in Paris oder einem anderen Generalstudium studiert hat und geeignet ist, darf in Paris den Bibelkurs lesen. Wer acht Jahre studiert hat, darf dort die Sentenzen lesen. Alle gegenteiligen Bestimmungen — ob Ordensstatuten, Klostergewohnheiten, Pariser Universitätsstatuten, Eide, päpstliche Bestätigungen oder Privilegien — werden für diesen Zweck aufgehoben. Insbesondere wird das Pariser Statut außer Kraft gesetzt, das sieben bzw. zehn Jahre Studium verlangt. Der Orden beansprucht damit volle normative Autonomie für die Ausbildung seiner Theologen.
Ad haec denique statuimus et ordinamus, quod quicumque dicti Ordinis, qui tamen in eodem studio Parisiensi vel in aliquo alio praedictorum generalium ipsius Ordinis studiorum per sex annos in theologia studuerint et ad hoc idonei extiterint, in dicto studio Parisiensi possint cursus Bibliae facere; et qui per octo annos studuerint, ut praefertur, sententias legere in Parisiensi studio memorato; non obstantibus quibuscumque statutis et consuetudinibus ac observantiis Ordinis, monasteriorum, locorum conventualium et studiorum saepe dictorum contrariis, iuramentis, confirmationibus apostolicis, aut quibusvis firmitatibus aliis roboratis; et illo praesertim statuto, quo in eodem studio Parisiensi caveri dicitur, quod nullus possit legere cursum Bibliae, nisi ibidem studuerit septem annis; quodque non permittatur sententias legere, nisi etiam inibi studuerit decem annis, prout sic aliter in statutis ipsius studii Parisiensis dicitur contineri; nec non quibuslibet privilegiis, indulgentiis et litteris apostolicis, Ordinis monasteriis, locis conventualibus, et studiis praefatis sive universatibus magistrorum et scolarium eorumdem in contrarium concessis; per quae praesentibus non expressa vel totaliter non inserta, effectus huiusmodi statutorum et ordinationum nostrarum, omniumque et singulorum contentorum in eisdem litteris, valeat quomodolibet impediri, et de quibus quorumcumque totis tenoribus plenam et expressam oporteat in nostris litteris fieri mentionem.
41. Schließlich bestimmen und ordnen wir: Dass jeder des genannten Ordens, der jedoch im Pariser Studium oder in einem der anderen genannten Generalstudien des Ordens sechs Jahre Theologie studiert hat und dafür geeignet befunden wird, im genannten Pariser Studium den Bibelkurs lesen darf; und dass jeder, der acht Jahre studiert hat, wie gesagt, im genannten Pariser Studium die Sentenzen lesen darf. Dies gilt ungeachtet aller entgegenstehenden Statuten, Gewohnheiten und Observanzen des Ordens, der Klöster, der Konventsorte und der genannten Studien; ungeachtet von Eiden, apostolischen Bestätigungen oder anderen Bekräftigungen; und insbesondere ungeachtet jenes Statuts, das im Pariser Studium gelten soll, wonach niemand den Bibelkurs lesen darf, der dort nicht sieben Jahre studiert hat, und niemand die Sentenzen lesen darf, der dort nicht zehn Jahre studiert hat, wie es in den Statuten des Pariser Studiums enthalten sein soll. Ebenso ungeachtet aller Privilegien, Ablässe und apostolischen Schreiben, die dem Orden, seinen Klöstern, Konventsorten und den genannten Studien oder den Universitäten der dortigen Magister und Studenten entgegenstehen könnten — durch die, sofern sie nicht ausdrücklich erwähnt oder vollständig eingefügt sind, die Wirkung dieser unserer Statuten und Anordnungen oder irgendeines ihrer Inhalte in keiner Weise behindert werden darf; und von denen in unseren Schreiben vollständig und ausdrücklich Erwähnung zu machen wäre, wenn sie berücksichtigt werden müssten.
42. Damit diese umfangreiche Konstitution nicht vergessen oder missachtet wird, muss sie jedes Jahr im Generalkapitel und einmal jährlich in jedem einzelnen Kloster vollständig und wörtlich vorgelesen werden. Niemand darf irgendeinen Teil dieser Bestimmungen verletzen oder ihnen widersprechen. Wer es dennoch tut, zieht sich — in klassischer päpstlicher Formel — den Zorn Gottes und der Apostel Petrus und Paulus zu.
Die Urkunde wurde in Pont-de-Sorgues bei Avignon am 10. Juli im ersten Jahr des Pontifikats ausgestellt.
Ne autem suprascripta vel aliqua seu aliquod eorumdem in oblivionis lubricum deducantur seu parvipendantur ab aliquo, quinimo ut de ipsis nunc et perpetuis futuris temporibus notitia certior habeatur, eadem auctoritate statuimus, ordinamus et districte iniungimus ut in primo generali Capitulo dicti Ordinis et deinceps singulis annis in eodem Capitulo generali, ac semel quolibet anno in quocumque monasteriorum et locorum conventualium praedicti Ordinis, omnibus monachis eorum in capitulo ad hoc specialiter congregatis, praemissa omnia et singula de verbo ad verbum legantur et etiam publicentur. Nulli ergo omnino hominum liceat hanc paginam nostrarum voluntatum, constitutionum, statutorum, ordinationum, permissionum, provisionum, inhibitionum, reprobationum, detestationum, abolitionum, revocationum, dispositionum, limitationum et mandatorum infringere, vel ei ausu temerario contrarie. Si quis autem hoc attendere praesumpserit, indignationem Omnipotentis Dei et beatorum Petri et Pauli apostolorum eius se noverit incursurum. Datum apud Pontem Sorgiae Avenionensis dioecesis quarto idus iulii, pontificatus nostri anno primo.
42. Damit aber das Obengesagte oder irgendeines davon nicht in die Rutschbahn des Vergessens gerät oder von jemandem geringgeschätzt wird, vielmehr aber darüber jetzt und in allen zukünftigen Zeiten sichere Kenntnis besteht, bestimmen, ordnen und gebieten wir kraft derselben Autorität streng: Dass im ersten Generalkapitel des genannten Ordens und danach jedes Jahr im selben Generalkapitel sowie einmal jährlich in jedem der Klöster und Konventsorte des genannten Ordens — wobei alle Mönche eigens zu diesem Zweck im Kapitel versammelt werden — alles Vorstehende Wort für Wort gelesen und auch öffentlich verkündet werde. Daher sei es niemandem überhaupt erlaubt, diese Seite unserer Willenserklärungen, Konstitutionen, Statuten, Ordnungen, Erlaubnisse, Bestimmungen, Verbote, Verwerfungen, Verabscheuungen, Abschaffungen, Widerrufe, Verfügungen, Begrenzungen und Anordnungen zu verletzen oder ihr vermessen zuwiderzuhandeln. Wenn aber jemand es wagen sollte, dies zu missachten, so wisse er, dass er sich den Zorn des allmächtigen Gottes und der seligen Apostel Petrus und Paulus zuziehen wird.
Gegeben zu Pont-de-Sorgues, Diözese Avignon, am 4. Tag vor den Iden des Juli (12. Juli), im ersten Jahr unseres Pontifikats.